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Warnwesten seit 2005 Pflicht: Doch sie werden nicht immer angezogen

Bei einer Erhebung trug nur jeder zweite das signalfarbene Kleidungsstück.
Bei einer Erhebung trug nur jeder zweite das signalfarbene Kleidungsstück. ©BilderBox (Symbolbild)
Bereits seit 2005 sind Warnwesten im Auto Pflicht. "Doch sie werden nicht immer angezogen." Dabei wären "Folgeunfälle dadurch vermeidbar". Eine Erhebung unter Pannenfahrern des ÖAMTC in Salzburg ergab, dass nur 54 Prozent der Lenker im Pannenfall auf der Autobahn eine Warnweste trugen.

Dies sagte die Verkehrspsychologin des Clubs, Marion Seidenberger, im Gespräch mit der APA. “Viele sind durch eine Panne oder einen Unfall abgelenkt, gestresst, stark gefordert oder geschockt und vergessen dann das Anziehen der Warnweste”, vermutete die Expertin. Doch: Ohne Warnweste werde man auf der Fahrbahn “nahezu unsichtbar”. So starben im Vorjahr insgesamt 14 Personen auf Autobahnen bzw. Schnellstraßen, die nach zuvor erfolgten Unfällen überfahren wurden. “Vermutlich auch, weil sie übersehen wurden”, sagte Seidenberger. “Eine Warnweste erhöht die Sichtbarkeit um rund 150 Meter, das bedeutet mehr Zeit zum Reagieren für andere Verkehrsteilnehmer.”

Bis zu 5.000 Euro Strafe

Bereits seit acht Jahren müssen in Österreich Warnwesten in mehrspurigen Kfz mitgeführt und im Fall des Falles auch getragen werden. Auf Autobahnen sind Lenker – außer auf Parkplätzen – prinzipiell dazu verpflichtet, die Weste anzulegen, sobald sie das Fahrzeug verlassen. Auf Freilandstraßen gilt dies beim Aufstellen von Pannendreiecken und an unübersichtlichen Stellen. Grundsätzlich sollte die Weste nicht im Kofferraum verstaut werden, sondern für den Lenker griffbereit sein. Seidenberger verwies darauf, dass das Fehlen von mindestens einer Warnweste 15 Euro Strafe kosten kann. “Wird am Pannenauto ohne Weste hantiert, kann das theoretisch mit bis zu 5.000 Euro bestraft werden”, warnte die Expertin. Auch könne die Versicherung Schadenersatzansprüche kürzen.

Tipp: Mehrere Westen mitführen

“Prinzipiell sollten alle sichtbar sein, die im Freiland aussteigen müssen”, riet Seidenberger. Daher sei es ratsam, mehrere Warnwesten mitzuführen. Und trotz dem signalfarbenen Kleidungsstück ist der Bereich nahe der Fahrbahn auf Autobahnen und im Freilandbereich für Fußgänger nicht ungefährlich. Denn: “Lenker rechnen dort nicht mit Fußgängern”, so die Psychologin. (APA)

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