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Weltweite Proteste für Freilassung inhaftierter Gewerkschafter

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Nach der Festnahme von zwei Gewerkschaftern im Iran findet heute, Donnerstag, ein internationaler Solidaritätstag mit Protestaktionen in insgesamt 20 Ländern weltweit statt.

Mansour Osanloo, der Vorsitzende der iranischen Busfahrergewerkschaft, wurde nach Angaben des ÖGB gemeinsam mit seinem kurdisch-stämmigen Kollegen Mahmoud Salehi inhaftiert. Osanloo war vor genau einem Jahr, am 9. August 2006 nach acht Monaten Haft vom iranischen Regime freigelassen worden.

Die österreichische Verkehrs- und Dienstleistungsgewerkschaft vida beteiligt sich ebenso wie die Gewerkschaft der Gemeindebediensteten (GdG) und amnesty international (ai) aktiv an dem Solidaritätstag, zu dem die Internationale Transportarbeiterföderation (ITF) aufgerufen hatte. Die Vertreter der Gewerkschaften und von amnesty haben deswegen von der ITF gesammelte mehr als 2.500 Unterschriften zur Freilassung der beiden Gewerkschafter an die iranische Botschaft in Wien übergeben.

Mansour Osanloo wurde am 10. Juli dieses Jahres von Unbekannten „entführt“, wie vida, GdG und ai am Donnerstag in einer gemeinsamen Aussendung mitteilten. Die iranischen Behörden haben mittlerweile bestätigt, dass der Vorsitzende der Busfahrer-Gewerkschaft im Evin-Gefängnis in Teheran festgehalten werde. Ihm werde „Verschwörung gegen die nationale Sicherheit“ vorgeworfen, erklärte die Schweizerische Eisenbahn- und Verkehrspersonalverband (SEV) in einem Kommuniqué.

„Faire Haftbedingungen gibt es derzeit weder für ihn noch für seinen Kollegen Mahmoud Salehi, der unter schweren gesundheitlichen Problemen leidet. Beide dürfen weder einen Anwalt sehen noch erhalten sie ärztliche Hilfe“, sagte Sabine Vogler von amnesty international. Sie übte heftige Kritik an den Bedingungen im Iran, auch im Bezug auf die Meinungsfreiheit und die Situation in den Gefängnissen. Die Inhaftierung der beiden Gewerkschafter sei „Teil eines Musters der Unterdrückung im Iran“.

Wilhelm Haberzettl, stellvertretender Vorsitzender der ITF und Chef der Sektion Verkehr in der vida, erklärte laut Aussendung: „Die Gewerkschafter im Iran kämpfen trotz vielfacher Repressalien mutig für die Rechte ihrer Kolleginnen und Kollegen. Wir unterstützen sie und fordern die Freilassung von Herrn Osanloo und Herrn Salehi.“ Auch die Schweizer Transportgewerkschaft SEV schloss sich dem Protest an und übergab am Donnerstag der iranischen Botschaft einen Protestbrief an Präsident Mahmoud Ahmadinejad, in welchem sie die Freilassung der zwei Gewerkschafter forderte, wie die Schweizer Nachrichtenagentur sda berichtete.

Die iranische Busfahrergewerkschaft „Sherkart-e Vahed“, deren Vorsitzender Osanloo ist, wurde im Jahr 2003 wiederbegründet. Sie sei die einzige unabhängige Transportarbeitergewerkschaft im Iran, hieß es. Einige Vertreter der Gewerkschaft vida hätten Osanloo persönlich als engagierten Gewerkschafter kennen gelernt. Im Frühjahr dieses Jahres habe er bei Treffen in Brüssel und London über die schwierige Lage der Gewerkschaften im Iran berichtet.

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