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Vorsorge senkt die Sterblichkeit

Med Konkret: Expertinnen benannten Mammografie-Screening als wichtigste Methode der Früherkennung.

Brustkrebs ist nach wie vor die häufigste Krebserkrankung bei Frauen und die häufigste Krebstodesursache. Es gibt aber auch gute Nachrichten: Dank Früherkennung sowie innovativer Therapien konnte die Sterberate um gut 40 Prozent gesenkt werden. "Die Zahl der Neuerkrankungen ist seit 1995 ebenfalls gleichgeblieben", verdeutlichte Oberärztin Judith Mathis vom Brustzentrum im LKH Feldkirch den Wert der Vorsorge. Sie machte jedoch deutlich, dass es bei dem 2014 in Österreich eingeführten Mammografie-Screening noch viel Luft nach oben gibt. "Eine Früherkennung kann den Krebs nicht verhindern", betonte die Gynäkologin, "aber die regelmäßige Vorsorge ermöglicht eine frühzeitige Diagnose und Behandlung und damit eine Senkung der Mortalität." Zudem würden sich größere Operationen oder unnötige Therapien vermeiden lassen, werde der Tumor in einem frühen Stadium festgestellt.

Screening empfohlen

Als Ziel formulierte Mathis die Verringerung der Diagnosen von fortgeschrittenem Brustkrebs. Wichtigste Methode der Früherkennung sei ganz klar das Mammografie-Screening. Es wird in zweijährigem Intervall für Frauen zwischen 45 und 69 Jahren empfohlen. Auch in höherem Alter kann das Screening noch in Anspruch genommen werden, "ein Nutzen nachgewiesen ist aber ganz klar nur bis 74", ergänzte Judith Mathis. Der Ultraschall als alleinige Methode ist nicht geeignet. "Er wird ergänzend bei einem erhöhten Risiko empfohlen", sprach die Ärztin die größte Sorge von Frauen, nämlich die Strahlenbelastung durch die Mammografie an. Sie beruhigte: "Die Strahlenbelastung ist sogar niedriger als jene, der wir auf natürlichem Weg ausgesetzt sind." Eine sogenannte intensivierte Früherkennung gilt für Frauen mit erhöhtem familiärem Risiko sowie einem Lebenszeitrisiko von über 20 Prozent. In solchen Fällen setzt die Vorsorge bereits mit 18 ein.

Familiäre Vorbelastung als Risiko

Hauptrisikofaktor für die Ausbildung eines Mammakarzinoms ist eine familiäre Vorbelastung. Weitere Risiken bergen unter anderem eine späte Schwangerschaft, Kinderlosigkeit und eine lange Hormonersatztherapie. Die Pille verursacht laut aktueller Studienlage kein höheres Risiko, wohl aber gilt das für Übergewicht, Alkohol, Rauchen, fettreiche Ernährung, Bewegungsmangel und Leiden wie Diabetes Typ II. An Möglichkeiten der Vorbeugung nannte Judith Mathis körperliche Aktivität, fettarme und ballaststoffreiche Ernährung mit Olivenöl und Gemüse, und der Verzehr von über 10 Gramm Nüssen pro Tag zeitigt schützende Effekte. Ebenso wie Über- sollte auch Untergewicht vermieden werden.

Selbstuntersuchung

Elisabeth Friesli informierte über die Aufgaben einer Breast Care Nurse. Sie hat diese Spezialausbildung 2007 absolviert und kann sie laut eigenen Aussage nur empfehlen. Brustschwestern unterstützen die Ärzte, sie sind beim Erstgespräch mit den Patientinnen dabei und reden danach allein mit den Frauen, um Fragen, die auftauchen, etwa zur Chemotherapie, aufzuarbeiten. Friesli erläuterte außerdem die Selbstuntersuchung der Brust. Als idealen Zeitpunkt dafür gab sie eine Woche nach Beginn der Regel an. "Die Tastuntersuchung sollte Brustdrüse, Achselhöhle und Schlüsselbeinbereich einschließen", erklärte Elisabeth Friesli. Sie verwies auch auf die Krebshilfe und die Frauenselbsthilfe nach Krebs, die wertvolle Unterstützung leisten.

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