Weltweiter Tourismus durch Krise stark geschrumpft

Die Wirtschaftskrise und die Schweinegrippe haben den globalen Tourismus nach Prognosen der Welttourismusorganisation UNWTO im laufenden Jahr um bis zu 6 Prozent schrumpfen lassen.

Das teilte die UNWTO bei ihrer Hauptversammlung am Montag in der kasachischen Hauptstadt Astana mit. Damit fällt der erste Rückgang in der Branche seit 2003 wohl schlimmer aus als zunächst befürchtet. Zum Jahresbeginn hatte die Organisation den Verlust für 2009 noch auf maximal 2 Prozent geschätzt. Es gebe aber für das nächste Jahr begründete Hoffnung auf eine Erholung der Branche, hieß es.

Nach UNWTO-Angaben wurde Europa in den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres besonders hart vom Besucherrückgang getroffen (minus 8 Prozent), gefolgt von Amerika (minus 7 Prozent). Der Verlust sei in manchen Ländern durch einheimische Urlauber gedämpft worden, sagte der brasilianische Vize-Tourismusminister Mario Moyses. “Allein im Juli und August hatten wir im Vergleich zum Vorjahr 20 Prozent mehr Brasilianer, die im eigenen Land Urlaub machten.”

Gegen den weltweiten Trend verzeichnete Afrika vor allem aufgrund der boomenden Urlaubsziele Kenia und Marokko in den ersten sieben Monaten 2009 ein Gesamtplus von 4 Prozent. Die UNWTO wählte heute, Montag, zu Beginn ihrer Hauptversammlung in der kasachischen Hauptstadt Astana, den Jordanier Taleb Rifai (60) zum neuen Generalsekretär. Auch mehrere Nichtregierungsorganisationen hatten zum Votum für Rifai aufgerufen, der sich wiederholt für einen “gerechten und verantwortungsvollen Tourismus” ausgesprochen hatte.

Die Welttourismusorganisation ist zusammengetreten, um über Maßnahmen gegen die Flaute in der Reisebranche zu beraten. An dem viertägigen Treffen nehmen 600 Delegierte aus 120 Ländern teil. Der neue UNWTO-Generalsekretär Rifai sprach vor dem Treffen von ersten “Anzeichen des rückkehrenden Vertrauens und der Nachfrage”. Für heuer rechnet die Organisation jedoch mit einem Umsatzrückgang zwischen 4 und 6 Prozent. Vom Tourismus, für den fast eine Milliarde Reisende im vergangenen Jahr umgerechnet rund 650 Mrd. Euro ausgaben, sind direkt oder indirekt 18 Millionen Arbeitsplätze abhängig.

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