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WC-Abfluss ist kein Mülleimer

Wenn in einer Wohnanlage oder einem Einfamilienhaus Abflussleitungen verstopft sind, zeigen sich die Bewohner meist verwundert: Niemand hat doch sperrigen Abfall in der Toilette entsorgt.

„Große Abfallbrocken landen tatsächlich selten im WC, allerdings gibt es anderes Material, das auf Dauer die Abflussrohre tatsächlich völlig verstopfen kann.“ Das berichtet Immobilienfachmann Jeannot Fink aus Bregenz. „Es kann einige Jahre dauern, dann kommt im Extremfall plötzlich das Abwasser durch das WC zurück. Und wenn man besonderes Pech hat, passiert das, während die Bewohner auf Urlaub sind.“

Besonders gefährlich für die Flachstücke und Bogen, aus denen Abflussrohre zusammengesetzt sind, sind Lebensmittel oder Speisereste. Jeannot Fink: „Fett löst sich in Kaltwasser nicht auf. Wird Speisefett im Abwasch oder durch das WC entsorgt, können immer wieder Reste am Rohr haften bleiben. Diese Schicht wird ständig dicker, der Durchfluss also geringer.“

An dieser Fettschicht bleiben dann auch immer wieder andere Abfälle hängen, wie Küchenrollen oder Feuchttücher. Die lösen sich im Gegensatz zu Toilettenpapier nämlich nicht auf. Auch Binden und andere Hygieneartikel tragen zur Verengung der Rohre bei. „Oft ist die neue Wohnung super fein eingerichtet und gepflegt, das WC allerdings wird als Mülleimer missbraucht.“ Jeannot Fink trifft immer wieder auf Bewohner, die sich wundern, was alles nicht in die Toilette gespült werden darf. Da heißt es dann, dass sie davon noch nie etwas gehört hätten.

„Besonders gefährlich ist Katzenstreu. Das wirkt so locker, das Material geht aber im Spülwasser auf und wird schließlich hart wie Beton.“ Solche Pfropfen können den Durchfluss völlig versiegen lassen, weiß Jeannot Fink. Nichts im WC verloren haben auch Reste von Farben und Lacken, alte Medikamente usw. Speiseöl und Fett gehören auch nicht in der Küchenspüle entsorgt. Auch diese Röhren können verkleben und zuwachsen.

Verstopfte Abwasserleitungen bereiten Probleme, die Ortung der Verstopfung und das Freispülen sind aufwändig und kosten Geld. Das erhöht die Betriebskosten. Jeannot Fink: „Passiert das in einer Wohnanlage, wird kaum jemand freiwillig zugeben, dass er oder sie Verursacher gewesen ist. Also hat die gesamte Hausgemeinschaft die Kosten zu übernehmen.“

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