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"Wahlverwandte" kannte nicht nur Goethe, sondern auch Angelika Kauffmann.

Zahlreiche Gäste folgten der Einladung zur Eröffnung
Zahlreiche Gäste folgten der Einladung zur Eröffnung ©Hubert Cernenscheck
Bilder von der Eröffnung

Die Ausstellung “Wahlverwandte” ist im Angelika-Kauffmann-Museum in Schwarzenberg bis 26. Oktober zu sehen. Öffnungszeiten: Di-So von 10-17 Uhr. www.angelika-kauffmann.com

Schwarzenberg. Schreibt Johann Wolfgang von Goethe auch einen Roman mit dem Titel “Die Wahlverwandtschaften”, so hat er dieses Phänomen nicht für sich gepachtet. Im Gegenteil: Die Vorarlberger Künstlerin Angelika Kauffmann (1741-1807) setzte sie in die Tat um, war eine der best vernetzten Frauen ihrer Zeit und kannte beide, ihre Wahlverwandten und Goethe.

Schon auf Facebook

Zu sehen sind diese – die künstlerischen, intellektuellen und sozialen Vernetzungen der Kauffmann – derzeit im Kauffmann-Museum in Schwarzenberg. Als zweiter Teil der Trilogie “Der Traum vom Glück” folgen nach “Heldinnen” im vergangenen Jahr nun die “Wahlverwandten”. Kuratiert wurde die Schau von der Vorarlberger Literaturwissenschaftlerin Petra Zudrell, die in ihrem Ausstellungskonzept den sozialen Netzwerkgedanken ebenso historisch einbettet, wie sie ihn als sehr heutig herausarbeitet. “Was Angelika Kauffmann im 18. Jahrhundert leistete, dafür strengen wir heute Facebook an. Diese heutigen Parallelen aufzuzeigen, war mir wichtig. Ebenso, wie ich versucht habe, in der Ausstellung alle Sinnesebenen anzusprechen. So kann ein Ausstellungsrundgang nun z. B. mit einem MP3-Player unternommen werden, von dem Tonbeispiele abgespielt werden, die in die Zeit Angelika Kauffmanns führen”, führt Zudrell weiter aus. Als besonderen Überraschungseffekt gab es bei der gestrigen Eröffnung der Ausstellung in Schwarzenberg noch eine Schenkung aus den Kreisen des Museumsvereins zu verlautbaren. Ein Gipsabguss einer Angelika Kauffmann-Büste – geschaffen vom Bildhauer Johann Peter Kaufmann – wird nun dauerhaft in Schwarzenberg zu sehen sein. Die Musik und die Literatur, in denen sich Angelika Kauffmann ebenso zu Hause fühlte, bilden weitere Versatzstücke des Angelika- Kauffmann-Bildes, das sich anhand ihrer Malerei aber auch ihrer Briefwechsel u. a. mit Klopstock auf der imaginären Leinwand abzuzeichnen beginnt. “Der primäre Ansatzpunkt der Ausstellung war es, das Panorama des Freundschaftskultes im 18. Jahrhundert aufzuzeigen. Wahlverwandtschaften begegnet man da immer wieder. Berührend für mich war das Bild, auf dem sich Angelika Kauffmann, die Malerin, die Musikerin hätte werden sollen, mit der Poesie zeigt und so ein enges Freundschaftsverhältnis dieser Disziplinen darstellt”, gibt Zudrell erste Einblicke in die Ausstellung.

Auch eine Wahlverwandtschaft

Diese Verwebungen setzen sich, so Zudrell, in der Freundschaftsgalerie, die sich Kauffmann einrichtete, fort. Hier positionierte sie Porträts von Goethe und Herder dem ihren direkt gegenüber. Während sie malte, ließ sie sich vorlesen, diskutierte mit Klopstock brieflich über die malerische Darstellung literarischer Motive und tauschte sich in ihrem Künstlersalon mit der Intelligenz der damaligen Zeit aus. Und dann war da noch Schwarzenberg, die Wahlheimat Kauffmanns und selbst diese Wahl zeigt den freien Willen der Künstlerin, die sich zwischen all ihren Heimaten – von London bis Rom – gerade das Dorf im Bregenzerwald aussuchte und sich mit seinen Menschen verbunden fühlte. Auch eine Wahlverwandtschaft. VN-VF

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