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Vortrag von Pädagogik-Experte Jan-Uwe Rogge: Viel Spaß beim Erziehen

Großer Andrang herrschte beim Vortrag von Jan-Uwe Rogge in Kennelbach.
Großer Andrang herrschte beim Vortrag von Jan-Uwe Rogge in Kennelbach. ©VOL.AT
Kennelbach. - Mit viel Humor und "Anregungen zur Selbstreflexion" gespickt war der Vortrag "Viel Spaß beim Erziehen" von Pädagogik-Experte Jan-Uwe Rogge. Das Thema Kindererziehung bewegt die Vorarlberger Mütter und Väter, so war es nicht überraschend, dass die Aula der VS Kennelbach bis auf den letzten Platz gefüllt war.

Mindestens vier Mal pro Jahr ist Deutschlands Pädagogik-Experte Nummer 1, Jan-Uwe Rogge, in Vorarlberg zu Gast. Die Vorträge des Pädagogen sind immer gut besucht. Das Publikum wird – nicht ganz überraschend – von Frauen dominiert. So gesehen dürfte das Mann-Frau-Verhältnis großzügig und vorsichtig geschätzt 1:10 betragen haben. “Wer von den Männern ist freiwillig da und wer musste mit?”, fragte Jan-Uwe Rogge und hatte damit bereits die ersten Lacher auf seiner Seite. Rogge ist für seine unterhaltsamen und subtilen Vorträge bekannt.

“Klassische Tipps” gibt es nicht

Seine Vorträge sind mit viel Humor gespickt, wer sich vom Kommunikationsberater “klassische Tipps” erwartet, ist fehl am Platz. Vielmehr hält er den anwesenden Mütter und Vätern den Spiegel vor. Seine Geschichten, die auf 30 Jahren Erfahrung in der Familienberatung basieren, sollen zur Selbstreflexion anregen. Er erzählt schön verpackte, humorige Geschichten wie sie alle Anwesenden tagtäglich erleben. “Gute Mütter sind nie im Hier und Jetzt. Sie befinden sich auf dem Weg ins pädagogische Nirwana”, sagt er. Und legt noch einen drauf: “Mütter wollen sich jeden Tag den pädagogischen Oscar verleihen.” Die Omnipräsenz der Eltern – im Speziellen der Mütter – sei heutzutage viel größer alles noch vor zwei, drei Jahrzehnten. “Mütter wollen alles kontrollieren. Wenn Oma babysitten darf, wird sogar noch der richtige Saft mitgebracht.”

“Pädagogische Erleuchtung”

Die Botschaft ist klar: Eltern müssen sich auch mal etwas zurücknehmen, auch wenn es nicht leicht ist. Das Ziel könne nicht die “pädagogische Erleuchtung” sein. Erziehung hat etwas mit Begleitung zu tun und nicht mit dem Begriff “ziehen”.

“Lache drei Mal am Tag mit deinem Kind”

Lachen ist für Rogge eine zentrale Anwendung in der Erziehung von Kindern. Er zitiert den Schweizer Pädagogen Johann-Heinrich Pestalozzi (1746-1827): “Lache drei Mal am Tag mit deinem Kind, dann geht es dir gut. Einmal über dich selbst, einmal über dein Kind und einmal gemeinsam mit deinem Kind.” 

“Kind vor dir und in dir”

Man solle bei der Kinderziehung immer bedenken, dass man eines vor sich habe und eines in sich. “Wer sich mit dem Kind in sich auseinandergesetzt hat, der muss nichts mehr gutmachen”, hält Rogge fest.

Kinder sind den Eltern wichtig

Zwei Stunden lang unterhielt Jan-Uwe Rogge mit seinem Votrag die Besucher und regte zum Nachdenken an. Aber über seinen eigenen Schatten zu springen, das Gehörte umzusetzen und zu verinnerlichen ist nicht immer leicht, denn eines gilt für alle anwesenden Eltern: Ihr Nachwuchs ist ihnen über alles wichtig – und darum (mit etwas mehr loslassen können) geht es schlussendlich. (MSP)

Rogge-Zitate vom Vortrag in Kennelbach:

“Gute Mütter sind nie im Hier und Jetzt, sondern im pädagogischen Nirwana.”

“Sie (Mütter, Anm. d. Red.) wollen sich jeden Tag den pädagogischen Oscar verleihen.”

“Heute steckt hinter jedem Busch die Mutter.”

“Ich bin nicht frauenfeindlich, die Männer bekommen es auch noch ab.”

“Zeugt ein zweites Kind – der Südwind bläst gerade gut.”

“Heute heißen die Mittelkinder … wer weiß es?… Sandwichkinder.”

“Kinder lieben den Vater. Sie können sich nicht vorstellen, dass das mit der Mutter schon alles ist.”

“Ein Kind fragte mich: Mama sagt immer: ,Ich will doch nur dein Bestes.” Was bleibt dann für mich?”

“Bei Oma ist alles besser. Warum sagen Mütter dann nicht zu ihren Kindern: ,Dann zieh doch dort ein?”

“Sie (Papas, Anm. d. Red.) falten die vollgeschissene Windel nur einmal – damit sie in den Recycling-Kübel passt.”

“Väter sind anders und das ist auch gut so.”

“Früher hatten Kinder einen Namen – heute ein Rolle.”

“Kinder lieben beide – den Vater der ,Wow’ ist und die Mutter, die am Wochenende die Mücke macht.”

“Kinder finden die passenden Freunde, aber die passen den Eltern nicht. Dazu sind Kindergarten und Schule da.”

“Man darf als Mutter auch mal durchdrehen.”

“Schön, dass Du mir Grenzen setzt. Ich (das Kind, Anm.d.Red.) habe darauf gewartet. Kinder gehen ins Land jenseits der Grenze, weil dort etwas ist. Nämlich Sauereien.”

“Wenn fünfjährige Kinder sagen: ,Das mach ich jetzt immer’, dann wissen Sie, dass Ihr Kind Demenz hat.”

“Gandhi hat einst sinngemäß formuliert. Kinder sind die wahren Weisheitslehrer. Und Weisheit hat er definiert als Geduld, Geduld als etwas, das man immer wieder üben müsse, so lange eben bis man weise sei.”

Bücher gewinnen:
Rogge, der seit 30 Jahren als Familien- und Kommunikationsberater tätig, ist auch ein erfolgreicher Buchautor. Sein aktuelles Buch heißt “Viel Spaß beim Erziehen” (2011,Verlag Rowohlt). VOL.AT und Das Buch im Messepark verlosen zwei Bücher (“Viel Spaß beim Erziehen”). Einfach eine E-Mail mit Betreff “Rogge” an marc.springer@russmedia.com senden und schon sind Sie dabei.

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