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Weltweite Polio-Impfkampagne endet 2005

Die weltweite flächendeckende Impfkampagne gegen Kinderlähmung soll nach Angaben der WHO wie geplant Ende des Jahres 2005 auslaufen. Nach den Pocken wäre die Kinderlähmung (Polio) damit die zweite große Seuche, die ausgerottet werden könnte.

Mindestens drei Jahre lang müsse aber sehr genau beobachtet werden, ob das Virus noch schlafe, betonte WHO-Generaldirektor Jong Wook Lee am Dienstag bei einem Besuch des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin. Die endgültige Ausrottung dieser Krankheit sei sehr kompliziert, betonte Lee.

Die hoch ansteckende Poliomyelitis führt häufig zu bleibenden Lähmungen oder zum Tod. Vor dem Start der WHO-Impfprogramme im Jahr 1988 erkrankten jedes Jahr weltweit noch mehr als 350.000 Menschen an Kinderlähmung. Seit dem Jahr 2000 sind es jährlich weniger als 2.000 Neuinfektionen. Mitte Oktober hat in Afrika, Indien, Pakistan, Afghanistan und Ägypten noch einmal eine große Impfaktion begonnen, die Millionen von Kindern erreichen soll. Die mangelnde Infrastruktur des Gesundheitswesens in vielen Ländern erschwere diese Kampagnen, sagte Lee.

Bei erneuten Ausbrüchen der Krankheit nach dem Jahr 2005 muss nach WHO-Angaben sofort ein auf den jeweiligen Erreger abgestimmter neuer Impfstoff entwickelt und lokal begrenzt eingesetzt werden. Das Virus gilt als tückisch. Nach jüngsten Medienberichten können etwa bestimmte Mutationen des Erregers selbst nach einer heute gängigen Impfung noch die Krankheit auslösen.

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