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Weltwasserkongress - Ein Kubikmeter Wasser für ein Kilo Brot

Wenn man vom virtuellen Wasser spricht, meint man jenes kühle Nass, dass für die Produktion von Lebensmitteln und Produkten benötigt wird.

So braucht man z. B. für ein Kilo Brot etwa einen Kubikmeter Wasser, erklärte Alexander Zehnder vom Alberta Water Research Institute in Kanada am Dienstag beim Weltwasserkongress in Wien. Die Sicherstellung von Nahrungsmitteln und virtueller Handel seien wichtige Elemente eines guten regionalen Wassermanagements, so der Experte.

Zu den großen Zielen am Wassersektor würden u. a. eine gute Qualität und Infrastruktur für eine wachsende Bevölkerungsanzahl, Schutz vor Katastrophen wie z. B. Hurrikans, eine gerechte Wasserverteilung und genügend Lebensmittel für alle gehören, so Zehnder bei seinem Vortrag über Ziele und Trends.

In den USA betrug der jährliche Wasserbedarf für Haushalte, Dienstleistungen (z. B. in Restaurants und Krankenhäusern) sowie Industrie von 1990 bis 2000 durchschnittlich pro Kopf rund 366 Kubikmeter, in Europa waren es etwa 232 Kubikmeter und in Afrika 25 Kubikmeter. Die “großen” Nahrungsmittelproduzenten seien USA, Australien, Argentinien, Frankreich und Kanada, sagte Zehnder. Für die Produktion von einem Kilo Hirse würden z. B. rund 250 Liter benötigt und für einen Kilo Kartoffeln 636 Liter.

Während im Jahr 2000 in Teilen Nordafrikas ein Mangel an Wasser für die Produktion von Lebensmitteln bestand, könnte es 2025 auch im Osten und Westen Afrikas sowie im Süden Asiens und im Westen Südamerikas der Fall sein. Die Wirtschaftskraft der Entwicklungsländer müsse gekräftigt werden, um einen virtuellen Wasserimport zu ermöglichen, so Zehnder. Die “Ernte” von Regenwasser könnte in einigen Regionen eine gute Möglichkeit bieten, um “neue” Wasserressourcen zu erschließen.

Wiens Bürgermeister Michael Häupl (S) meinte am Dienstag bei der Veranstaltung, die Wasserversorgung stelle einen essenziellen Teil der kommunalen Daseinsfürsorge dar. Er betonte die “weise Entscheidung vor hundert Jahren”, der Wiener Bevölkerung nicht das nahe liegende Donauwasser sondern Wasser aus dem Schneeberg-Rax-Gebiet bzw. dem Hochschwab-Massiv “ins Haus zu liefern”.

Der “World Water Congress” der International Water Association (IWA) findet noch bis kommenden Donnerstag im Wiener Austria Center statt. Rund 3.000 Delegierte aus der ganzen Welt nehmen an den 110 Veranstaltungen, über 30 Workshops sowie einer Ausstellung von 200 Organisationen aus 25 Ländern teil.

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