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Wagner wechselt zur Lebenshilfe

(VN) Götzis - Michaela Wagner will als künftige Geschäftsführerin der Vorarlberger Lebenshilfe vor allem dazu beitragen, dass Menschen mit Behinderung als selbstverständlicher Teil der Gesellschaft begriffen werden.

Gratulation zur Bestellung als neue Geschäftsführerin der Lebenshilfe. Wie waren denn die Reaktionen darauf?

WAGNER: Ich musste alle für heute geplanten Termine für die Industriellenvereinigung absagen, weil ich fast ununterbrochen am Telefon verlangt wurde.

Nach den letzten, doch recht intensiven Diskussionen um Frauenquoten drängt sich natürlich die Frage auf, ob Sie sich als Quotenfrau fühlen?

WAGNER: Ich fühle mich nicht als Quotenfrau und halte auch nichts von Quoten. Wichtig ist, dass Frauen aufgrund ihrer Kompetenz ausgewählt werden.

Was verbindet Sie mit der Lebenshilfe?

WAGNER: Bei der Lebenshilfe geht es um das Thema „Menschen brauchen Menschen“, und ich freue mich darauf, mit dem Team der Lebenshilfe hier weiter mitgestalten zu können.

Sie waren zehn Jahre lang beruflich in einer eher männerdominierten Welt zu Hause. Gibt es an Ihnen Eigenschaften, die Sie in Ihrer neuen Tätigkeit nun besser einbringen können?

WAGNER: Für mich macht es keinen Unterschied, ob ich mit Frauen oder Männern zu tun habe oder zusammenarbeite. Ich versuche, jeden gleich zu behandeln und erwarte mir das auch von anderen. Natürlich hoffe ich, dass ich auch aus meiner bisherigen Berufserfahrung sehr viel in die neue Tätigkeit bei der Lebenshilfe einbringen kann.

Was hat für Sie insgesamt den Ausschlag gegeben, das Tätigkeitsfeld zu wechseln? Es ist ja doch ein recht großer Schritt.

WAGNER: Die Arbeit im gesellschaftlichen Bereich hat mich eigentlich schon immer sehr interessiert. Teilweise habe ich auch innerhalb der Industriellenvereinigung solche Projekte initiiert.

Auch eine Einrichtung wie die Lebenshilfe muss wirtschaftlich geführt werden. Gibt es von Ihrer Seite schon Vorstellungen und Pläne zur Zukunftsgestaltung?

WAGNER: Die Lebenshilfe ist ein hochprofessionell geführtes Unternehmen. Meine Aufgabe wird, übrigens ähnlich wie in der Industriellenvereinigung, sehr stark von Entwicklung, Koordination, Kommunikation und Interessenvertretung geprägt sein. Dies geschieht in Abstimmung mit dem Präsidenten, dem Vorstand und dem Team der Lebenshilfe.

Wie stehen Sie zum Thema Inklusion und wie zur Situation von Menschen mit Behinderung in Vorarlberg?

WAGNER: Es ist mir ein persönliches Anliegen, die Inklusion weiter voranzutreiben und zu zeigen, dass Menschen mit Behinderung Teil unserer Gesellschaft sind. Es geht nicht darum, Behinderung in den Vordergrund zu rücken, sondern sich die Frage zu stellen, welche Bedürfnisse und Fähigkeiten die Menschen haben.

Die Lebenshilfe ist unter anderem auch von Aufträgen aus der Wirtschaft abhängig. Kommen Ihnen da Ihre Verbindungen jetzt zugute?

WAGNER: Das würde mich natürlich sehr freuen. Ich hoffe auch einen Beitrag leisten zu können, die Grenzen zwischen Wirtschaft und Sozialem zu verwischen.

Wenn Sie noch einmal kurz auf Ihre bisherige Tätigkeit zurückblicken: Welche Aktionen, die Sie auf die Beine stellten, würden Sie unter dem Begriff „wichtig“ einordnen?

WAGNER:  In erster Linie habe ich gemeinsam mit dem Präsidium die Interessen der Industrie auf Landes- und Bundesebene vertreten.

Sie zeichnen aber auch für eine Reihe von Projekten verantwortlich. Welche sind das konkret?

Wagner:  Zu diesen Projekten zählen vor allem die Mitbegründung der International School Rheintal in Buchs oder der Science Zones in der inatura in Dornbirn.

Das Thema „Jugend und Technik“…

Wagner: Dieses Thema war mir auch immer ein persönliches Anliegen.

Wie sehr freuen Sie sich auf Ihren neuen Job?

WAGNER: Ich freue mich natürlich sehr auf die neue Aufgabe. In den nächsten Wochen und Monaten haben allerdings noch die Suche nach einem geeigneten Nachfolger in der Industriellenvereinigung und eine nahtlose Übergabe erste Priorität.

ZUR PERSON: Mag. Michaela Wagner
Geboren: 18. Juli 1966
Wohnort: Dornbirn
Familienstand: in einer Partnerschaft lebend
Ausbildung: Studium der Publizistik und Kommunikationswissenschaften sowie Germanistik, Ausbildung zur PR-Beraterin am Schweizerischen Public Relations Institut (SPRI), seit 10 Jahren Geschäftsführerin der Industriellenvereinigung Vorarlberg
Hobbys: Wandern, Joggen, Lesen, Mitglied im Rotary Club Bregenz

(VN)

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