"Weil uns Musik zusammenführt"

Schwarzach - Mit Rolf Aberer erhält ein großer Förderer der Musikszene den Dr.-Toni-Russ-Preis. Porträt Rolf Aberer  | Laudatio von Reinhold Bilgeri

Sei es eine Musicalproduktion, die zum Schulschluss zahlreiche Kinder, deren Eltern und die Lehrer zusammenschweißt, seien es Kinderlieder, sei es Mundartrock oder -pop oder die neue CD-Produktion einer Vorarlberger Band – fast immer findet man unter der Auflistung der Musiker, Arrangeure oder Berater den Namen Rolf Aberer.

1949 in Hohenems geboren, ist der Musiker, Komponist und Pädagoge zu einem entscheidenden Förderer der Vorarlberger Popularmusik- und Jazz-Szene geworden. Vertreter der Szene leisten ebenso ihren unverzichtbaren Beitrag zur kulturellen Identität Vorarlbergs und der Region wie die Musiker, die im klassischen Bereich oder in der Volksmusik tätig sind.

Institution aufgebaut

Im Jahr 1976 ist es Aberer mit der Gründung des Jazzseminars Dornbirn gelungen, der Ausbildung auf diesem Gebiet eine solide Basis zu geben. Einst als Zweimann-Betrieb mit Benny Gleeson geleitet, ist das Seminar inzwischen zu einer Institution mit rund 30 Lehrern und Lehrerinnen angewachsen, an der sich über 300 Schüler im Alter von fünf bis 65 Jahren aus- und weiterbilden.

Für sein berufliches und enormes außerberufliches Engagement haben die „VN“- Herausgeberfamilie sowie die „VN“-Redakteure und bisherige Russ-Preisträger beschlossen, Prof. Rolf Aberer den Dr.-Toni-Russ-Preis und -Ring zu verleihen. Der Festakt findet am 3. September im Bregenzer Festspielhaus statt.

Einander zuhören

Ein Bild mit dem Ortsschild der Gemeinde Hörersdorf in Niederösterreich klebt auf der Eingangstür zu seinem Unterrichtsraum im Jazzseminar in Dornbirn. Aberer schmunzelt. Künstler, die mit ihm arbeiten, erachten das Türschild für äußerst bezeichnend. Im Gespräch mit dem Musiker, der meist im Hintergrund einer Band steht, dort aber die für das funktionierende Zusammenspiel so wichtige Funktion des Bassisten einnimmt, erfährt man rasch, warum.

Als Pädagoge stellt er die Gehörbildung, die Schulung des Gehörs sowie den Aspekt des Zusammenspiels in den Mittelpunkt. Beides hat auch sehr positive Auswirkungen auf das soziale Verhalten von Kindern und Jugendlichen. Aberer: „Wenn junge Leute ihr Gehör schulen, hören sie auch besser aufeinander. Und finden zueinander.“

ZUR PERSON

Beruf: Musiker, Pädagoge, Gründer u. Leiter des Jazzseminars Dornbirn, Professor am Landeskonservatorium
Geboren: 1949 in Hohenems
Ausbildung: Studium in Innsbruck und an der SwissJazz-School in Bern
Werke: zahlreiche Kinderlieder, Bühnenwerke, Arrangements, Chorwerke, Hörspielmusik etc.

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