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Weiterer Verdachtsfall in Testaments-Affäre

Feldkirch, Dornbirn – Ein Geschädigter meldete sich bei der eingerichteten Hotline. Das Bundeskriminalamt untersucht indes Verlassenschaftsakten.

Im Fall der Testamentsfälschungen am Bezirksgericht Dornbirn gibt es einen weiteren konkreten Verdachtsfall. Das gab der Sprecher der Staatsanwaltschaft Feldkirch, Heinz Rusch, gestern auf VN-Anfrage bekannt. Der Geschädigte habe sich bei der am Landeskriminalamt eingerichteten Hotline gemeldet. Die Anklagebehörde war bislang von etwa 20 Verdachtsfällen ausgegangen. Laut Rusch hatten sich in den vergangenen Wochen etliche Personen bei der Hotline gemeldet. „Einige Fälle waren bereits bekannt, bei anderen wiederum ergaben sich keine Verdachtsmomente“, so der Sprecher.

Erneute Einvernahmen

Unterdessen ermittelt der zuständige Staatsanwalt Manfred Bolter weiter auf Hochtouren. Derzeit stünden ergänzende Einvernahmen der Beschuldigten und Befragungen von Zeugen auf dem Plan, so Rusch gegenüber den VN. Zudem lässt die Staatsanwaltschaft verdächtige Verlassenschaftsakten kriminaltechnisch untersuchen. Wann die Ergebnisse des Bundeskriminalamts vorliegen, sei noch unklar, so Rusch. Nach wie vor wird gegen vier Tatverdächtige ermittelt: Zwei Rechtspfleger und ein aus Dornbirn stammender Immobilienkaufmann, der in Salzburg tätig war, sitzen nach wie vor in Untersuchungshaft. Der inzwischen gekündigte Leiter der Geschäftsabteilung für Außerstreitsachen wurde Anfang Dezember auf freien Fuß gesetzt. Die Beschuldigten stehen im Verdacht, über Jahre hinweg Testamente und Verträge gefälscht zu haben. Der Schaden könnte in die Millionen gehen, hieß es vonseiten der Staatsanwaltschaft. Wie berichtet konnte bei einem der Beschuldigten mittlerweile eine Million Euro sichergestellt werden. Weiters dürften rechtmäßige Erben um mehrere Liegenschaften geprellt worden sein, diese wurden bereits mit einem Belastungs- und Veräußerungsverbot belegt. Auch zwei inzwischen verstorbene Anwälte könnten in die Betrügereien involviert gewesen sein, wie es hieß.

Sonderrevision noch im Gange

Parallel zu den Erhebungen der Staatsanwaltschaft wird die Sonderrevision des Oberlandesgerichts Innsbruck fortgeführt. 20.000 Verlassenschaftsakten des Bezirksgerichts werden dabei durchforstet. Laut Gerichtssprecher Reinhard Flatz werden „mehr als hundert“ Akten aufgrund gewisser Verdachtsmomente genauer überprüft.

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