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Vorarlberger Landestheater mit starker "Tasso!"-Premiere

Generalprobe des Stücks "Tasso!" am Landestheater.
Generalprobe des Stücks "Tasso!" am Landestheater. ©Steurer
Kaum war die Wiedereröffnung der Vorarlberger Theater fix, setzte das Vorarlberger Landestheater "Tasso!" nach Johann Wolfgang von Goethe auf den Spielplan. Am Samstag gefiel die Premiere im Bregenzer Theater am Kornmarkt: Die Inszenierung von Milena Fischer ist an manchen Stellen mühsam, die klassische Sprache schwermütig - die interaktiven Elemente des Theaterabends versetzten dem Stück aber einen kraftvollen Impuls ins Jetzt. Das Publikum nahm die Aufführung sehr gut auf.
Fotos von der Generalprobe
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Bregenz. Dreimal verschoben, im November als filmische Adaptierung gezeigt, kommt die Produktion "Tasso!" nach Goethe jetzt endlich auf die Bühne und vor Publikum. Und Letzteres darf von Beginn an ein Teil davon sein. Bereits zehn Minuten vor Beginn des Stücks kommen die Schauspieler auf die Bühne und begrüßen die Gäste. 100 Personen sind erlaubt, das ist in einem Haus mit rund 500 Sitzplätzen recht übersichtlich.

Wie verändert man die Welt?

Im "Tasso!" von Milena Fischer wird der klassische "Torquato Tasso"-Stoff mit aktuellen Themen wie etwa dem Klimawandel ergänzt. Zudem sind die Charaktere Aktivisten. Die Grundfrage aber bleibt dieselbe: Wie verändert man die Welt? Tasso, Leo und Toni haben unterschiedliche Ansätze, die von der Kunst über die Politik bis hin zur Wissenschaft reichen.

Das Stück spielt auf zwei Ebenen. Einerseits gibt es die Dialoge der Hauptfiguren - ihre Kämpfe, ihre Auseinandersetzungen und auch ihr Flehen um Nähe. Tobias Krüger gibt den Tasso kraftvoll bis aggressiv. Emotional anrührend ist sein Plädoyer für seine Zunft - "Ich bin nichts. Ohne die Bühne ist kein Talent mehr übrig.", - um dann noch selbstironisch anzufügen: "Ist das Kunst? Dann kann es weg!" David Kopp hält als Antonio (Toni) mit Krüger mit, und Vivienne Causemann ist eine souveräne Leonore (Leo). Sie hält die Fäden in der Hand, dirigiert die beiden Männer und treibt andererseits die Interaktion mit den Zuhörern voran.

Was soll die Version von einem besseren Leben sein?

Dies ist die zweite Ebene der Inszenierung von Milena Fischer. Quasi eine Podiumsdiskussion über eine verantwortungsvolle Gestaltung von Gegenwart und Zukunft. Im Speziellen geht es darum, dass Vorarlberg eine Modellregion für eine autofreie Region geworden sei und es jetzt um das nächste große Thema geht. "Was soll die Version von einem besseren Leben sein?" Diese zweite Ebene wird verstärkt durch das Hochfahren des Saallichts und der direkten Ansprache des Publikums. Das geht so weit, dass das Publikum auch abstimmen darf, wer die Bühne verlassen soll.

Am Ende des Abends ist die Lösung eine simple, von Leonore artikuliert: "Verantwortung übernehmen und nett zueinander sein." Das Stück endet mit der Frage an die Zuschauer: "Wer sind wir morgen? Wer werden wir morgen gewesen sein?"

Die Aufführung wurde auf der Vorbühne vor dem eisernen Vorhang gespielt. Keine Absicht, sondern dem Umstand geschuldet, dass das Stück so kurzfristig auf den Spielplan kam. Das Original-Bühnenbild (von Birgit Klötzer) konnte nicht mehr rechtzeitig aufgebaut werden, wie Intendantin Stephanie Gräve in ihren Abschlussworten erwähnte. Dem Premieren-Publikum schien das Bühnenbild aber nicht zu fehlen. Die Reaktion für diese Inszenierung war überwiegend zustimmend und sehr wohlwollend. 100 Zuschauer können sich doch laut anhören.

(APA)

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