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Waisenkinder in Mosambik

Hunderte Kinder wurden durch die Flut in Mosambik zu Waisen, bei der Rettung wurden viele von ihren Eltern getrennt.

Das Bild ging um die Welt: Zum schlimmsten Zeitpunkt der Überschwemmungen in Mosambik wurde die kleine Rositha Pedro auf einem Baum geboren und kurze Zeit später zusammen mit ihrer Mutter von einem südafrikanischen Hubschrauberteam gerettet. Rositha ist inzwischen 13 Tage alt, und außer den Fotos wird ihr keine Erinnerung mehr an ihre dramatische Geburt bleiben.

Für hunderte andere Kinder aber hat die Flutkatastrophe lebenslang dramatische Auswirkungen: Sie wurden während der Rettungsaktionen von ihren Eltern getrennt, und niemand weiß, ob sie ihre Familie eines Tages wiederfinden werden oder als Waise weiterleben müssen.

Eindeutige Zahlen zu den schwersten Überschwemmungen im südlichen Afrika seit 50 Jahren gibt es zur Zeit nicht. Nichts lässt sich bestimmen: Weder die Zahl der Toten noch das Ausmaß der Zerstörung. Auch für das Schicksal der Kinder gibt es kaum verlässliche Voraussagen.

Nach Schätzungen des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen (UNICEF) leben zur Zeit etwa 250.000 Menschen in Auffanglagern, darunter 46.000 Kinder. Bis zu 800 von ihnen sind allein – ob nur vorläufig von ihren Eltern getrennt oder für immer, lässt sich erst sagen, wenn alle Betroffenen in ihre Dörfer zurückgekehrt sind.

Hilfsorganisationen sind dazu übergegangen, von den unbegleiteten Kindern Fotos zu machen und diese in allen Auffanglagern zu verteilen. Mit einigem Erfolg. In anderen Fällen fanden sich die Familien zufällig im selben Lager wieder.

Die übrigen alleinstehenden Kleinen erfahren in der Regel ganz spontane Hilfe: “Das ist die wahre Stärke der Menschen hier in Mosambik”, erzählt UNICEF-Vertreter Ian Macleod. “Da sind sie gerade selbst der Katastrophe entkommen, müssen schauen, wie sie ohne ausreichendes Sicherheitsnetz zurecht kommen, und kümmern sich trotzdem noch um die Schwächeren.” Bereits bei den Rettungsaktionen gab es immer wieder Aufnahmen, wie Eltern nach tagelangem Ausharren auf Bäumen und Dächern zuerst ihre Kinder in die Hubschrauber hievten – um dann manchmal selbst nicht mehr mitzukommen.

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