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Mittelmeerstrände: Sind Urlauber in Gefahr?

Europas Strände könnten Terrorziele sein
Europas Strände könnten Terrorziele sein
Kurz vor Beginn der Feriensaison wächst die Sorge, dass beliebte Urlaubsregionen am Mittelmeer im Visier von Terrorgruppen sein könnten. Spanische Ermittler nahmen am Dienstag auf Mallorca einen Verdächtigen fest, der für die Jihadistengruppe "Islamischer Staat" zu Anschlägen aufgerufen haben soll. Die "Bild"-Zeitung berichtete, dass der IS womöglich Anschläge auf Touristen an Stränden plane.
Mallorca: IS-Anhänger festgenommen

Die spanischen Behörden legen dem auf Mallorca festgenommenen Verdächtigten zur Last, er habe für Anschläge in Spanien oder anderen europäischen Ländern geworben. Das Innenministerium in Madrid stufte den aus Marokko stammenden Mann als “klare Gefahr für die innere Sicherheit” ein.

Der Mann habe zudem Freiwillige für den Kampf der IS-Miliz in Syrien und im Irak rekrutieren wollen. In Internetforen habe er versucht, die Ausreise von Jihad-Rekruten “in das Konfliktgebiet anzuregen und zu verwirklichen”, hieß es in der Mitteilung des Madrider Ministeriums.

Die Sorge vor Anschlägen an Urlaubsstränden am Mittelmeer beschäftigt nach Informationen der “Bild”-Zeitung auch die deutschen Sicherheitsbehörden. Das Blatt berichtete von möglichen Anschlagsplänen der IS-Miliz auf Strände in Spanien, Italien und Südfrankreich. Diese Pläne sähen vor, IS-Aktivisten als fliegende Händler getarnt an Strände zu schicken, wo sie dann mit automatischen Waffen Touristen ins Visier nehmen sollten.

Hinweise aus Italien

Die “Bild” bezog diese Informationen nach eigenen Angaben “aus Ermittlerkreisen deutscher Sicherheitsbehörden”, die ihrerseits vom italienischen Geheimdienst gewarnt worden seien. Der italienische Dienst habe seine Informationen über mögliche IS-Anschläge von einer Quelle in Afrika. Ihre ursprüngliche Angabe, wonach der Bundesnachrichtendienst als Quelle für die Information eine Rolle gespielt habe, änderte die “Bild” ab.

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wollte sich zu dem Bericht nicht äußern. Bei einem Presseauftritt in Berlin antwortete sie allgemein auf eine entsprechende Frage, sie sei “absolut überzeugt”, dass Europa eine enge Zusammenarbeit in der Terrorabwehr brauche. Nur so könnten Anschläge verhindert werden.

Die Anschlagspläne laut “Bild”-Zeitung erinnern an das Strand-Attentat im tunesischen Badeort Sousse vom vergangenen Juni. Damals hatte ein IS-Angreifer 36 ausländische Touristen getötet, unter ihnen zwei Deutsche. Ob die Informationen der “Bild”-Zeitung mit der Festnahme auf Mallorca in Zusammenhang stehen, war zunächst unklar.

Belgische Behörden: Terrorgefahr immer noch akut

In Belgien riefen die Behörden inzwischen in Erinnerung, dass die Terrorgefahr einen Monat nach den Anschlägen von Brüssel immer noch akut sei. Der Leiter des Krisenzentrums der Regierung, Paul van Tigchelt, verwies auf Geheimdiensterkenntnisse, denenzufolge ausländische Jihadkämpfer aus dem Bürgerkriegsland Syrien nach Europa zurückkehren wollten, um dort Anschläge zu verüben.

“Die Gefahr ist noch nicht vorbei”, sagte van Tigchelt dem Sender RTBF. Belgien werde seine Terrorwarnstufe auf der zweithöchsten Stufe belassen. Dies bedeutet, dass ein Anschlag landesweit wahrscheinlich ist. Bei den Bombenanschlägen vor einem Monat am Brüsseler Flughafen und auf einen U-Bahnhof im Stadtzentrum waren 32 Menschen getötet worden.

(APA)

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