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Vorarlbergs filmreifste Lovestory

Seine Zivilcourage hat Oliver Bereuter das Liebesglück mit seiner Johanna gebracht.
Seine Zivilcourage hat Oliver Bereuter das Liebesglück mit seiner Johanna gebracht. ©Oliver Bereuter
Als Johanna 2013 einen Autounfall hat, ist Oliver aus Wolfurt als erster Helfer am Unfallort. Jetzt hat das Paar geheiratet.

Von: Anja Förtsch (WANN & WO)

Johanna Bereuter hat immer von einem Ritter auf dem weißen Pferd geträumt. Den bekam sie zwar nicht – dafür aber etwas viel Besseres: einen Retter im weißen Jeep. Johanna und ihr Retter Oliver spielen nämlich die Hauptrollen in der wohl außergewöhnlichsten und filmreifsten Liebesgeschichte Vor-
arlbergs. Und die beginnt im September 2013: „Ich war damals jeden Mittwoch mit meinem Vater klettern. Danach sind wir immer noch etwas trinken gegangen“, erzählt Oliver Bereuter WANN & WO. „An diesem Tag haben wir das zum ersten Mal nicht gemacht.“ Genau dieses nicht getrunkene Bier ist der erste in einer ganzen Reihe von glücklichen Zufällen. Denn nur so kann Bereuter zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein: „Ich war gerade auf der Rheintalautobahn unterwegs, als an der Ausfahrt Dornbirn Süd mal wieder Stau war.

Filmreife Rettung

Am Ende des Staus sieht er, dass ein Auto falsch herum in der Ausfahrt steht. Mit deutschem Kennzeichen. „Im ersten Moment dachte icht: Na toll, wieder ein Tourist, der nicht Autofahren kann“, erzählt Bereuter lachend. Als er näherkommt, ändert sich seine Meinung aber schlagartig. „Ich habe eine junge, blonde Dame zusammengekauert im Auto weinen sehen. Da wusste ich, hier stimmt etwas nicht.“ Bereuters Helferherz ist geweckt. „Ich habe meinen Jeep vor ihrem Auto geparkt, bin rausgesprungen, habe an ihrer Scheibe geklopft und gesagt: ‚Du musst aus dem Auto raus, das ist gefährlich! Schnell, spring hinter die Leitplanke!‘“ Danach wird es noch filmreifer: Bereuter hält einen Reisebus an und lässt ihn als Absperrung hinter den beiden Autos parken. Danach springt er ins Auto der jungen Frau, wendet es, lässt sie wieder einsteigen und hinter ihm herfahren bis zu einem Parkplatz am Messepark. „Dort habe ich dann das erste Mal so richtig mit ihr geredet.“ Bereuter beruhigt die völlig unter Schock stehende Johanna – und kann sich auch einen Witz nicht verkneifen: „Ich habe sie gefragt, ob sie eigentlich immer so einen Aufwand macht, um einen Typen kennenzulernen“, erzählt er und lacht. Nach dem ersten Schock schildert Johanna ihm, was passiert ist. Ein anderes Auto hatte sie an der Ausfahrt geschnitten, sie hatte sich mit ihrem Pkw dann gleich zweimal gedreht und war verkehrt herum stehen geblieben. Am Ende fragt Johanna Oliver nach seiner Handynummer, für den Fall, dass sie für die Polizei oder die Versicherung zum Beispiel noch einmal irgendetwas von ihm bräuchte. „Nach drei, vier Wochen klingelte dann tatsächlich mein Telefon. Aber Johanna fragte mich nicht nach einer Zeugenaussage, sondern ob ich mit ihr etwas trinken gehen würde, als Dank sozusagen“, erzählt der ursprüngliche Wolfurter.

Ungeplantes Glück

Die beiden treffen sich danach noch mehrfach, dann verabschiedet sich Johanna erst einmal für drei Wochen in den Urlaub. „In der Zeit habe ich gemerkt, dass da etwas ist. Dass mir diese Frau so richtig etwas bedeutet“, erinnert sich Oliver. Johanna geht es damit nicht anders – und das junge Glück lässt sich nicht lange Zeit: „Uns war beiden von Beginn an klar, dass das mit uns etwas Besonderes ist. Und dass es für immer sein soll“, freut sich Bereuter. Schon zum Osterfest kommt dann die Nachricht, dass der erste Nachwuchs unterwegs ist. Kasper kommt im Dezember 2014 auf die Welt, Rosalia drei Jahr später. Und jetzt, im November 2018, eben die Hochzeit. „Wenn es so passiert, dann ist es ein Zeichen. Dann ist es einfach einmalig“, ist sich Bereuter sicher. „Wenn man offen ist für solche Zufälle, dann passieren sie auch.“

Freunde und Familie des Paares: Zu schön, um wahr zu sein

Die Geschichte von Johanna und Oliver scheint fast zu märchenhaft, um wahr zu sein – das fanden anfangs auch die Freunde der beiden, erzählt der frischgebackene Bräutigam. “Alle meine Kollegen haben am Anfang gesagt: ‚Das gibt‘s ja nicht!‘” Und auch bei der Mutter seiner Angebeteten hatte er natürlich gleich einen Stein im Brett, lacht er: “Johannas Mutter mochte mich schon, bevor sie mich überhaupt kennengelernt hatte. Klar, schließlich hatte ich ihre Tochter gerettet.”

(WANN & WO)

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