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Was Strache anrichtet

APA/MANFRED FESL
APA/MANFRED FESL ©APA/MANFRED FESL
Der Vizekanzler geht gegen Kritiker vor. Das zeugt nicht gerade von einer demokratischen, sondern viel eher von einer autoritären Gesinnung. Ein Gastkommentar von Johannes Huber.

Jemanden in aller Öffentlichkeit als Lügner darstellen und folgendes tun, muss einem erst einmal einfallen: Sagen, dass es sich um „Satire“ handle; und dann auch noch erklären, dass man es selbstverständlich bedauere, wenn es die Zielperson getroffen habe. Das ist von vorne bis hinten so schäbig, dass man froh sein muss, dass es nur ganz wenige Leute gibt, die genau so agieren. Wären es mehrere, würde unsere Gesellschaft wohl oder übel kollabieren.

Schlimm genug, dass der Vizekanzler der Republik Österreich zu den Wenigen gehört: Von ihm, Heinz-Christian Strache, weiß man das zwar schon länger. Als Oppositionsvertreter hat er damit aber nur begrenzten Schaden anrichten können. Jetzt trägt er Verantwortung für achteinhalb Millionen Menschen in diesem Land. Und da wird das, was er macht, zum Problem aller.

Doch zurück zum Anlass: Strache hat ZIB2-Moderator Armin Wolf beschädigt. Ja, beschädigt: Indem er ihn so persönlich angegriffen und damit auch zu einer Klage provoziert hat, hat er dafür gesorgt, dass der – aus seiner Sicht wohl – lästigste ORF-Redakteur kaum noch ein ordentliches Interview mit ihm führen kann. Zumindest bei vielen Zusehern wird in nächster Zeit immer auch eine gewisse Skepsis mitschwingen. Motto: „Gut, jetzt fragt er aber auch nur so hart, weil er sich rächen muss.“ Oder: „Eh klar, dass er zahm geworden ist, nachdem er von Strache diesen einen Denkzettel bekommen hat.“ Womit der Vizekanzler sein Ziel erreicht hat.

Alles andere ist einfach nur durchschaubar: Zu behaupten, der Vorwurf der Lüge sei „Satire“, kann nicht einmal Zweifel an Straches Humor aufkommen lassen. Grund: Da gibt es keinen. Allen, die nicht Beifall klatschen, sondern empört sind, soll dies vielmehr bedeuten: „Was habt ihr, es war ja nicht so gemeint?!“ Und dann diese alte Jörg Haider-Masche mit der vermeintlichen Entschuldigung: Zuerst jemanden angreifen und dann sagen: „Wenn Sie sich angegriffen fühlen, dann tut mir das leid.“ Das ist keine Entschuldigung, sondern eine zusätzliche Provokation.

Zu alldem muss man noch zwei, drei Bemerkungen hinzufügen: Hier geht es nicht um die Person Armin Wolf. Sondern darum, dass sich ein Regierungsvertreter einen Journalisten herausgepickt hat, der seines Erachtens nicht angemessen ist. Und ehe man geneigt ist, ein bisschen Verständnis dafür aufzubringen, weil man Wolf vielleicht sogar wirklich unerträglich findet, sollte man auch dies bedenken: Anstelle von Wolf kann es beim nächsten Mal einen anderen Journalisten, Kritiker oder wen auch immer treffen; und zwar ganz willkürlich. Was zeigt, was Sache ist: Strache, der sich und seinesgleichen als „lupenreine Demokraten“ bezeichnet, agiert nicht demokratisch, sondern autoritär und versucht als Vizekanzler niederzubügeln, was nicht in seinem Sinne ist.

Johannes Huber betreibt den Blog dieSubstanz.at – Analysen und Hintergründe zur Politik.

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