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Wenn Verlierer die wahren Gewinner sind

Ihr Zugang zum Fußball ist ein komplexer, denn als wirklichen Fan, der Woche für Woche im Stadion sitzt, bezeichnet sich Stefanie Schöffmann nicht. Dabei saß sie in ihrer Jugendzeit aber oft mit ihrem Großvater vor dem Fernseher, wenn ein Fußballspiel lief.

„Er hat mir die Regeln erklärt“, erinnert sich die 27-jährige Dornbirnerin. Opa war für den Fußball, die „Omi“ für die Skirennen zuständig. Selbst Sport betrieben hat die Grafik-Designerin aber auch. „Bei der TS Dornbirn habe ich mich in der Leichtathletik versucht.“ Der Hoch- und Weitsprung waren ihre Disziplinen, heute will sie in ihrem Beruf hoch hinaus. Gleich nach dem Abschluss in der Fachhochschule übersiedelte sie nach Wien, wo sie für Agenturen grafische Gestaltungen übernahm. Im Sommer des Vorjahres gab es die „zweite Begegnung“ mit dem Fußball. „Wir saßen mit Freunden, darunter auch einige Deutsche, im Südtirol. Da haben wir auch über die WM gesprochen – und da kamen wir auf das Motto ,Zu Gast bei Freunden‘ zu sprechen“, erinnert sie sich. Kurz danach war ihr EM-Slogan „Zu Gast bei Verlierern“ geboren. Diesen will Schöffmann jedoch nicht diskriminierend verstanden wissen, zumal sie sich selbst als Patriotin bezeichnet. „Ich möchte, dass die Leute darüber schmunzeln“, erzählt sie. Ein klein wenig Provokation sei natürlich auch dabei. „Im Sport geht es nur noch ums Gewinnen oder Verlieren. Für mich ist Sport mehr, ist Unterhaltung und Leidenschaft.“ Und so soll ihre ironische Botschaft für zusätzliche Emotionen sorgen.

Spruch ziert T-Shirts

Ganz so ernst meint die junge Vorarlbergerin, die ihren Lebensmittelpunkt derzeit von Wien nach Graz verlegt, ihr Projekt also nicht. Der Spruch, der T-Shirts, Jacken, Taschen und sogar Unterwäsche in der roten Farbe der Österreichflagge ziert, sei „für Leute, die nicht so extreme Fans sind“, meint sie, während ein leichtes Schmunzeln ihr Gesicht ziert. Das Projekt verstehe sich als „Selbstironie“ und sollte mit einem „Augenzwinkern“ betrachtet werden. Keinesfalls wolle sie damit die Leistung des österreichischen Fußballteams schmälern. Was ihr noch fehlt, ist eine Reaktion des Fußballbundes. „Vielleicht versteht man dort den Spaß und ladet mich ja mal zu einem Spiel ein“, lautet ihre Hoffnung.

ZUR PERSON
Stefanie Schöffmann

Beruf: Grafik-Designerin

Geboren: 3. Dezember 1980 in Dornbirn

Familie: verheiratet mit Michael Schöffmann

Ausbildung: Fachhochschule in Dornbirn, Mag. für mediale Kommunikationsgestaltung

Internet: www.zugastbeiverlierern.at bzw. www. stefanieschoeffmann.com

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