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Vorarlberger Tourismuswirtschaft lehnt Manipulationsgebühr ab

Die Touristiker gehen mit der angedachten "Manipulationssteuer" hart ins Gericht.
Die Touristiker gehen mit der angedachten "Manipulationssteuer" hart ins Gericht. ©VOL.AT/Riedmann
Statt der neuen „Strafgebühr“ für Kündigungen fordert die Vorarlberger Wirtschaftskammer intelligente Rahmenbedingungen, um neue Jahresarbeitszeitmodelle zu ermöglichen. Vor allem für die Tourismusbetriebe bedeutet die Manipulationsgebühr laut Spartenobmann Harald Furtner einen enormen finanziellen Aufwand.
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110 Euro sollen künftig bei der Kündigung eines Arbeitnehmers fällig werden. Die Regierung spricht dabei von einer Lenkungsmaßnahme, die Betriebe treffen soll, welche Kündigungen missbräuchlich zum „Parken“ von unterbeschäftigten Mitarbeitern verwenden. Besonders betroffen von dieser Regelung ist die Tourismuswirtschaft. „Alleine in Vorarlberg werden für die Hotellerie und Gastronomie heuer für die 4000 Saisonkräfte rund 1 Million Euro fällig“, rechnet der Geschäftsführer der Sparte Tourismus, Harald Furtner, vor. Er bezweifelt, dass durch diese sogenannte Manipulationsgebühr eine Lenkung stattfindet.

Situation derzeit unbefriedigend

Die Problematik, die sich durch den Zwei-Saisonen-Tourismus ergibt, wurde laut Furtner von der Politik schlichtweg negiert, und er fügt hinzu: „Für die Betriebe ist die derzeitige Situation sicher nicht befriedigend. Die Kündigungen nach der Saison bringen einen hohen finanziellen und bürokratischen Aufwand mit sich. Auch die Suche nach Mitarbeitern ist für Arbeitgeber und Arbeitnehmer aufreibend.“

Arbeitszeitmodell der WKV

„Die Wirtschaftskammer Vorarlberg hat ein neues Arbeitszeitmodell ausgearbeitet, das eine Durchrechnung ohne Kündigung möglich machen würde. Es hat auch schon erste Gespräche mit dem Arbeitsmarktservice im Land gegeben und man ist mit dem Modell auf positive Resonanz gestoßen“, so Furtner. Dass von der Wirtschaftskammer vorgelegte Modell erhöhe die Arbeitsplatzsicherheit, auch die Betriebe könnten dann langfristiger planen. „Statt sich Strafmodelle wie die Manipulationsgebühr auszudenken, hoffen wir, dass auch auf Bundesebene neue Ideen eine Chance bekommen. Das wäre eine Lenkungsmaßnahme, die tatsächlich was bringt“, erklärt Furtner abschließend.

VOL.AT/Robert Blum

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