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Vorarlberger Wirtschaft verliert leicht an Schwung

Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) präsentierte "Vorarlberger Wirtschaftsbericht 2018/19"
Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) präsentierte "Vorarlberger Wirtschaftsbericht 2018/19" ©VLK
In der zweiten Jahreshälfte 2018 hat die Weltwirtschaft merklich an Schwung verloren und das ist auch in Vorarlberg spürbar.

Aber auch angesichts einer solchen Entwicklung erweist sich die heimische Wirtschaft als stabil. Das belegen die aktuellen Daten im Wirtschaftsbericht 2018/19, den die Landesstelle für Statistik und die Wirtschaftskammer Vorarlberg wieder gemeinsam herausgegeben haben.

Überdurchschnittliches Wachstum

Die Wirtschaft in Vorarlberg hat 2018 gemäß WIFO-Hochrechnung um 3,2 Prozent zugelegt, österreichweit betrug das Wirtschaftswachstum 3,0 Prozent. Die Sachgüterproduktion konnte gesteigert, ebenso die Produktion der Industrie. Auch Gewerbe und Handwerk verzeichnen ein Plus. Die Bauwirtschaft ist mit plus 19,7 Prozent beim Produktionswert deutlich überdurchschnittlich. Der Vorarlberger Einzelhandel erzielte 2018 wiederum ein überdurchschnittliches Umsatzplus, sowie dieses Mal auch wieder die Dienstleistungsbranche.

Weniger Arbeitslose

Die Arbeitslosenquote ist 2018 in allen neun Bundesländern Österreichs zurückgegangen. In Vorarlberg betrug sie 5,4 Prozent, das ist um 0,4 Prozentpunkte unter dem Wert von 2017 und um 2,3 Prozentpunkte unter dem Österreichniveau. Im Bundesländervergleich rangiert Vorarlberg nach Tirol, Oberösterreich und Salzburg an vierter Stelle. Für das laufende Jahr wird zwar ein geringeres Wirtschaftswachstum, aber trotzdem ein weiterer leichter Rückgang der Arbeitslosenquote erwartet.

Gleichzeitig nimmt die Zahl der unselbständig Beschäftigten weiter zu. Im Jahresdurchschnitt 2018 standen in Vorarlberg 166.284 Menschen in Beschäftigung (+2,4 Prozent). Nicht in dieser Zahl enthalten sind die geringfügig Beschäftigten, das sind nochmals rund 16.000 Menschen.

Neben dem Anstieg bei den Beschäftigungsverhältnissen sind auch die Lehrlingszahlen leicht gestiegen. Insgesamt standen per Jahresende in 1.873 Betrieben 7.047 Lehrlinge in Ausbildung, um 0,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. 53,8 Prozent der Vorarlberger Jugendlichen haben sich für eine Lehre entschieden, das ist ein leicht höherer Anteil wie im Vorjahr. Vorarlberg ist damit weiterhin das Bundesland mit der höchsten Lehrlingsquote in Österreich.

Im Jahresschnitt 2018 waren 2.307 Personen (-1,2 Prozent) in einer Bildungsmaßnahme oder Arbeitsstiftung des AMS integriert. In den ersten fünf Monaten 2019 war gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres ein Rückgang auf 2.303 (-9,9 Prozent) Personen feststellbar.

Produktionsstandort Vorarlberg

Vorarlberg gehört mit Oberösterreich zu den stärksten Regionen in der Sachgüterproduktion. Der Produktionsindex ist 2018 erneut um 3,4 Prozent gestiegen. Vor allem die Metallerzeugnisse haben zur positiven Entwicklung beigetragen. Die Industrieproduktion ist 2017 leicht zurückgegangen (0,7 Prozent), hat aber 2018 aber wieder um 2,4 Prozent zugelegt.

Positive Einschätzung der Geschäftslage

Robuster als angenommen zeigen sich die Ergebnisse der Konjunkturumfrage in der Vorarlberger Industrie. Der Geschäftsklimaindex – der Mittelwert aus der aktuellen Geschäftslage und der Einschätzung der Geschäftslage in sechs Monaten – ist gegenüber dem 4. Quartal 2018 von 30,1 auf 33,2 Prozentpunkte leicht gestiegen und zeichnet somit ein im Vergleich zum Vorjahr etwas optimistischeres Bild.

69 Prozent der Befragten beurteilen ihre aktuelle Geschäftslage dabei mit gut bzw. steigend, von weiteren 25 Prozent wird sie als zumindest gleichbleibend eingeschätzt. Als größte Herausforderungen werden weiterhin der Fachkräftemangel, der stärkere internationale Wettbewerb mit einem nach wie vor hohen Druck auf die Verkaufspreise sowie die geopolitischen Unsicherheiten genannt. Aber dank der nach wie vor guten Geschäftslage sind auch die Investitionsabsichten deutlich höher als im Vorjahr.

Exporte weiter im Aufschwung

Der Gesamtwert der Ausfuhren in den Monaten Jänner bis Juni 2018 beträgt 5,19 Milliarden Euro und ist damit um 1,8 Prozent höher als in der ersten Jahreshälfte 2017. Der Anteil der Vorarlberger Exporte am gesamten Exportvolumen Österreichs beträgt 6,9 Prozent – bei einem Bevölkerungsanteil von 4,4 Prozent. Die Vorarlberger Exportquote liegt bei knapp 60 Prozent. Es ist zu erwarten, dass für das Jahr 2018 der Wert der Ausfuhren erstmals rund 10,4 Milliarden Euro betragen wird. Die Vorarlberger Wirtschaft exportiert deutlich mehr Waren und Güter als importiert werden. Dies wirkt sich auf die Handelsbilanz positiv aus. Im ersten Halbjahr 2018 wurde ein Handelsbilanzüberschuss von 158 Millionen Euro erzielt.

Der überwiegende Teil der Vorarlberger Exporte geht in die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union. Dorthin wurden im ersten Halbjahr 2018 Waren im Wert von 3,3 Milliarden Euro (+8,1 Prozent) exportiert. Mit einem Anteil von 48 Prozent dieser Ausfuhren ist Deutschland weiter mit großem Abstand der wichtigste Handelspartner Vorarlbergs.

Öffentlicher Hochbau

Die Vorarlberger Bauwirtschaft konnte beim Produktionswert auch 2018 eine deutliche Steigerung verzeichnen (+19,7 Prozent) und setzte damit ihre die positive Entwicklung fort – sowohl im Hochbau wie auch im Tiefbau. Die größte prozentuelle Steigerung verzeichnete der öffentliche Hochbau mit einem Plus von 45,8 Prozent.

Etwas weniger optimistisch war der Start in das Jahr 2019. Rechneten 2018 noch 34 Prozent der Betriebe mit steigenden Auftragszahlen, so tun das aber immerhin immer noch 24 Prozent. Einzelhandel und Dienstleistungssektor überdurchschnittlich Der Vorarlberger Einzelhandel verzeichnete mit +1,5 Prozent ein weiteres Mal einen nominellen Umsatzzuwachs, im Bundesländervergleich sogar den stärksten. Österreichweit betrug das nominelle Plus 1,0 Prozent. Bei der realen Umsatzentwicklung hingegen hatten alle Bundesländer ein Minus zu verzeichnen, einzig Vorarlberg blieb mit einer Stagnation (+/- 0 Prozent) von einer negativen Entwicklung verschont.

In der Sparte Information und Consulting ging die positive Entwicklung auch 2018 weiter. Im Österreichdurchschnitt stieg der Spartenumsatz gegenüber dem Vorjahr nominell um 7,2 Prozent, in Vorarlberg sogar um 9,9 Prozent.

Tourismus

Von Mai bis Oktober 2018 haben rund 1.244.500 Gäste 4.022.800 Übernachtungen gebucht – so viele wurden noch nie gezählt. Das letzte Mal wurde im Jahr 1992 die Vier-Millionen-Grenze überschritten.

In der Wintersaison 2018/19 brachten 1.235.000 Gäste 5.028.000 Übernachtungen. Damit konnte das Ergenis des Winters 2017/18 beinahe wieder erreicht werden. Im Vorjahresvergleich gingen die Ankünfte um 1,2 Prozent und die Nächtigungen um 1,4 Prozent zurück.

Rückgang bei Insolvenzen

Im Jahr 2018 gab es in Vorarlberg mit 1.129 Unternehmensgründungen (ohne selbständige Personenbetreuerinnen) gegenüber dem Jahr zuvor einen Zuwachs um 10,5 Prozent. Im Durchschnitt der letzten zehn Jahre waren es jährlich 986 Gründungen. Die Zahl der Insolvenzen sank um 2,5 Prozent auf 119 Fälle.

Innovationsquote

In Sachen Kreativität und Erfindungsreichtum mischt Vorarlberg im Bundesländervergleich weiter vorne mit. 2018 gab es 131 nationale Patentanmeldungen aus Vorarlberg, etwas weniger als im Jahr davor (2017: 142). Mit 34 Patentanmeldungen pro 100.000 Einwohner liegt Vorarlberg
auf Platz drei im Länderranking, der Österreich-Durchschnitt liegt bei 23 Anmeldungen.

Wirtschaftskammerpräsident Metzler freut sich, dass alle Branchen zum positiven Stimmungsbild beigetragen haben. „Allerdings lässt die Dynamik rund um uns nach“, gibt er zu bedenken.

Aus diesem Grund brauche es sowohl auf europäischer wie nationaler und regionaler Ebene wesentliche Weichenstellungen. „Neben Entlastungen bedarf es kluger Positionierungen, um im Wettbewerb auch weiterhin bestehen zu können.“, betont Metzler.

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