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Vorwürfe gegen Siemens-Manager

In der Affäre um Siemens-Zahlungen an die Gewerkschaft AUB gibt es einem Bericht zufolge neue Vorwürfe gegen einen Spitzenmanager des Elektronikkonzerns.

Die „Süddeutsche Zeitung“ berichtete, einer der Siemens-Personalchefs unterhalb des Vorstands habe dafür gesorgt, dass der ehemalige AUB-Vorsitzende Wilhelm S. eine Art Gehalt von Siemens bekommen habe.

Der Chef der Arbeitsgemeinschaft Unabhängiger Betriebsangehöriger (AUB) habe damit Kampagnen gegen IG-Metall-Betriebsräte finanziert. Die Zeitung schreibt, insgesamt habe S. von Siemens etwa 50 Mio. Euro für angebliche Beratertätigkeiten erhalten. Der inzwischen als AUB-Chef zurückgetretene S. sitzt seit Februar in Haft. Ein Siemens-Sprecher wollte den Bericht wegen der laufenden Ermittlungen nicht kommentieren.

Der scheidende Siemens-Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer hatte sich in einem Interview mit der „Welt am Sonntag“ gegen Vorwürfe gewehrt, er sei in seiner Amtszeit über Schmiergeldzahlungen an Betriebsräte informiert gewesen oder habe frühzeitig von einer möglichen Beeinflussung von Arbeitnehmervertretern in dem Konzern Kenntnis gehabt. „Ich habe Verträge über Zahlungen an die AUB nicht gekannt“, erklärte Pierer.

Dessen Nachfolger als Chefkontrolleur bei Siemens, Gerhard Cromme, wolle bis 2013 Aufsichtsratschef bleiben, berichtete unterdessen die „Financial Times Deutschland“ unter Berufung auf das Umfeld des Managers. Zunächst hatte es geheißen, Cromme wolle dem Gremium zumindest bis Jänner kommenden Jahres vorstehen. Dem Bericht zufolge plant er aber nun, sich langfristig beim von Korruptionsskandalen geplagten Siemens-Konzern zu engagieren.

Siemens-Aufsichtsratschef von Pierer hatte Ende vergangener Woche nach wachsendem Druck den Weg für einen Neuanfang freigemacht und sein Amt zur Verfügung gestellt. Das System schwarzer Kassen und die Zahlungen an die Arbeitnehmer-Organisation AUB, wegen denen Staatsanwälte ermitteln und mehrerer Siemens-Manager verhaftet wurden, fiel in Pierers Zeit als Siemens-Chef von 1992 bis 2005.

Politiker von SPD und FDP forderten deshalb ein Ende von Pierers Beratertätigkeit für die Bundesregierung. Diese will aber an Pierer festhalten. Pierer betonte in dem Interview, er habe sich freiwillig zurückgezogen, da sich die wirtschaftliche Lage bei Siemens nachhaltig stabilisiert habe und die Untersuchungen über mögliche illegale Zahlungen auf einem guten Weg seien.

Gegen Vorstandschef Klaus Kleinfeld gibt es der „Süddeutschen Zeitung“ zufolge im Zusammenhang mit dem Korruptionsskandal in dem Konzern keine belastenden Hinweise. Von Siemens engagierte unabhängige US-Ermittler der Kanzlei Debevoise & Plimpton hätten bisher nichts Belastendes gegen Kleinfeld gefunden, hieß es.

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