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Weltverhütungstag - Jugendliche nicht gut genug

Lip-Gloss oder Schnuller, Discokugel oder Babyrassel - Jugendliche, die bei ersten sexuellen Erfahrungen nicht oder falsch verhüten, werden oftvor die unangenehme Entscheidung zwischen Abtreibung oder Elternschaft gestellt. Die Umfragen:  

Etwa dreizehn Millionen Teenager werden in diesem Jahr schwanger sein bzw. werden, betonten Experten und Hilfsorganisationen bei einer Pressekonferenz in Berlin anlässlich des ersten internationalen Weltverhütungstags am Donnerstag. Trotz guter Verfügbarkeit von Kondom oder Pille sei die Zahl an ungeplanten Schwangerschaften auch in Industrieländern sehr hoch.

Der Grund dafür: „Es gibt immer noch viele Jugendliche, die schlichtweg nicht ausreichend informiert sind“, beschrieb Claudia Linemayr-Wagner, Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Familienplanung (ÖGF), die Situation in Österreich. 2.874 Babys wurden von 15-bis 20-jährige Mädchen laut Statistik Austria im vergangen Jahr in Österreich zur Welt gebracht. 18 Mütter waren jünger als 15 Jahre. Abtreibungen, die nicht zahlenmäßig erfasst werden, seien dabei ein großes Thema, so die Ärztin. Viele betroffene Teenager würden sich dafür entscheiden.

80 Millionen ungeplante Schwangerschaften gibt es jährlich weltweit. 20 Millionen der Frauen treiben ab, 68.000 sterben dabei. 16- bis 18-jährige schwangere Jugendliche gebe es mittlerweile häufig, aber auch 13- bis 16-Jährige kommen ab und zu in die Ordination, berichtete Linemay-Wagner. „Die jüngste Patientin, die ich je hatte, war gerade mal elf Jahre alt.“

Problematisch an so frühen Schwangerschaft sei die enorme seelische, aber auch die körperliche Belastung durch schwierige Geburten und eine höhere Wahrscheinlichkeit für Stoffwechselerkrankungen. Einfluss hat die Entscheidung für ein Kind aber vor allem auf die Ausbildung, die Zukunft und die finanzielle Situation der jungen Mütter.

Bei Teenagerschwangerschaften liegt Österreich im internationalen Vergleich mit einer Geburtenrate von 15,6 im unteren Bereich. In den USA liegt die Quote bei 54,4 je 1.000 Mädchen zwischen 15 und 19 Jahren, in England bei 28,4 Geburten. Ein Fünftel der 15- bis 24-Jährigen verwendet laut einer europäischen Studie keine Verhütungsmittel, viele verlassen sich auf den unsicheren „Coitus Interruptus“. Der Informationsbedarf werde durch die verpflichtende Sexualerziehung an den Schulen nicht gedeckt, auch die Eltern seien gefragt, betonte Linemayr-Wagner. Wegen der großen Hemmschwellen von Müttern, Vätern und Lehrern sei aber auch ein aufklärender Besuch beim Gynäkologen empfehlenswert.

Handlungsbedarf gibt es vor allem bei den Burschen, die ihr Wissen immer noch zu einem großen Teil aus pornografischen Filmen beziehen, so die Ärztin. Mädchen würden grundsätzlich mehr miteinander über Sexualität sprechen und durch ihre Mütter auch eher aufgeklärt als männliche Jugendliche durch die Väter.

Die anlässlich des Weltverhütungstags gestartete Homepage http://www.your-life.com soll Jugendliche über Verhütung informieren. Auch Events und eine Kampagne, deren Sujets Jugendliche vor die Wahl zwischen Stöckelschuhen und Babysöckchen, Rassel oder Discobesuch stellt, soll helfen. Gestartet wurde die Initiative in über 50 Ländern gemeinsam von Bayer Schering Pharma und NGOs wie der ÖGF, der European Society of Contraception (ESC) und der Organisation Marie Stopes International (MSI).


Griechenland “Sex-Weltmeister” – vor Österreich
Der alljährliche Durex Sexual Wellbeing Global Survey ist da. Und Österreich wurde lediglich vom neuen “Sex-Weltmeister” Griechenland geschlagen. Die Hellenen bestechen mit durchschnittlich sechs unterschiedlichen Sexualpraktiken pro Geschlechtsverkehr, die Österreicher schaffen hingegen “nur” 5,6. Am unbefriedigtsten scheinen hingegen die Japaner.

Was die Sexualpraktiken, also den Erfindungsreichtum im Bett betrifft, wiesen die Österreicher Brasilien (5,5) auf Platz drei, knapp vor der Schweiz und Südafrika (beide 5,4), während Japan (2,6) und Nigeria (1,8) die Schlusslichter punkto sexueller Kreativität sind. Dennoch beklagen sich die Westafrikaner nicht: 68 Prozent gaben an, genügend Abwechslung beim Sex zu haben. Auch hier liegen die Japaner mit nur neun Prozent abgeschlagen an letzter Stelle. Mit 50 Prozent finden sich die Österreicher gemeinsam mit Deutschland und Kanada im Mittelfeld wieder.

In der Kategorie “Vorspiel” hatten im Durex-Report die Schweizer die Nase vorn. Durchschnittlich 23,3 Minuten lassen sich die Eidgenossen Zeit, anschließend “tun” sie es 18,9 Minuten lang. Mit 20,2 Minuten beim Vorspiel und 16,9 Minuten beim Geschlechtsakt bleiben die Österreicher knapp zurück. Weltweit überaus beliebt ist die Selbstbefriedigung. Gleich 95 Prozent der Österreicher gaben an, gelegentlich zu masturbieren. Nur die Schweizer legen noch lieber Hand an sich selbst (96 Prozent).

Als sehr gesprächig, wenn es ums Thema Sex geht, erweisen sich die Mexikaner. 80 Prozent können dort dem jeweiligen Partner ihre sexuellen Wünsche mitteilen. Auch in Österreich nehmen sich 59 Prozent kein Blatt vor den Mund nehmen. Auch hier sind die Japaner klares Schlusslicht mit 21 Prozent.

Kondome sind nicht nur weltweit das Verhütungsmittel Nummer eins. Auch in Österreich schwört man auf den “Gummi”. In Österreich ist die Pille mit 24 Prozent das am meisten verwendete Verhütungsmittel, gefolgt vom Kondom mit 20 Prozent.

Durex wollte auch wissen, was sich denn so auf den Nachtkästchen der Welt an “Motivatoren” findet. Sieger ist eindeutig das Kondom (59 Prozent), auf den Plätzen landeten Pornografie (47 Prozent), Massageöl (35 Prozent), Gleitgele (33 Prozent), Vibratoren (21 Prozent).

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