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„Weil eine echte Mutter, die ist sicher nicht so gemein . . .“

Kinder & Medien in der Reihe „Wertvolle Kinder“: Was „wirklich“ oder Fiktion ist, können Kinder lange nur schwer unterscheiden.

„Medien sind heute ein selbstverständlicher Teil der Lebenswelt von Kindern“, stellte Friederike Tilemann zu Beginn ihres Vortrags in der Reihe „Wertvolle Kinder“ fest. Vor vollem Haus im Vorarlberger Kinderdorf Kronhalde gab die an der PH Zürich lehrende Medienpädagogin Anregungen, wie man Kinder dabei begleiten kann, mit Medien sinnvoll, kritisch und gestalterisch umzugehen.

Äpfel schälen schwieriger als App finden

Wenn es um Medienkompetenz gehe, dann komme dem Beherrschen der Technik nur eine recht geringe Bedeutung zu. Weit wichtiger sei es für Kinder, Medien durchschauen zu lernen. Immer wieder höre sie: „Mein Kind ist vier und findet schon dieses und jenes App auf dem Handy.“ Eltern würden ihren Nachwuchs dann für „super talentiert“ oder „hoffnungslos an die Medienwelt verloren“ halten. „Dabei ist es für Kinder in diesem Alter weit schwieriger, einen Apfel zu schälen“, so die Erziehungswissenschaftlerin.

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Im Fernseher leben kleine Figuren

Schwierig sei für Kinder vor allem auch zu erkennen, was echt ist und was nicht. „Die meisten Dreijährigen sind der Meinung, dass kleine Figuren im Fernsehgerät leben. Manche Kinder halten sich die Hände vor die Augen, wenn das Sandmännchen seinen Traumsand streut“, so die Medienpädagogin der ersten Stunde. Für Kinder sei es alles andere als leicht, zwischen Fiktionalität und Realität zu unterscheiden.

Zwischen Realität und Fiktionalität

Gibt es Schneewittchen wirklich, weil die Figur im Märchen von einem „echten Menschen“ gespielt wird? Oder ganz sicher nicht, „weil eine Mutter, die ist sicher nicht so gemein . . . “, wie ein Mädchen in einer gezeigten Filmsequenz meinte. Anhand von guten Beispielen wie z. B. der Entstehungsgeschichte von Pippi Langstrumpf und vielen Gesprächen kann verdeutlicht werden, wie Filme Wirklichkeit konstruieren. Die sichere Unterscheidung, was denn nun tatsächlich „echt“ ist, gelinge Kindern erst im Alter von etwa zehn Jahren.

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Mit Medien kreativ sein

Eine Geschichte inhaltlich voll zu erfassen, den roten Faden des Geschehens zu finden – auch dies würden Kinder erst mit etwa zehn bis zwölf Jahren schaffen. „Medienwissen muss erlernt werden“, so Friederike Tilemann. Statt Medien ausschließlich rezeptiv zu nutzen, appelierte Frau Tilemann dafür, Kindern Mut zu machen, selber produktiv sein, zu filmen, Töne aufzunehmen, Fotos zu schießen, Storyboards und Daumenkinos zu gestalten, und dabei nicht nur etwas über Schnitt und Kameraperspektive, Einstellungsgröße oder Zeitsprünge, sondern auch darüber zu erfahren, wie mit Film, Foto & Computer getrickst werden kann.

Tipps zur Medienerziehung

Darüber hinaus gab Prof. Friederike Tilemann dem interessierten Publikum einige handfeste Tipps: Regeln zur Mediennutzung in der Familie gemeinsam festlegen zum Beispiel, wobei die Pädagogin von strikten Zeitlimits, was die Zeit vor Computer & Co anbelangt, nur wenig hält. Umso mehr jedoch davon, dass Fernsehen und Internet nichts im Kinderzimmer verloren haben, dass Eltern und Pädagogen Vorbild – auch im Umgang mit den eigenen Schwächen in punkto Medienkonsum – sein sollten, dass qualitätsvolle Medienangebote gemacht und Altersfreigaben unbedingt beachtet werden sollten.

Den Blick schärfen

Wenn dann noch mit den Kleinen gemeinsam kreative Medienproduktionen hergestellt werden, ist der Weg frei für das Erlernen von Medienkompetenz und die Auseinandersetzung damit, wie Medien unseren Blick auf die Welt beeinflussen.

Die Vortragsreihe „Wertvolle Kinder“ des Vorarlberger Kinderdorfs wird in Kooperation mit dem ORF Vorarlberg und Russmedia durchgeführt und vorwiegend vom Land Vorarlberg/ Fachbereich Kinder- und Jugend finanziert. Infos, Termine und Vorträge zum Nachhören und -lesen: www.vorarlberger-kinderdorf.at

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