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Weiterhin Chaos in Italien wegen Protest

Chaotische Zustände herrschen auf den italienischen Flughäfen wegen des Streiks der Alitalia-Flugbegleiter, die um den Verlust von rund 400 Arbeitsplätzen bangen.

Mehrere Flüge mussten gestrichen werden, nachdem sich Dutzende von Flugbegleitern krank gemeldet haben. Sie protestierten somit gegen den Alitalia-Beschluss, ab dieser Woche die Zahl von Flugbegleitern auf jedem inländischen und europäischen Flug unter zwei Stunden von vier auf drei zu reduzieren.

Seit Samstag führen die Flugbegleiter ihre Protestaktion gegen Alitalia durch, die im Rahmen eines strengen Rationalisierungsplans die Personalkosten senken will. Über 100 Alitalia-Flüge wurden am Wochenende gestrichen, was heftigen Protest unter den Reisenden auslöste.

Die Lage könnte sich am Dienstag weiter verschlechtern, da ein vierstündiger Streik des gesamten Alitalia-Personals geplant ist. Die Regierung in Rom hat das Management von Alitalia und die Gewerkschaften -wie berichtet – für Mittwoch zu einem Treffen einberufen, um eine Lösung in dem Konflikt zu finden, der rund um die noch staatliche Airline entflammt ist.

Die Gewerkschaften kritisieren den Sanierungsplan, mit dem Alitalia-Geschäftsführer Francesco Mengozzi die Krisenphase zu bewältigen hofft. „Wir können keine weiteren Stellenkürzungen akzeptieren“, betonten die Arbeitnehmerorganisationen. Im vergangenen Jahr war das Alitalia-Personal um 412 Beschäftigte auf 22.536 Personen verirngert worden.

Gegen die schwere Krise sieht der Geschäftsführer die Privatisierung und Fusionen als einzige Rettung. „Wir müssen unsere Effizienz steigern, indem wir bei gleichen Kosten mehr arbeiten. Zugleich müssen wir unsere Struktur flexibilisieren und uns mit anderen Fluggesellschaften integrieren“, sagte Mengozzi.

Allein in den ersten drei Monaten 2003 hatte Alitalia einen gegenüber dem Vorjahresquartal um 95 Mio. Euro auf 198 Mio. Euro erhöhten Verlust vor Steuern und Sonderbuchungen erlitten, wobei der Umsatz um 4,7 Prozent auf 1,02 Mrd. Euro weiter schrumpfte. Die Regierung sucht nach neuen Finanzierungsmöglichkeiten, um der Airline unter die Arme zu greifen. Die Führung in Rom könnte bald das Thema Staatshilfen auf die Agenda der Europäischen Union setzen.

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