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Weltweit 14 Prozent weniger Flüchtlinge

Die Zahl der Flüchtlinge ist weltweit um 14 Prozent auf 10,3 Millionen Personen zurückgegangen. UNO-Kommissar Lubbers warnt vor Alleingängen in Asylpolitik.

Insbesondere die Rückführung von knapp zwei Millionen Afghanen in ihre Heimat sei eine Erfolgsstory, sagte der Sprecher des UNO-Flüchtlingshilfswerkes (UNHCR) Kris Janowski am Freitag in Genf. Zugleich begann das UNHCR am 3. Weltflüchtlingstag mit der schrittweisen Repatriierung von 150.000 angolanischen Flüchtlingen. UNO-Flüchtlingskommissar Ruud Lubbers warnte einzelne Staaten oder Staatengruppen vor Alleingängen in der Asylpolitik. Zugleich kritisierte Lubbers Übertreibungen, statistische Manipulationen und Angstmache vor Asylbewerbern.

Insbesondere die Entwicklungsländer mit ihrem hohen Anteil an Flüchtlingen müssten überzeugt werden, dass die reichen Länder die wirtschaftlichen, sozialen und politischen Bürden der großen Flüchtlingsbewegungen teilten. Wenn diese Länder das Gefühl hätten, dass die reichen Länder nur den Schwarzen Peter an sie zurückreichen wollten, würden sie nicht zusammenarbeiten.

Nach Angaben des UNHCR gab es zu Beginn dieses Jahres weltweit rund 1,7 Millionen weniger Flüchtlinge als im Vorjahreszeitraum. Neben 10,3 Millionen Flüchtlingen kümmert sich die UNO-Organisation um weitere 10,2 Millionen Asylsuchende sowie Menschen, die in ihren Heimatländern zumeist durch Krieg oder Bürgerkrieg entwurzelt wurden.

In 37 westlichen Industriestaaten wurden nach Angaben des UNHCR im vergangenen Jahr knapp 587.000 Asylanträge gestellt. Deutschland liegt dabei nach Großbritannien und den USA an dritter Stelle. Gemessen an der Einwohnerzahl sind die meisten Asylanträge jedoch in Österreich, Norwegen und Schweden eingereicht worden.

Für die Europäische Union schlägt Lubbers vor, dass alle Gruppen, die das Asylsystem missbrauchen, aussortiert werden. Asylbewerber aus Ländern, in denen es selten wirkliche Flüchtlinge gebe, sollen danach in der EU zu Empfangszentren gebracht werden. Dort sollten die Anträge schnell geprüft und Bewerber mit unberechtigen Ansprüchen sofort nach Hause geschickt werden. Berechtigte Asylbewerber würden zwischen den EU-Ländern aufgeteilt. Für den gesamten Asyl-Prozess fordert Lubbers eine zeitliche Frist.

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