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Weihnachtsbräuche

Die Krippe aus Italien, der Baum aus dem Elsass, der Nikolaus aus der Türkei und der Weihnachtsmann möglicherweise vom Nordpol.

Alle Jahre wieder gibt’s Multi-kulti in den Stuben.

Egal woher die ganzen Bräuche stammen, an Weihnachten darf es ruhig etwas prunkvoller und kitschiger sein. Aber, wieso gibt es einen Weihnachtsbaum? Warum schmückt man ihn? Und woher kommt überhaupt der Weihnachtsmann? Was hat es mit den Mistelzweigen auf sich und wieso gibt es einen Christstollen? Hand aufs Herz. Hätten Sie auf all diese Fragen die richtigen Antworten?

Äpfel
und Süßigkeiten

Der Weihnachtsbaum: Schon 1597 ist im Elsass der Brauch nachgewiesen, einen Baum im Wohnzimmer aufzustellen und mit Äpfeln und Süßigkeiten zu behängen. Erst 1730 begann man damit, Kerzen aufzustecken. Die katholische Kirche soll die Lichterbäume zunächst entschieden abgelehnt haben, da sie ihn als Konkurrenz zu den traditionellen Krippen sah. Im vergangenen Jahrhundert feierte das wohl am weitesten verbreitete Symbol für das Christfest – der geschmückte Baum – seinen Siegeszug über ganz Europa und Nordamerika.

Die Krippe: Der Krippenbrauch hat seinen Ursprung in der Bibel. Der Evangelist Lukas erzählt in seiner Weihnachtsgeschichte, wie Maria ihr neugeborenes Kind in eine Futterkrippe legt. Von einem Stall aber ist in der Bibel an keiner Stelle die Rede. Erst die volkstümliche Überlieferung verlegte Jesu Geburt zwischen Kühe und Esel. In Bethlehem habe Hieronymus, einer der Kirchenväter, im Jahre 373 die Geburtsszene erstmals nachstellen lassen. Die heute üblichen Krippendarstellungen mit szenisch angeordneten Figuren und künstlich aufgebauter Landschaft haben ihren Ursprung in geistlichen Schauspielen, die schon im zehnten und elften Jahrhundert im englischen, französischen und deutschen Sprachraum aufgeführt wurden.

Sie alle gehen jedoch auf die Krippenfeier des Franz von Assisi an Heiligabend 1223 zurück. Er hatte damals im Wald von Greccio (Italien) mit Hirten und Tieren das Weihnachtsfest gefeiert.

Der Weihnachtsmann: Eine dem Nikolaus ähnlich sehende Gestalt, die gemeinsam mit dem Christkind Geschenke verteilt, tauchte wohl erstmals im 17. Jahrhundert auf. Spötter behaupten, der Weihnachtsmann sei letztlich nicht mehr als ein „kulturgeschichtliches Abfallprodukt“ des Nikolauses. Die Unterscheidung in zwei Gestalten gibt es übrigens nur im deutschsprachigen Raum. In Großbritannien und den USA beispielsweise kommt Santa Claus ohne Helfer aus.

Mönche
haben ihn erfunden

Der Christstollen: Das berühmteste Weihnachtsbackwerk wurde 1329 erstmals in einer Chronik erwähnt. Damals wurden Naumburger Bäcker verpflichtet, dem Bischof und seinem Gefolge jährlich unaufgefordert Weizenstollen zukommen zu lassen. Der Lebkuchen stammt aus Nürnberg. Mönche sollen ihn erfunden haben. Für hohe geistliche Herren wurde der Lebkuchen „besteckt“ (verziert).

Alter
Volksbrauch

Die Mistelzweige: Das weihnachtliche Grün mit den weißen Beeren der Mistelzweige oder roten Blüten der Weihnachtskakteen zu ergänzen, geht auf einen alten Volksbrauch zurück. Zu Ehren der Heiligen Barbara oder der Heiligen Lucia war es üblich, am vierten oder dreizehnten Dezember Obstbaumzweige zu schneiden und an einem warmen Ort bis zum Weihnachtsfest zum Blühen zu bringen. Sie dienten auch als Orakelzweige. Je nachdem, ob der Zweig blühte, frische Knospen trug oder eintrocknete, versuchte man auf Gesundheit, Erfolg, oder Misserfolg im kommenden Jahr zu schließen.

Holzschnitzkunst vom Feinsten. Diese handgefertigte Krippe kommt aus Partenen.

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