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Weihnachtsgeschäft: Starkes Finish in Vorarlberg

Schwarzach - Nach einem etwas zäh verlaufenen Vorweihnachtsgeschäft verbuchte der Vorarlberger Einzelhandel einen überraschend starken Kaufandrang nach den Feiertagen. Die größten Einkaufszentren des Landes registrierten rund drei Prozent Plus.

In den Innenstädten konnte das Vorjahresniveau gehalten werden. Als absolute Renner erwiesen sich Gutscheine.

Für den Sportartikel- und den Bekleidungshandel war das Wetter perfekt. „Viele Leute entschieden sich aufgrund der winterlichen Witterung kurz vor Weihnachten und nach den Feiertagen doch noch zum Kauf von Wintersportgeräten oder Bekleidung,“ berichtete Fritz Schenk, Sprecher der Dornbirner Händlerorganisation. Ähnliche Erfahrungen machten auch Schenks Kollegen Rainer Troy in Bregenz, Alexander Plakolm in Bludenz und Hannes Jochum in Feldkirch. In allen drei Städten konnten die Vorjahresergebnisse gehalten werden. Einzelne Sportartikelhändler verzeichneten ein sattes Absatzplus von bis zu 9 Prozent.

Neben Sportartikeln und Bekleidung inklusive Schuhe waren vor allem Bücher und Schmuck gefragt. „Die Geschäfte in der Feldkircher Innenstadt haben vom Weihnachtsmarkt profitiert, viele Leute aus dem nahen Liechtenstein, aber auch aus der Schweiz kommen traditionell zum Weihnachtsmarkt nach Feldkirch,“ betonte Jochum gegenüber der APA. Kunden aus Liechtenstein und der Schweiz ließen die Kassen der Geschäfte in der Feldkircher Innenstadt kräftig klingeln.

Auch in den Einkaufszentren am Rande der Städte Feldkirch, Hohenems und Dornbirn trugen Kunden aus Liechtenstein und der Schweiz zur Umsatzsteigerung bei. Jeweils rund drei Prozent Plus brachte das Weihnachtsgeschäft den Einkaufszentren „Messepark“ in Dornbirn, Interspar in Feldkirch und „Zimbapark“ in Bludenz. Nach Weihnachten registrierte „Messepark“-Geschäftsführer Burkhard Dünser „einen mindestens ebenso großen Andrang wie vor den Feiertagen“. Ausschlaggebend dürften die Gutscheine gewesen sein, die nach den Feiertagen eingelöst wurden. „Gutscheine sind der Renner,“ resümiert Dünser. Im zu Ende gehenden Jahr wurden im „Messepark“ Gutscheine im Wert von 2,5 Mio. Euro verkauft, das entspricht einer Zunahme von 15 Prozent. Auch die Händlerorganisationen der Innenstädte registrieren einen zunehmenden Trend zu Gutscheinen. Im Gegenzug wird übereinstimmend von einem starken Rückgang beim Umtausch berichtet. Das diesjährige Weihnachtsgeschäft wird das Ergebnis des Vorjahres aber nur schwer überbieten können. Die Innenstädte verzeichneten zwar am letzten Einkaufssamstag gute Frequenzen, ein Umsatzplus für das gesamte Weihnachtsgeschäft gegenüber dem von 2006 traute sich jedoch keiner der Verantwortlichen zu prophezeien. Zugelegen konnten hingegen die Einkaufszentren.

Ganz klar auf der Gewinnerseite lagen im diesjährigen Weihnachtsgeschäft in Vorarlberg die Sportartikelhändler. Ein großer Markt in Dornbirn sprach von einem vorläufigen Plus von 9 Prozent. Allerdings waren die Sporthändler letztes Jahr durch fast frühsommerliche Temperaturen die großen Verlierer gewesen. Die frühen Möglichkeiten zum Wintersport in diesem Jahr ließ das Stimmungsbarometer bei den Konsumenten auf „Hoch“ steigen.

Der Verkauf von Bekleidung habe zwar in der letzten Adventwoche noch spürbar angezogen, berichteten einzelne Modehändler, die Branche werde aber insgesamt das Weihnachtsgeschäft mit einem deutlichen Minus abschließen. Neben dem Sportartikelhandel profitierten besonders der Buch-, der Uhren- und Schmuckhandel sowie Parfümerien. Quer durch alle Branchen waren Gutscheine gefragt wie noch nie.

Die Innenstadtgeschäfte hätten „sich mehr erwartet“, zeigte Fritz Schenk als Vorstandsmitglied der Dornbirner Händlerorganisation insgesamt eher enttäuscht. Trotz „lebhaftem Andrangs“ werde auch in Bludenz bestenfalls das Vorjahresniveau erreicht werden, erklärte Schenks Kollege Alexander Plakolm. Noch verhaltener der Bregenzer WIGEM-Obmann Rainer Troy: „Viele nützen die letzte Chance, die ist erst am 24. …“ Auch in Feldkirch war die Stimmung bei zahlreichen Geschäftsleuten eher gedrückt, was eine vorläufige Bilanz des heurigen Weihnachtsgeschäfts angeht. Eine positive Ausnahme die Schreibwarenhändlerin Eva-Maria Begle: „Wir leben von den Impulskäufen, wegen einem Tixo geht keiner mehr gezielt in die Stadt. Wir müssen uns noch extremer der neuen Zeit anpassen: Die besondere Kundenzuwendung macht den Unterschied zu den Scannerkassen in den EKZs aus!“

Diese standen am letzten Einkaufssamstag unter Dauerbelastung: „Ein starkes Finale“, jubelte Zimbapark-Chef Walter Simma in Bürs, und auch Messepark-Geschäftsführer Burkhard Dünser in Dornbirn gab sich „sehr, sehr zufrieden“: Das Weihnachtsgeschäft 2007 werde für das größte Einkaufszentrum Vorarlbergs „ein sehr schönes Plus“ bringen.

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