AA

Warnstreiks am Montag in rund 100 Betrieben

Alle Videos
Dreistündige Warnstreiks am Montag bei Grass
Dreistündige Warnstreiks am Montag bei Grass ©VOL.AT/Mayer
Die Metaller-Warnstreiks haben am Montagvormittag gestartet.
Höhere Löhne bisher keine Preistreiber
Wieso gestreikt statt verhandelt wird

Am Montag wurden laut Gewerkschaft österreichweit rund 100 Unternehmen, darunter, Bosch, Blum, Kone, Knorr Heid, Otis, Pewag und voestalpine für jeweils drei Stunden bestreikt. Am Dienstag gibt es Warnstreiks bei Unternehmen wie Palfinger, Berndorf, Collini und Otto Bock.

Warnstreiks bei Grass

In Vorarlberg fanden die ersten Warnstreiks bei Grass in Höchst am Montagnachmittag statt.

Bei Hydro in Nenzing wird der Schichtwechsel am Dienstagmittag Auftakt für den Warnstreik sein. Derzeit werden, so Pro-GE-Landesvorsitzender Wolfgang Fritz, in weiteren Firmen Streiks vorbereitet.

Insgesamt rechnet die Gewerkschaft österreichweit mit Warnstreiks in über 400 Betrieben.

Gewerkschaft pocht auf 11,6 Prozent

Vergangene Woche waren sich die Sozialpartner nach achtstündigen Verhandlungen für einen neuen Metaller-KV in der Wirtschaftskammer in Wien nur ein wenig nähergekommen. Die Gewerkschaften pochen weiterhin auf ein Lohn- und Gehaltsplus von 11,6 Prozent, die Arbeitgeber haben ihr bisheriges prozentuelles Plus nachgebessert, garniert mit Einmalzahlungen. Neben einem einjährigen Abschluss brachte der Fachverband der Metalltechnischen Industrie auch einen zweijährigen Abschluss aufs Tablett. Am Donnerstag findet die fünfte Verhandlungsrunde statt.

Binder: Kein Abschluss unter Teuerungsrate

PRO-GE-Chefverhandler Reinhold Binder schloss am Sonntagabend in der " ZIB2" einen KV-Abschluss "unter der Teuerungsrate aus, insbesondere für Arbeitnehmer in den untersten Lohnkategorien". Es gehe auch darum, "dass andere Parameter wichtig sind", etwa "Elemente vom Abschluss in zusätzliche Zeit wandeln zu können". Dies würde Unternehmen helfen, die "möglicherweise gerade Auftragsschwierigkeiten haben", sagte der Spitzengengewerkschafter.

Eine Lösung am Verhandlungstisch könne es nur geben, wenn ein ordentliches Angebot auf den Tisch komme, das auch verhandelbar sei und die Kaufkraft der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer stärke, so die beiden gewerkschaftlichen Chefverhandler Binder und Karl Dürtscher (GPA) am Montag in einer Aussendung.

Industrie: "Warnstreiks sind unverantwortlichi"

Der Obmann des Fachverbandes der Metalltechnischen Industrie (FMTI), Christian Knill, kritisierte das Vorgehen der Gewerkschaft. "Warnstreiks während einer Rezession, in der die Unternehmen um Aufträge kämpfen und viele von ihnen bereits Arbeitsplätze abbauen müssen, sind unverantwortlich", so Knill. Sie seien "auch sinnlos", denn die Rezession lasse "sich nicht wegstreiken". Der Fachverband wies in einer Aussendung darauf hin, dass das vorliegende Angebot in zwei Varianten jeweils rund 5 Prozent "nachhaltige Lohnerhöhung" beinhaltet und sich mit den zusätzlichen Einmalzahlungen für die Beschäftigten eine Lohnerhöhung zwischen 8 Prozent und 10 Prozent ergibt.

Streikzeit ist keine Arbeitszeit

Die Arbeitgeber wiesen darauf hin, dass Betriebsversammlungen und Streiks nicht als Arbeitszeit gelten und daher kein Anspruch auf Entgelt besteht. Je nach Dauer der Zugehörigkeit gibt es finanzielle Streikunterstützung für Gewerkschaftsmitglieder. Die Unterstützung gebe es "brutto für netto", hieß es von der Gewerkschaft.

Die Streikstatistik in der Metallindustrie weist zwei größere Arbeitsniederlegungen in der jüngeren Vergangenheit aus: 2011 kam es zu Streiks in rund 200 Betrieben mit 100.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern sowie 2018 in über 240 Betrieben mit mehr als 70.000 Beschäftigten.

(VOL.AT/APA)

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Vorarlberg
  • Warnstreiks am Montag in rund 100 Betrieben
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen