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„WANN & WO war meine erste verrückte Idee!“

Harald Kloser (l.) mit Maika Munroe (m.) und Jeff Goldblum (r.) am Set von "Independence Day 2".
Harald Kloser (l.) mit Maika Munroe (m.) und Jeff Goldblum (r.) am Set von "Independence Day 2". ©Harald Kloser
Schwarzach - Hollywood-Produzent, Filmkomponist, und W&W-Gründer Harald Kloser aus Hard spricht im Sonntags-Talk über  seinen Werdegang, das Filmbusiness, „Independece Day 2“ und seine Heimat Vorarlberg.

WANN & WO: Wie haben Sie die Zeit der WANN & WO-Gründung in Erinnerung?

Harald Kloser: Die WANN & WO war meine erste verrückte Idee. Damals – vor fast 40 Jahren – hat mir fast niemand eine Chance gegeben, meine eigenen Eltern eingeschlossen. Sie haben gesagt: „Das geht nicht, du bist größenwahnsinnig!“ Die Tatsache, dass wir heute miteinander reden, ist der beste Beweis, dass es doch gegangen ist.

WANN & WO: Haben Sie noch ein Auge auf die WANN & WO?

Harald Kloser: Man bekommt schon mit, dass es gut läuft. Es gibt kontinuierliches Wachstum und die Zeitung ist eine der erfolgreichsten überhaupt. Die Wenigsten wissen allerdings, dass ich diese Zeitung gegründet habe. Wenn ich an meine Heimat Vorarlberg denke, macht mich das manchmal etwas wehmütig. Ich habe das damals riskiert und es hat geklappt!

WANN & WO: Muss man für den Erfolg etwas riskieren?

Harald Kloser: Wie gesagt, muss man sich schon etwas trauen, etwas riskieren, um überhaupt die Chance auf Erfolg zu haben. Das war bei der W&W-Gründung so, aber auch als ich die Zeitung an Eugen Russ verkauft habe. Ich habe wieder etwas riskiert, weil meine eigentliche Passion ja die Musik ist. Mir war irgendwann klar, dass ich ohne die Notbremse zu ziehen, mein ganzes Leben Zeitung machen würde. Für mich als damals 23-Jähriger war es ja kein schlechtes Leben in Vorarlberg. Ich konnte das Telefon abnehmen, den Landeshauptmann anrufen und hatte ihn gleich am Apparat. Hundertprozentig zufrieden war ich aber nicht. Darum wollte ich mich wieder mehr der Musik zuwenden.

WANN & WO: Warum geht man als Musiker aus Hard nach Hollywood?

Harald Kloser: Mir hat große, epische Filmmusik immer sehr gut gefallen. Die Filme dazu wurden damals nur in Hollywood gemacht. Ich hatte das Glück, dass ich das als Komponist so hinbekommen habe. In dieses Metier überhaupt einzusteigen, war nicht einfach. Das hat einerseits mit Glück zu tun, man muss aber auch ein frecher Hund sein. Ich habe ja auch mal in Vorarlberg gesagt, ich mache eine Zeitung. (lacht) Nachdem ich die WANN & WO verkauft hatte, ging ich nach Amerika, um Filmmusik zu komponieren.

WANN & WO: Haben Sie diese Entscheidung jemals bereut?

Harald Kloser: (lacht) Mehr als einmal. Manchmal ist es nicht so gut gelaufen, wie ich es mir vorgestellt hatte. Ich war ein paar Mal an dem Punkt, dass ich sagte: Mist, jetzt muss ich wieder gehen. Es war nicht einfach.

WANN & WO: Wie beißt man sich da durch?

Harald Kloser: Man muss es weiter probieren, weil irgendwann auch der Punkt erreicht ist, an dem es kein Zurück mehr gibt. Als ich Österreich verlassen habe, hatte ich ja schon Filmmusik für deutsche Produktionen gemacht. Die haben dann auf einmal alle gesagt: „Hollywood? Okay, dann bist du dir wahrscheinlich zu gut für uns.“ Die österreichische und deutsche Seele ist so, dass diese Leute dann manchmal gar nicht ungern sehen, wenn es nicht hinhaut. Ich wollte nicht in die Situation kommen, dass ich wieder zu denen zurückkehren und um einen Job betteln muss. Bei einer Rückkehr fängt man ja auch noch viel weiter unten an, als man schon gewesen ist.

WANN & WO: Wie hat sich der Erfolg dann eingestellt?

Harald Kloser: Nach fünf, sechs Jahren habe ich dann noch ein weiteres Jahr drangehängt. Ich muss wirklich sagen, dass ich da als schon ganz knapp davor war, die USA wieder zu verlassen. Ich war schon fast am packen. Manchmal war ich ganz nahe am Durchbruch, aber das letzte Bisschen hat immer gefehlt. In dem Moment, als ich für mich auf­gab und sagte, dass ich aufhöre und wieder nach Europa zurückkehre, ist plötzlich irgend etwas passiert und es kam endlich Bewegung rein. Vielleicht ist es so, dass man – bei allem Einsatz – nichts erzwingen kann und den Dingen auch einfach mal ihren Lauf lassen muss.

WANN & WO: Was ist dann passiert?

Harald Kloser: Anfang der 90er-Jahre habe ich für deutsche Filmproduktionen die Musik gemacht und schließlich auch für US-amerikanische Filme komponiert. Das hat natürlich ein wenig mit Glück zu tun, aber ich habe scheinbar auch die „richtigen Töne“ getroffen. Als Komponist habe ich mittlerweile an fast 60 TV-Filmen, Serien und Kinofilmen mitgewirkt. „The Day After Tomorrow“ (2004) war der erste große Kinofilm, für den ich die Musik komponiert habe. Im gleichen Jahr war auch „Alien vs. Predator“. Mein Erstlingswerk als Hollywood-Produzent war „10.000 B.C.“ (2008), ein Jahr später „2012“. Der vorläufige Höhepunkt wird aber auf jeden Fall „Independence Day – Wiederkehr“, der dann am 14. Juli in die heimischen Kinos kommen wird.

WANN & WO: Wie läuft es hinter den Kulissen in Hollywood ab?

Harald Kloser: Das ist, als ob man in eine Schlacht zieht! Im Normalfall sind wir ein kleines Büro mit fünf, sechs Leuten. Das sind die kreativen Phasen, in denen man sich Geschichten ausdenkt oder etwa ein Drehbuch schreibt. Unser Büro ist am Sunset Boulevard. Da hat Roland Emmerich sein Büro, ich meines und es gibt ein paar Assistenten. Wenn es dann mit dem Dreh losgeht, werden aus diesem kleinen Team auf einmal 500 und manchmal über 1000 oder noch mehr. Dann muss die kleine Firma quasi über Nacht unglaublich schnell wachsen. Dann ziehen wir als Generäle mit einem Heer von Söldnern in die Schlacht. Die kennt man ja alle nicht wirklich. Manche stellen sich als super heraus, andere wieder als komplette Nieten. Alles am Set ist nicht berechenbar bei so einem Movie. Jeden Tag ist man an einem neuen Set. Dazu kommt, dass im Sci-Fi-Bereich auch das Production-Design ein großer Teil ist. Da weiß man auch nicht, ob der Zuständige es dann so hinbekommt, wie man es sich beim gezeichneten Entwurf vorgestellt hat. Es kommt auch vor, dass echtes Glump rauskommt, das aussieht, wie ein Pappaufsteller. Filmproduktion ist ein hartes Brot – in einer Fünftagewoche haben wir auch schon 89 Stunden gedreht.

WANN & WO: Wie hält man in so einer Situation die Motivation hoch?

Harald Kloser: Nach dieser Woche habe ich meinen Mitarbeitern gesagt: „Da wo ich herkomme, sind 89 Stunden fast zweieinhalb Arbeitswochen.“ (lacht) Wenn man so ein Programm in einer Woche durchdrückt, kommen die meisten auf dem Zahnfleisch daher. Natürlich hat man sich keinen nine-to-five-Job ausgesucht, also sollte man sich auch nicht beklagen. Es ist aber nicht immer so glamourös, wie man es sich vorstellt.

WANN & WO: Wie ist das Leben in Los Angeles?

Harald Kloser: Naja, meistens ist es ein bisschen wärmer, als in Vorarlberg. Dafür kann man aber nicht auch mal auf der Skipiste ein Gläschen Champagner genießen. Es ist schon cool hier, aber am besten ist, wenn man beides haben kann.

WANN & WO: Am 9. Juli feiern Sie einen runden Geburtstag?

Harald Kloser: Ja, das habe ich auch irgendwo gehört, aber das habe ich gut verdrängt (lacht). Die Kinder und der Stress beim Filmemachen halten einen jung. You don’t use it, you loose it. (Wenn man es nicht verwendet, verliert man es. Anm. d. Red.) Anfang Juli werde ich auf einer griechischen Insel ein wenig feiern. Danach gibt es aber mal eine Pause, weil „Independence Day – Wiederkehr“ ja fertig ist und bald weltweit in den Kinos läuft.

WANN & WO: Werden Sie die Fußball-EM verfolgen?

Harald Kloser: Um ehrlich zu sein, ist mir die Europameisterschaft nicht gerade angenehm. Der Kinostart von „Independence Day 2“ wurde wegen ihr um zwei Wochen verschoben. Uns hat man gesagt, dass in dieser Zeit niemand ins Kino geht.

Hollywood-Produzent

Bei Roland Emmerichs „10.000 B.C.“ (2008) gab Harald Kloser sein Debüt als Filmproduzent und Drehbuchautor. Es folgten bald „2012“ (2009) und „White House Down“ (2013).

Zur Person

Name: Harald Kloser
Jahrgang: 1956
Beruf: Komponist für Filmmusik, Drehbuchautor, Produzent
Familie: geschieden, drei Kinder

Ehe mit Désirée Nosbusch

Von 1991 bis 2002 war Harald Kloser mit der luxemburgischen Moderatorin und Tatort-Darstellerin Désirée Nosbusch verheiratet. Gemeinsam haben sie einen Sohn (20) und eine Tochter (17).

„Independence Day 2“

Am 14. Juli kommt „Independence Day – Wiederkehr“ weltweit in die Kinos. Harald Kloser ist einer der Produzenten und natürlich für die Filmmusik des Blockbusters verantwortlich.

Wordrap

Vorarlberg: Mama und Familie
Hollywood: Kreative Arbeit und Familie
Film: The sky is the limit
Musik: Meine erste und letzte Leidenschaft
Independence Day 2: Definitiv größer als beim letzten Mal.
Familie: Ich habe drei Kinder. Es ist der Hit!

(WANN & WO)

Hier die ganze WANN & WO-Ausgabe online lesen

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