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Vorarlberger Nachrichten liefern „Aufreger“

Stronach sorgte im VN-Interview für einen Aufreger
Stronach sorgte im VN-Interview für einen Aufreger ©Oliver Lerch
Der österreichische Wahlkampf habe seinen ersten Aufreger, berichten die Medien weltweit und zitieren das VN-Interview, in dem Frank Stronach die Todesstrafe für Berufskiller fordert.
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Karl: "Diskussion erübrigt sich"

Bereits im Juli hatten die VN für einen Aufreger gesorgt: ÖVP-Chef Spindelegger sagte im Interview, das Pensionsantrittsalter der Frauen solle erhöht werden – das ist noch immer Wahlkampfthema.

Spitzenpolitiker zum Stronach-Vorstoß

Bundespräsident Fischer: “Ich begrüße die breite Ablehnung des Vorschlags. Es würde mir Sorgen machen, wenn er auch nur im Ansatz ein positives Echo ausgelöst hätte.”

Kanzler Faymann (SPÖ): “Das ist der traurige Höhepunkt des Wahlkampfes. Noch nie hat ein Spitzenkandidat die Todesstrafe gefordert.”

Justizministerin Karl (ÖVP): “Jede Diskussion darüber erübrigt sich. Wir haben – Gott sei Dank – keine Todesstrafe in Österreich und hohe menschenrechtliche Standards.”

Heinz-Christian Strache (FPÖ): “Frank Stronach hat gesagt, er wolle die Todesstrafe für Berufskiller. Berufskiller bitte aufzeigen! Wo, bitte, sind sie?”

Eva Glawischnig (Grüne): “Auch Milliardäre haben keine Narrenfreiheit. Wir brauchen keinen elektrischen Stuhl. Da ist Herr Stronach noch nicht in Europa angekommen.”

Josef Bucher (BZÖ): “Dieser Vorschlag widerspricht Standards in einer zivilisierten Gesellschaft wie Österreich und ist aus rechtsstaatlicher Sicht klar abzulehnen.”

 

Letzte Hinrichtung im Land nach dem Zweiten Weltkrieg

Die letzte Hinrichtung in Vorarlberg wurde nach dem Zweiten Weltkriegim Jahr 1945 vollstreckt. Die Todesstrafe wurde von der französischen Militärregierung ausgesprochen. Damals wurde ein polnischer Arbeiter zum Tode verurteilt, der im Juli 1945 mit seinen Kumpanen in Braz zwei Bahnbeamte ermordet hatte. Die Mittäter wurden zu hohen Haftstrafen verurteilt.

„Schon als Knabe bösartig”

Die letzte Hinrichtung, die auf Betreiben der Vorarlberger Behörden in Vorarlberg vollstreckt wurde, gab es im Jahr 1864 in Göfis. Wegen zweifachen Mordes wurde damals der 36-jährige Joseph Gasser aus Lauterach zum Tode verurteilt. Den Polizeiakten zufolge war Gasser „schon als Knabe bösartig und wurde vom Vater in die Leidenschaft des Trunkes eingeführt”. Später war er zwei Mal verheiratet und Vater zweier Kinder. Wegen seiner „harten Gemütsart und Rohheit, durch welche auch seine zwei Gattinnen zu leiden hatten”, sei er gefürchtet gewesen. Mehrmals saß er wegen schwerer Körperverletzung im Kerker. In der Nacht auf den 18. Jänner 1864 kam er den Polizeiakten zufolge betrunken nach Hause, prügelte Frau und Kind und erschoss den Nachbarhund. Als die Gendarmerie eintraf, wurden in einem Feuergefecht ein Beamter und ein Zivilist von Gasser erschossen, ein weiterer Gendarm wurde schwer verletzt.

„Gasserplatz” zur Erinnerung

Joseph Gasser wurde vom k. k. Kreisgericht Feldkirch und vom k. k. Oberlandesgericht Innsbruck zum Tode verurteilt und am 9. September 1864 um neun Uhr auf dem in der Steinwaldung der Gemeinde Göfis gelegenen Richtplatz durch den Strang hingerichtet. Die Hinrichtungsstätte heißt heute noch „Gasserplatz”.
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