Wenn nur der Schnee Arbeit gibt

Alberschwende - Betriebsleiter von Skiliften in mittlerer Höhenlage brauchen vor allem Gelassenheit.

Schon um knapp vor zehn Uhr morgens klettert die Quecksilbersäule im 750 Meter hoch gelegenen Alberschwende auf sechs Grad. Der Anblick der Talstation beim Brüggelekopf-Lift ist ein trauriger. Die intensiven Regenfälle

der Nacht haben das ohnehin kleine Kunstschneeband beim neuen Babylift noch einmal um die Hälfte verkleinert, an irgendwelche Aktivitäten im Schnee ist schon seit vergangenem Samstag nicht mehr zu denken.

Viel investiert

„Ich habe in den letzten 23 Jahren als Geschäftsführer der Alberschwende-Lifte versucht, mir eine gewisse Gelassenheit anzugewöhnen. Ganz gelungen ist mir das allerdings nicht“, beschreibt Betriebsleiter und Geschäftsführer August Eiler seine derzeitige Befindlichkeit. Was ihn heuer doch etwas ruhiger macht: „Die letzten fünf Jahre waren gut. Das hat die Gemeinde ja auch mutig gemacht, in die Lifte zu investieren“, erklärt Eiler. Immerhin eine runde Million Euro war das. Als Verantwortlicher für Lifte in mittleren Höhenlagen verbringe man dennoch in Wintern wie diesem manch schlaflose Nacht.

Plötzlich Arbeit

„Es ist ja auch so, dass Schnee und Winter plötzlich da sein können. Dann muss ich innerhalb von kürzester Zeit 25 Personen mobilisieren.“, verdeutlicht der sonst im Gemeindedienst tätige Eiler die Flexibilitätszwänge seines Winterjobs. Komme hinzu, dass diese Leute nicht mehr angestellt seien und daher jederzeit zur Verfügung stünden. Wenn notwendig, arbeitet „Gustl“ Eiler selbst in verschiedenen Funktionen. Als Lift-Servicemann genauso wie als Platzanweiser, Kassier oder Pistenpräparator. Hauptsache, es herrscht Betrieb. „Dann ist es völlig egal, welche Tätigkeit du gerade ausübst.“

Soziale Ader

August Eiler ist ein echter Alberschwender. Einer, der schon viel Herzblut am Brüggelekopf, Dresslerberg oder Tannerberg verschüttet hat. Den es freut, wenn Alberschwende vor allem von jenen Vorarlbergern gestürmt wird, die nicht so viel Geld für teure Tageskarten in den großen Skigebieten des Landes haben und dennoch mit ihren Familien Winterspaß im Schnee vorfinden. Auch bietet er im Rahmen seiner Geschäftsführertätigkeit vorrangig jenen Jobs, „die es sonst auf dem Arbeitsmarkt schwer haben. Die sind dann auch besonders einsatzfreudig und loyal.“

Zur Person:
August Eiler

Geboren: 1.3.1956
Wohnhaft: Alberschwende
Beruf: Gemeindebediensteter
Familie: dreifacher Vater
Hobbys: Wandern, Skifahren
Lieblingsessen: Weinschnitten

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