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WADA beschloss Teilamnestie für Meldonium-Fälle vor 1. März

Namen von Sportlern wurden bisher keine genannt
Namen von Sportlern wurden bisher keine genannt
Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) hat eine Teilamnestie für Meldonium-Fälle beschlossen. Jene Athleten, die vor dem 1. März dieses Jahres positiv getestet wurden und bei denen ein Wert von weniger als einem Mikrogramm der verbotenen Substanz festgestellt wurde, hätten keine Dopingsperren zu befürchten, heißt es in einer WADA-Mitteilung vom Montag.


Das seit 1. Jänner 2016 auf der WADA-Verbotsliste stehende Herzmittel Meldonium führt laut Experten zu einer allgemeinen Leistungssteigerung. Laut WADA gab es heuer schon 172 Meldonium-Fälle gegeben. Bis zum 11. März waren es noch “nur” 99 gewesen.

Da Meldonium laut lettischem Hersteller Grindeks noch “mehrere Monate” nach der Einnahme im Körper nachgewiesen werden kann, entschloss sich die WADA diese Woche zur Teilamnestie-Regelung. Wie viele Sportler von dieser profitieren, wurde vorerst nicht bekannt. Meldonium-Doping kann im Falle eines Erstvergehens des betroffenen Sportlers mit einer Sperre bis zu vier Jahren sanktioniert werden.

Russlands Sportminister Witali Mutko, der kürzlich von 40 russischen Meldonium-Fällen gesprochen hatte, begrüßte am Mittwoch die WADA-Entscheidung. Der fünffache Eisschnelllauf-Weltmeister Pawel Kulischnikow und der Short-Track-Olympiasieger Semen Elistratow profitieren laut Angaben des russischen Eislauf-Verbandes von der Teilamnestie.

Anti-Doping-Experten wie der Deutsche Fritz Sörgel kritisierten die WADA-Entscheidung. “Diese Konzentration ist völlig willkürlich und eine späte Erkenntnis, dass man hier wieder mal gezeigt hat, dass man von Pharmakologie wenig versteht. Es gab schon seit einiger Zeit wissenschaftliche Untersuchungen, die belegen, dass die Substanz nicht lange im Körper bleibt”, sagte Sörgel am Mittwoch.

Demnach könne die Substanz je nach eingenommener Menge höchstens drei bis vier Tage nachgewiesen werden. Bei massenhafter Verwendung vielleicht einige Tage länger. Hinsichtlich dieser Abbauzeit von Meldonium war sich die WADA aber unsicher und führte nun den neuen Grenzwert für die zweimonatige Übergangszeit bis zum 1. März ein.

“Es ist keine Amnestie für Sportler oder Ähnliches”, sagte WADA-Chef Craig Reedie der Nachrichtenagentur AP. “Es ist vielmehr der Versuch, die vielen Fragen zu klären. Das Problem ist, dass unklar ist, wie lange das Präparat im menschlichen System bleibt.”

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