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Wahlbetrug in Vandans

Vallaster hatte bei den Vorarlberger Gemeinderatswahlen im April dieses Jahres als Mitglied der Wahlkommission Vorzugsstimmen erfunden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.


Der ehemalige Landtagsabgeordnete Vallaster kandidierte auf der von FPÖ-, ÖVP- und SPÖ-Kandidaten gebildeten Einheitsliste „Gemeinsam für Vandans“. Beim Auszählen der Stimmen erfand der 47-jährige Vallaster vor allem für sich selbst, aber auch für andere ÖVP-Kollegen Vorzugsstimmen. Vallaster rückte damit vom elften auf den zehnten Listenplatz vor. Am Montag nach der Wahl bestätigte eine Nachzählung den Verdacht gegen Vallaster. Dieser gab sein Fehlverhalten zu und begründete es mit der Angst, dass sich der eine oder andere Kollege verschlechtern könnte.

„Es war Quatsch“, räumte der selbstständige Architekt am Donnerstag vor Richter Peter Mück ein. Nach dem Vorfall legte der ehemalige ÖVP-Ortsparteiobmann, der 25 Jahre lang in der Politik tätig war, alle Funktionen und Ämter zurück. Nun versucht er als Bauleiter neu Fuß zu fassen.

„Mein Mandant muss für einen Augenblick das Gehirn ausgeschaltet haben“, versuchte Verteidiger Alexander Juen die Situation zu erklären. „Das demokratische Prinzip ist eine der wichtigsten Säulen unseres Rechtsstaates“, plädierte Staatsanwalt Karl Wild für eine gerechte Strafe. Die Menschen müssten sich darauf verlassen können, dass es bei Wahlen korrekt zugehe, so die Anklagebehörde abschließend.

Richter Peter Mück sprach den Unbescholtenen nach kurzer Verhandlung schuldig und verurteilte ihn zu einer Geldstrafe von 720 Euro. „Die Strafe fiel deshalb so niedrig aus, weil Sie derzeit ohnedies am Existenzminimum leben“, so die Urteilsbegründung. Vallaster hat eine Million Euro Schulden und Unterhaltspflichten. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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