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Waghalsiges Manöver führte zu Absturz

Beim Absturz eines Hubschraubers der Vorarlberger Firma Wucher Freitagmittag in Niederbayern ist der Pilot schwer verletzt worden. Am Hubschrauber des Typs "Lama" entstand Totalschaden.  

Ein waghalsiges Startmanöver hat offenbar zum Absturz eines Vorarlberger Hubschraubers Freitag Mittag in Niederbayern geführt. Der Pilot hatte nach Angaben der deutschen Polizei versucht, im dichten Nebel den Heimflug anzutreten und in eine nebelfreie Zone zu gelangen. Der Pilot erlitt bei dem Absturz Knochenbrüche an Armen und Beinen.

Der Hubschrauber des Vorarlberger Unternehmens Wucher hatte im Skigebiet Mitterfirmiansreut am Mittwoch mit einer Kreissäge überhängende Äste abgesägt, die auf eine Sesselbahn zu stürzen drohten. Wegen der schlechten Sicht konnte der 39-jährige, aus dem Land Salzburg stammende Pilot am Donnerstag den Heimflug nicht antreten.

Am Freitag wagte der Pilot trotz Bodennebels und einer Sichtweite von nur 30 bis 50 Metern einen Versuch: Er wollte entlang der Lifttrasse 200 Meter ins Tal fliegen, wo die Sicht einen normalen Flug zuließ. Sein Flugbegleiter fuhr dazu mit einem Skibob auf der Lifttrasse voraus, der Pilot wollte mit ihm Sichtkontakt halten. Der Startplatz wurde für das Manöver eigens von Einsatzkräften der Bergwacht abgesperrt.

Doch der Versuch ging schief. Der Hubschrauber streifte kurz nach dem Start um 12.30 Uhr mit dem Heckrotor die Wipfel der Bäume und stürzte im Wald ab. Der Flugbegleiter vermutete laut Pressebericht der Polizeidirektion Passau, dass beim Start so viel Schnee aufgewirbelt wurde, dass der Pilot den Sichtkontakt zu ihm nicht halten konnte. Deshalb habe der Pilot vermutlich versucht, zum Startplatz zurückzukehren.

An dem eine Million Euro teuren Hubschrauber entstand bei dem Absturz Totalschaden. Zur Klärung der genauen Ursache hat die Polizeidirektion Passau kriminalpolizeiliche Ermittlungen eingeleitet. Auch die deutsche Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung sowie die Firma Wucher entsandte Mitarbeiter zur Absturzstelle. Nach Angaben des Wucher-Pressesprechers ist der 39-Jährige ein sehr erfahrener Pilot. Der Hubschrauber sei bereits längere Zeit in Deutschland im Einsatz gewesen, um in Bahntrassen hineinragende Äste abzusägen.

Das in Vorarlberg ansässige Unternehmen betreibt derzeit sieben Hubschrauber, die in ganz Österreich und Deutschland zum Einsatz kommen. Die Firma hat in den vergangenen 20 Jahren insgesamt sieben Maschinen durch Abstürze verloren. Zwei Piloten starben dabei, drei weitere wurden schwer verletzt.

Serie von Abstürzen bei Wucher

Der Absturz eines Hubschraubers der Firma Wucher am Freitag in Niederbayern ist der jüngste Fall einer ganzen Serie von Unglücksfällen des Unternehmens. Insgesamt verlor die Vorarlberger Firma in den vergangenen 20 Jahren bereits sieben Hubschrauber durch Abstürze. Zwei Piloten kamen dabei ums Leben, drei wurden schwer verletzt.

„Hubschrauber-Fliegen ist nicht Autofahren. Das ist ein heißer Job, das wissen wir alle“, sagte Wucher-Sprecher Dieter Heidegger gegenüber der APA. „Im Verhältnis zu den Flugstunden“ sei das Unternehmen aber „immer noch auf der guten Seite“.

Im Jahr 1986 war ein Wucher-Helikopter beim Transport einer 1.500 Kilo schweren Seilbahn-Stütze für die Pitztaler Gletscherbahnen abgestürzt. Der Pilot erlag wenige Tage später im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen. Im Februar 1990 geriet ein Hubschrauber des Unternehmens in Nauders bei Lawinensprengungen in einen Schneewirbel und stürzte ab. Die vier Insassen kamen mit dem Schrecken davon.

Im August des selben Jahres stürzte ein weiterer Wucher-Hubschrauber im Gemeindegebiet von Lech am Arlberg ab, nachdem der Heckrotor ausgefallen war. Dem Piloten gelang mit einem waghalsigen Manöver eine relativ glimpfliche Landung, er und ein zweiter Insasse blieben unverletzt. Am Hubschrauber entstand Totalschaden. Relativ glimpflich verlief ein Absturz ein Jahr später ebenfalls in Lech: Beim Abheben in 1.800 Meter Seehöhe war das Heck der Maschine plötzlich abgebrochen, der Pilot kam mit Rippenbrüchen davon.

Tödlich endete für den Piloten ein Absturz im Jahr 2001 im Hochschwabgebiet. Der Hubschrauber stürzte damals bei Versorgungsflügen in einen Wald ab. Auch in diesem Fall war der Heckrotor ausgefallen. Ein Pilotenfehler war schließlich die Ursache für den – bis zum heutigen – jüngsten Unfall in der Unternehmensgeschichte gewesen: Ein 28-jähriger Tiroler Pilot hatte im August 2004 im Gebiet von Partenen in Vorarlberg mit dem Hauptrotorblatt einen Hang berührt. Der Hubschrauber wurde total beschädigt, der Pilot und sein Einweiser blieben unverletzt.

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