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"Wall Street - Geld schläft nicht": Gekko ist müde und die Gier legal

Michael Douglas wirkt müde und gezeichnet. Dass seine Darstellung in "Wall Street - Geld schläft nicht" nicht nur vom Drehbuch vorgeschrieben ist, laut dem er nach achtjähriger Haft wegen Insiderhandels wieder entlassen wird, sondern auch von einer Krebserkrankung verursacht war, die erst nach den Dreharbeiten zum Ausbruch kam, ist heute bekannt. Hier geht's zum KinotrailerDie SzenebilderAlle Spielzeiten auf einen Blick
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Michael Douglas wirkt müde und gezeichnet. Dass seine Darstellung in “Wall Street – Geld schläft nicht” nicht nur vom Drehbuch vorgeschrieben ist, laut dem er nach achtjähriger Haft wegen Insiderhandels wieder entlassen wird, sondern auch von einer Krebserkrankung verursacht war, die erst nach den Dreharbeiten zum Ausbruch kam, ist heute bekannt. Die nur in manchen Szenen wirklich überzeugende Performance des einst für seine Rolle mit dem Oscar ausgezeichneten Hollywood-Stars ist aber nicht der einzige Grund, warum das Sequel von Oliver Stone hinter seinem 80er-Jahre-Hit “Wall Street” ziemlich zurückbleibt. Am Freitag ist Österreich-Start.

In den vergangenen Jahren hat sich einiges an der Börse getan. Das muss auch Gordon Gekko feststellen, als er wieder in seiner einstigen Welt Fuß zu fassen sucht. Die Mechanismen sind zwar die gleichen geblieben, doch Spielkapital und Risiko sind stark gestiegen. Sein in der Haft geschriebenes Buch “Ist Gier gut?” verkauft sich bestens, seine Vorträge, in denen ausgerechnet er für eine neue Wirtschaftsethik plädiert (“Heute ist die Gier legal!”) und vor dem totalen Zusammenbruch eines Systems, in dem alle auf Kredit leben, warnt, sind gut besucht. Doch Gekko hat wie ein Chamäleon nur seine Tarnfarbe geändert, im Inneren ist er der Gleiche geblieben: Er will an das große Geld, er will Macht ausüben, und er will Rache. Niemand weiß das besser als seine Tochter Winnie (Carey Mulligan ist diesmal nett, aber farblos), die die Beziehungen zu ihrem Vater abgebrochen hat – der Drogentod des Bruders, über den man allerdings wenig erfährt, spielt dabei eine entscheidende Rolle – und ihren Verlobten Jacob warnt: “Er wird uns wehtun!”

Jacob ist ein junger Investment-Banker mit idealistischen Zukunftsideen. Er setzt auf Alternativ-Energien und versucht, dafür Investoren aufzutreiben. Da muss er erleben, dass seine Bank mit unlauteren Mitteln in den Bankrott getrieben wird und sein Mentor Selbstmord begeht. Jacob macht sich auf die Suche nach den Hintermännern. Dabei verbündet er sich mit seinem Schwiegervater in spe, Gordon Gekko. Der glaubt, in den Augen des Jungspunds dasselbe Glitzern zu erkennen, das er einst selbst hatte, und schlägt einen Pakt vor: Er bringt ihn mit ein paar Tipps auf die richtige Fährte, dafür versucht Jacob eine Versöhnung zwischen Vater und Tochter einzufädeln. Shia LaBeouf wirkt allerdings um einiges zu harmlos für den harten Job. Wirklich Punch beweist nur Josh Brolin, der als Gekkos Gegenspieler ein richtiges, old fashioned Arschloch spielen darf. Auch Susan Sarandon als Jacobs Mutter, eine durchgeknallte Freizeit-Immobilienmaklerin, beweist Format.

Drehbuch-Autor Allan Loeb hat mühsam eine recht unglaubwürdige Liebesgeschichte (warum nimmt sich die engagierte Web-Journalistin Winnie nach ihren Erlebnissen mit Daddy ausgerechnet einen Investment-Banker?), einige komplizierte Wendungen und nicht wirklich Neues in die Story gepackt. Sogar der große Beinahe-Crash des Systems, der zu hektischen Verhandlungen der Banken um einen riesigen Schutzschirm der Regierung führt, bleibt da eine Episode am Rande. Am Rande kommt übrigens auch Superfund Manager Christian Baha zu einem kleinen Auftritt. Das verleiht der Geschichte allerdings auch kein Echtheits-Zertifikat. Um die Neue Welt der Hochfinanz und ihren Tanz am Rande des Abgrundes einzufangen, hätte es mehr als ein paar flotte Sprüche von einst (“Geld ist eine Hure, die niemals schläft. Und sie ist eifersüchtig”) gebraucht. Eine wirklich neue Geschichte etwa.

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