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Was gegen Heimweh hilft

Was der Ferienbeginn den einen, ist der Arbeitsbeginn den Kinderbetreuern.

„Roman ist nicht streng, nur witzig“, sagt Charlotte, acht Jahre, aus Bregenz. Philipp, 11 Jahre, wendet ein: „Ich war letztes Jahr auch schon hier. Und da war er in der Gruselnacht ganz schön fies.“ Von Gruselnacht hört Charlotte zum ersten Mal. Dass Roman nicht „nur witzig“ sein kann, scheint sie nicht ganz zu glauben. Aber die Kinder sind erst seit zwei Tagen in der Alten Mühle in Au-Rehmen. Die Gruselnacht findet gegen Ende des Abenteuers Ferienlager statt. Für Roman Ladstätter bedeutet Abenteuer in erster Linie Arbeit. „Arbeit, die mir sehr Spaß macht. Mit Kindern zu arbeiten, kann wirklich witzig sein.“ Auch mit 39 Kindern, wenn diese zwischen sechs und zwölf Jahre alt sind? „Auf jeden Fall“, versichert der Bregenzer. Man müsse vor allem konsequent sein. Aber am wichtigsten: ein gutes Team. „Ich bin froh, dass ich mich auf meine Kollegen verlassen kann.“ Zusammen mit drei anderen Betreuern bietet er den Kindern ein abwechslungsreiches Programm:“ Discoabend, Basteln oder Flusswanderungen stehen auf dem Programm“, erklärt der 23-Jährige.

Flexibilität gefordert

Bewegung ist dem Team wichtig. Allerdings: „Mit einem Wintereinbruch im Sommer, wie letzte Woche, haben wir nicht gerechnet. Dann muss man flexibel sein.“ Für solche Fälle stehen Gitarre im Zimmer und Tischtennistisch im Keller. Bereits zum dritten Mal ist er nun mit Kindern in der Alten Mühle.

So manches Gesicht kennt er noch aus dem Vorjahr und er weiß: “ Viele werden auch im nächsten Jahr wieder dabei sein.“ Eine der größten Sorgen ist wohl das plötzliche Heimweh, das manches Kind überkommt. “ Da gibt es verlässliche Methoden“ , weiß Ladstätter: “ Ablenkung, Heimwehbrote oder Heimwehzuckerl. Aber vor allem hilft gutes Zureden.“ Denn Elternbesuch ist streng verboten. Die Freude der Kinder entschädigt dann auch für viele Strapazen. “ Das Schöne ist die Einsicht, dass man alle Kinder begeistern und erreichen, sie auf Talente aufmerksam machen kann, die sie selber vielleicht noch nicht gekannt haben.“

ZUR PERSON

Roman Ladstätter
Beruf: Pädak-Student in Wien
Geboren: 02.10.1984
Familie: ledig
Ausbildung: Matura BG-Blumenstraße,
Studiumabschluss im Herbst.

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