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Wachstum 2015: Trübe Aussichten für Österreichs Wirtschaft

Trübe Aussichten für Österreichs Wirtschaft im kommenden Jahr.
Trübe Aussichten für Österreichs Wirtschaft im kommenden Jahr. ©dpa (Symbolbild)
Die EU-Kommission senkt ihre Erwartungen an die wirtschaftliche Lage in Europa 2015. Besonders stark zurückgerudert wurde bei Österreich, die heimische Wirtschaft soll nur noch um 1,2 Prozent wachsen - anstelle von noch im Frühjahr prognostizierten 1,8 Prozent. Insgesamt soll die Arbeitslosigkeit sinken, nur in Österreich dagegen ansteigen.

Für 2014 spricht die Herbstprognose hingegen nur mehr von einer “langsamen Rückkehr zu einem bescheidenen Wirtschaftswachstum”. In Summe werden für die Eurozone heuer ein Wachstum von 0,8 Prozent prognostiziert, für die gesamte EU sind es 1,3 Prozent. Im Frühjahr war die Kommission noch von 1,2 Prozent für die Eurozone und von 1,6 Prozent EU-weit ausgegangen.

Schlechte Prognose für Österreich

In Österreich liegt man mit 0,7 Prozent besonders stark unter den Erwartungen, war die Kommission im Frühjahr doch noch von einem Plus von 1,6 Prozent ausgegangen. Positiver fällt da laut Herbstprognose der Blick auf 2016 aus. Die Eurozone soll dann 1,7 Prozent Wirtschaftswachstum aufweisen, die EU auf 2 Prozent steigen. Österreich kann mit einem Plus von 1,5 Prozent rechnen.

Arbeitslosigkeit in Österreich steigt

Die Arbeitslosigkeit in der Eurozone und der EU geht nach der EU-Herbstprognose gegenüber den Frühjahrsdaten für das laufende Jahr zurück. In Österreich allerdings wird eine deutliche Steigerung von 4,8 Prozent in der Frühjahrsvorausschau gegenüber nunmehr erwarteten 5,3 Prozent ausgewiesen. Die Eurozone kann mit 11,6 statt ursprünglich 11,8 Prozent rechnen, die EU mit 10,5 statt 10,3 Prozent.

Für 2015 sagt die am Dienstag präsentierte EU-Herbstprognose für Österreich sogar eine weitere Steigerung auf 5,4 Prozent voraus, ehe 2016 ein Sinken auf 5,0 Prozent zu erwarten ist. Die Entwicklung führte zuletzt auch dazu, dass Österreich seinen Spitzenplatz mit der niedrigsten Arbeitslosenquote an Deutschland abgeben musste, das für 2014 nun mit 5,1 Prozent rechnen kann, was keine Veränderung gegenüber dem Frühjahrswert darstellt.

Österreich mit höchster Inflationsrate

Österreich weist für das laufende Jahr mit 1,5 Prozent gemeinsam mit Großbritannien die höchste Teuerungsrate auf. Der EU-Durchschnitt liegt bei 0,6 Prozent, die Eurozone wird mit 0,5 Prozent ausgewiesen. 2015 soll die Inflation in der Eurozone auf 0,8 Prozent steigen, in der EU auf 1 Prozent.

Teuerungsrate steigt weiter an

Österreichs Teuerung steigt im kommenden Jahr demnach auf 1,7 Prozent an. Für 2016 ist ein weiterer Anstieg der Inflation prognostiziert. Die Währungsunion soll dann bei 1,5 Prozent liegen, die EU bei 1,6 Prozent und Österreich bei 1,8 Prozent.

Eine Deflation – eine negative Inflation – haben im laufenden Jahr bereits fünf EU-Länder gehabt. An der Spitze liegt Bulgarien mit -1,4 Prozent Inflation, gefolgt von Griechenland (-1,0), Zypern (-0,2), Spanien und Slowakei (je -0,1).

 

Für 2014 Rekordschulden prognostiziert

Auch bei den Staatsfinanzen sieht das kommende Jahr nicht gerade rosig aus: Österreichs Budgetdefizit wird laut EU-Herbstprognose im laufenden Jahr mit 2,9 Prozent höher ausfallen als noch im Frühjahr mit 2,8 Prozent angenommen. Für 2015 wird trotz sinkender Neuverschuldung eine noch deutlichere Verschlechterung erwartet, von 1,5 Prozent in der Frühjahrsvorausschau auf nunmehr 1,8 Prozent. Für 2016 soll das Defizit auf 1,1 Prozent sinken.

Österreich wird für das laufende Jahr mit 87 Prozent die bisher höchste Staatsschuld vorausgesagt. Allerdings soll es in den nächsten Jahren besser werden. Für 2015 wird ein Absinken auf 86,1 Prozent prophezeit, für 2016 ein weiterer Rückgang auf 84,0 Prozent.

Die 87 Prozent stellen auch eine deutliche Erhöhung gegenüber der Frühjahrsprognose dar. Damals waren noch 80,3 Prozent für Österreich vorhergesagt worden. Mitursache für diese übermäßige Steigerung ist allerdings auch eine neue Berechnungsmethode durch Eurostat. (red/APA)

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