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Wenn der Höhlen-Geist aus dem Loch pfeift....

Am Hirschberg wurden Höhlen entdeckt
Am Hirschberg wurden Höhlen entdeckt ©Feuerstein
Höhlentouren

…dann ist Gerhard Feuerstein aus Bizau ganz nah dran……

In den letzten Jahren zog der Hirschberg bei Bizau durch die Entdeckung mehrerer bedeutender Höhlen die Aufmerksamkeit auf sich. Der Hirschberg liegt in der Schrattenkalkzone des Alpsteingebietes (Hauptgipfel Säntis), das sich vom Rheintal bis zum Gottesackerplateau erstreckt. Der Bizauer Gerhard Feuerstein, Mitglied des Höhlenforscherteams Vorarlberg, fand vor zehn Jahren das so genannte “Stierloch” auf der ehemaligen Skipiste der Hirschberglifte. Nach dem großen Unwetter im Jahr 2005 entdeckte er gemeinsam mit dem Höhlenforscherteam Vorarlberg zehn weitere Eingänge.

Bärenschädel in Höhle gefunden

Das Höhlenforschen liegt Gerhard Feuerstein im Blut. Bereits sein Großvater, Gebhard Kaufmann, hatte im Jahr 1926 am Baienberg bei Reuthe eine riesige Höhle entdeckt. Kaufmann war Jäger und ihm fiel auf, dass an einer gewissen Stelle, die Gemsen immer wieder wie durch Zauberhand verschwanden. Hinter einem Gebüsch, in unwegsamem Gelände, fand der Jäger ein Felsloch, welches seine Neugier weckte. Langsam tastete er sich vor. Ein Zündholz diente als Lichtquelle. Nach ca. 50 Metern stolperte Kaufmann über einen Gegenstand, der sich bei Tageslicht und näherer Betrachtung als Bärenschädel erwies. Die 595 Meter lange und 135 Meter tiefe Höhle wurde erforscht und erhielt den Namen “Bärenhöhle”. Die gefundenen Reliquien, hauptsächlich Schädel und Skelettteile von Bären, können heute in der INATURA in Dornbirn betrachtet werden. Die “Bärenhöhle” wurde zum Naturdenkmal deklariert.

Großvaters Höhlen-Geschichten

“Als Buben lauschten wir immer gebannt Großvaters Geschichten”, erinnert sich Feuerstein an seine Kinderzeit. “Eines Tages nahm er mich und zwei meiner Brüder mit zum Baienberg und zeigte uns die Bärenhöhle. Dieses Abenteuer weckte mein Interesse für Höhlen nachhaltig”. Der Forscherdrang war erwacht. Das “Schneckenloch” in Schönenbach war das nächste Ziel. “Es gab ein Gerücht, dass es im Inneren der gewaltigen Höhle einen See mit glasklarem Wasser sowie einen Ausgange ins Kleinwalsertal gebe”, erzählt Feuerstein. Nach langen Forschungsfahrten, bei denen jeder Seitengang untersucht wurde, erwies sich der See als Pfütze, der Ausgang ins Kleinwalsertal wurde nie gefunden.

“Stierloch” entdeckt

Viele Jahre später fiel Gerhard Feuerstein, während einer Skitour mit seinem Sohn Manuel, auf der ehemaligen Skipiste der Hirschberglifte ein Erdloch auf, in dessen Umkreis der Schnee geschmolzen war. Bei näherer Durchsuchung entströmte der Öffnung warme Luft. Aus Erfahrung wusste Feuerstein, dass sich hinter diesem thermischen Hinweis ein Höhlensystem verbergen könnte. Laut Feuerstein hat das Innere einer Höhle stets 8 Grad Celsius. “Wenn also im Sommer kalte und im Winter warme Luft aus einem Loch heraus bläst, dann steckt etwas dahinter”. Gerhard Feuerstein beobachtete das Loch während der Zeitspanne eines Jahres. Dann machte er sich ans Graben und stieg in mehreren Etappen ein. Die Höhle führte 70 Meter senkrecht in die Tiefe. Das Stierloch war entdeckt.

Wasseraustritte aus Höhlen

Nach dem Unwetter 2005, gab es massive Erd- und Wasserbewegungen. Plötzlich beobachtete Feuerstein in felsigem Gebiet riesige Quellaustritte. Das wiederum rief mehrere Höhlenforscher auf den Plan. Tatsächlich wurden zehn weitere Höhlen gefunden. “Die Höhlen weisen den Charakter auf, dass die Eingänge extrem eng sind und sich im Berg teilweise großräumig weiten. Die gesamte Länge der vermessenen Höhlen beträgt inzwischen 2000 Meter, zahlreiche Seitengänge werden derzeit noch bearbeitet. Windströmungen in den Höhlen lassen vermuten, dass Verbindungen bestehen. Ende Februar fand eine Tauchaktion statt. Alex Klampfer vom österr. Höhlenverband tauchte in die Tiefe des “Dachsloches” ein. “Kein Ende in Sicht”, lautete das Ergebnis des Höhlentauchers.

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