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Was Landwirt Dietmar Wüstner aus Wolfurt alles an Müll in seinem Heu findet

Landwirt Dietmar ist besorgt, weil er immer mehr Müll im Heu findet.
Landwirt Dietmar ist besorgt, weil er immer mehr Müll im Heu findet. ©VOL.AT/Madlener, handout/Privat
Mirjam Mayer (VOL.AT) mirjam.mayer@russmedia.com
Landwirt aus Wolfurt findet erschreckenden Müll in seinem Heu. Die zunehmende Vermüllung der Wiesen bereitet ihm große Sorgen.
Dietmar aus Wolfurt findet immer mehr Müll in seinem Heu. ©VOL.AT/Madlener

Landwirt entdeckt gefährlichen Abfall

Dietmar Wüstner (50) aus Wolfurt ist nebenberuflicher Landwirt. In sozialen Medien teilte er kürzlich ein Foto aus seinem Alltag, das für Wirbel sorgte: Einen Schnappschuss eines Eimers mit Batterien, Glasscherben, Hundekotsäckchen und Kunststoffteilen. All diesen Abfall hatte er zuvor in einem einzigen in Wolfurt erzeugten Heuballen gefunden, den er an seine Tiere verfüttern wollte. Das ärgert Wüstner. Was ihn besonders aufregt: Das Ganze wäre aus seiner Sicht ganz einfach vermeidbar.

Dieses Bild teilte Landwirt Dietmar. All diesen Müll fand er in einem einzigen Heuballen. ©handout/Privat
Zu Besuch auf dem Hof in Wolfurt. Dietmar hält mit seiner Familie Alpakas und Kühe. ©VOL.AT/Madlener

"Eine Kuh kann sich genauso verletzen"

Immer mehr Müll werde in die Wiesen an Straßen und Spazierwegen geworfen. "Man wirft heute alles nur so hin und das Problem ist, dass es nachher im wachsenden Gras liegt", schildert der Landwirt gegenüber VOL.AT. Bei der Heuernte sehe man das nicht. Erst in der fertigen Heuballen mache sich der Abfall bemerkbar. "Wenn es eigentlich schon bei der Kuh angelangt ist, sieht man dann am Morgen, was übrig bleibt", gibt er zu verstehen. Er und seine Kollegen aus der Landwirtschaft hätten hier auch oft Angst um ihre Tiere, verdeutlicht der Wolfurter. "Eine Kuh kann sich genauso verletzen – oder ein Alpaka – wie ein Mensch, wenn sie eine Glasscherbe verschluckt" betont er.

Tiere können sich verletzen, wenn sie etwa Glasscherben verschlucken. ©VOL.AT/Madlener
Hundekot kann für Kühe besonders gefährlich werden. ©Symbolbild: APA/dpa

"Grundsätzlich wäre es ja Hausverstand"

"Es ist ja gar nicht so kompliziert", gibt er zu verstehen. "Grundsätzlich wäre es ja Hausverstand: Wenn man Müll hat, dann nimmt man ihn mit heim oder tut ihn in den nächsten Müllcontainer oder -kübel. Und dann hätten alle fein auf dieser Welt", so der Nebenerwerbslandwirt gegenüber VOL.AT. Bei Hundekot sei das Problem zudem, dass das Heu kaputt werde. Er könne Bakterien enthalten, die bei Kühen dazu führen, dass es zu Fehl- oder Frühgeburten kommt. "Das ist eigentlich die Problematik", meint Wüstner. "Natürlich: Eine Kuh schmeckt das im nassen Zustand, aber wenn das Heu getrocknet ist und auch der Kot getrocknet ist, dann sind die Bakterien immer noch da, aber die Kuh hat dann keine Möglichkeit, das zu unterscheiden." Das mache das Ganze sehr gefährlich.

Dietmars Kinder liegen die Tiere ebenfalls sehr am Herzen. ©VOL.AT/Madlener

"Du siehst nicht alles, wenn das Gras hoch ist"

Natürlich schaue man dazu und versuche, alles an Müll rauszuholen. "Aber du hast keine Möglichkeit, im gepressten Zustand jeden Halm umzudrehen. Das geht nicht", erklärt der Wolfurter. Auch beim "Heuen" steige man oft ab und nehme taschenweise Müll zusammen. "Aber du siehst nicht alles, wenn das Gras hoch ist oder wenn es liegt. Das siehst du wirklich erst dann, wenn der Rest der Kuh übrig bleibt und hoffst, dass nicht mehr im Magen ist als im Futterbarren", so der Landwirt. Er habe, Gott sei Dank, bisher noch kein Tier durch verschluckten Müll verloren. "Aber das hört man immer wieder. Es gibt laufend Fälle, wo Kühe schlussendlich geschlachtet werden mussten, weil sie Magenverletzungen hatten." Bei seinen Alpakas sehe man aufgrund der dicken Wolle erst im späten Stadium, ob Verletzungen oder eine Krankheit vorliegen. "Da gibt es viele Fälle, wo es wirklich zum Tod geführt hat", berichtet er.

Video: Landwirt Dietmar über Müll im Heu

Wüstners Appell an die Öffentlichkeit

"Ich bin kein Freund von Strafen", meint Dietmar Wüstner abschließend. Stattdessen solle jeder einzelne den Hausverstand einschalten. "Dann hätten wir viel weniger Probleme", gibt er zu verstehen. "Es will ja auch keiner, dass bei ihm daheim im Garten Müll entsorgt wird – oder? Die Wiesen, an denen sie vorbeilaufen, gehören auch jemandem und darum finde ich es einfach unverschämt, wenn man den Müll schlussendlich dort hinwirft."

(VOL.AT/Mirjam Mayer und Rebekka Madlener)

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