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„Wenn´s läuft, dann läuft´s, wenn´s nicht läuft...“ - Eine (vorläufige) Saisonbilanz des SCR Altach

Ungläubige Mienen bei den Spielern des SCR Altach nach der Niederlage gegen die SV Ried.
Ungläubige Mienen bei den Spielern des SCR Altach nach der Niederlage gegen die SV Ried. ©APA/DIETMAR STIPLOVSEK
„Wenn´s läuft, dann läuft´s, wenn´s nicht läuft........“, das ist nur eine von unzähligen Fußballphrasen. Nur selten trifft allerdings eine Aussage so zu, wie diese, wenn man auf die Saison des SCR Altach zurückblickt.

Im Herbst 2016 funktionierte so gut wie alles, aus 20 Spielen holten Netzer & Co. unter den Trainern Damir Canadi und Werner Grabherr fast unglaubliche 42 Zähler, was gleichbedeutend mit dem inoffiziellen Titel des Winterkönigs war. Im November wurde Canadi von Rekordmeister Rapid Wien abgeworben, aber auch unter Interimstrainer Grabherr ging der Erfolgsrun der Rheindörfler weiter.

Im Winter wurde Martin Scherb als Trainer installiert, unter dem sympathischen Niederösterreicher sprangen unter dem Strich nur noch elf Punkte aus 15 Spielen heraus, nach der Niederlage im letzten Heimspiel gegen Schlusslicht Ried wurde schließlich die (fast logische) Trennung von Scherb bekannt gegeben.

So weit die Chronologie der Ereignisse. Für viele war die Ursache des schlechten Frühjahrs schnell ausgemacht, der Trainer. Doch selbst nach einem Blick auf die nackten Zahlen, erscheint mir das als viel zu einfach.

Oberlin zurück nach Salzburg, Prokopic verletzt

In der Winterpause kam der beste Torschütze aus dem Herbst, Shootingstar und Leihgabe von Red Bull Salzburg Dimitri Oberlin, abhanden. Die Mozartstädter beorderten den Publikumsliebling zurück in den Kader des amtierenden Double-Gewinners. Zum Auftakts ins neue Kalenderjahr gelang ein Punktgewinn bei der Admira und im ersten Heimspiel gegen St. Pölten verlor man trotz Überlegenheit und zahlreicher Großchancen nicht nur das Spiel, sondern auch Boris Prokopic für den Rest der Saison.

Mit dem 29jährigen fehlte ab sofort der zentrale Mann im Altacher Mittelfeld, eine Tatsache, über die viele den Mantel des Schweigens hüllten. Für einen Verein wie den SCRA, ja für die meisten Clubs in Österreich, ist der Verlust eines Akteurs dieser Qualität und Wichtigkeit schlichtweg nicht zu kompensieren.

Weitere schmerzhafte Ausfälle

Es folgten weitere Ausfälle, Lukse, Mahop, Zech, Netzer, Dovedan, Lienhart, allesamt wichtige Stützen des Mannschaftsgefüges. Auch von Hannes Aigner durfte man nach sehr langer Verletzungspause keine Wunderdinge erwarten. Der Kader des SCRA ist zwar dank der hervorragenden Arbeit von Georg Zellhofer und Christoph Längle gut aufgestellt, auf Dauer waren aber auch diese Schwächungen nicht aufzufangen. Die Folge waren fehlender Rhythmus und abnehmendes Selbstvertrauen, die Leichtigkeit aus dem Herbst war dahin.

Selbstverständlich liegt das alles auch im Aufgabenbereich des Cheftrainers, dennoch dürfte eigentlich den Leuten bewusst gewesen sein, dass der neue Coach in dieser Situation nur verlieren konnte. So ist es am Ende auch gekommen, allerdings sollte man trotz des frustrierenden Frühjahrs nicht vergessen, dass man vor Beginn der Saison Platz vier mit Wohlwollen akzeptiert hätte.

Kleinigkeiten entscheiden

Welches war denn nun die „richtige“ Altacher Mannschaft in dieser Spielzeit? Der Winterkönig, oder das Team, dass im Frühjahr teilweise nicht mehr wiederzuerkennen war? Die Wahrheit dürfte wie so oft irgendwo in der Mitte liegen. Der Herbst war überdurchschnittlich gut, allerdings ist das Team nicht annähernd so schlecht wie es im Jahr 2017 den Anschein hatte.

In einer ausgeglichenen Liga entscheiden Kleinigkeiten, konnten im Herbst durch späte Tore noch einige Siege eingefahren werden, so gelang das im Frühjahr nicht mehr. Manche mögen all dies als Ausreden werten, unter dem Strich sind es aber alles Fakten. Unbestritten lieferten die Schützlinge von Martin Scherb einige sehr dürftige Auftritte ab, das fehlende Glück in guten Spielen wie gegen die Wiener Austria oder Sturm Graz wird dabei gleichzeitig aber vorschnell unter den Teppich gekehrt. Gleiches gilt für Spiele, die man wie beispielsweise in Mattersburg aufgrund katastrophaler Schiedsrichterleistungen nicht mit einem Punktgewinn beenden konnte.

Unfaire Reaktionen

Nach der 0:2-Heimniederlage gegen Schlusslicht Ried, die buchstäblich ums nackte Überleben kämpften, musste Martin Scherb also seinen Stuhl räumen. Sportlich gesehen natürlich nicht unverständlich, Vergleiche mit Ex-Coach Damir Canadi hinken aber nicht nur aufgrund der charakterlichen Unterschiede komplett.

Ohne die Leistung gerade in dieser angesprochenen Partie in irgendeiner Weise schönreden zu wollen, die Reaktion von Teilen des Publikums war an diesem sonnigen Feiertag erbärmlich, um es so freundlich wie möglich auszudrücken. Pfiffe und Beschimpfungen gegen das eigene Team, Beleidigungen gegen den eigenen Trainer, Applaus für Übungsleiter des Gegners, der allerdings nur bedingt dem Ex-Austrianers galt.

Zweitbeste Platzierung einer Vorarlberger Mannschaft

Das alles nach Platz vier, was nur gleichbedeutend mit dem zweitbesten Abschneiden eines Vorarlberger Teams in der Bundesliga war. Mit tollen Ergebnissen und Erfolgen steigen die Erwartungen, die allerdings schnell ins Gegenteil verkehren und äußerst unschöne Reaktionen hervorrufen können, wie am Donnerstag in Altach zu beobachten war.

Die Ära Scherb endet also nach 15 Spielen nach einer zweifellos sehr schlechten Bilanz. Allerdings sollte sich unter Umständen so mancher Zuschauer hinterfragen, ob die heftige Reaktion nach dem Ried-Spiel notwendig war, oder ob man zu Saisonstart im vergangenen Juli Platz vier nicht mit großer Freude zur Kenntnis genommen hätte…..

Im letzten Spiel in Salzburg sitzt wieder Werner Grabherr als Verantwortlicher auf der Bank. Im Sinne des Vorarlberger Fußballs bleibt zu hoffen, dass es in Altach gelingt, die zuletzt aufgrund der ausbleibenden Erfolge von außen immer schlechter werdende Atmosphäre schnellst möglich wieder zu entschärfen.

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