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Vorarlberger Forscher für Autismus-Forschung ausgezeichnet

Martin Breuss wurde für seine Autismus-Forschung ausgezeichnet.
Martin Breuss wurde für seine Autismus-Forschung ausgezeichnet. ©Youtube
Drei in den USA tätige österreichische Forscher wurden Donnerstagabend mit den ASCINA-Awards ausgezeichnet. Darunter auch der Vorarlberger Molekularbiologe Martin Breuss.

Seit 2008 werden mit den ASCINA-Preisen junge österreichische Forscher für jüngst publizierte Arbeiten, die an nordamerikanischen Forschungseinrichtungen entstanden sind, ausgezeichnet. Verliehen werden sie vom Bildungsministerium und dem Verein ASCINA (Austrian Scientists and Scholars in North America) nach Begutachtung durch den Wissenschaftsfonds FWF.

Vorarlberger für Autismus-Forschung ausgezeichnet

Der 36-jährige gebürtige Vorarlberger Martin Breuss erhielt einen der beiden mit je 7.500 Euro dotierten ASCINA-Preise für "Young Scientists". Im Mittelpunkt seiner im Fachjournal "Nature Medicine" erschienenen Arbeit stehen jene Fälle von Autismus, die von spontanen Mutationen verursacht werden. Er hat eine Methode entwickelt, durch Untersuchung des Spermas abzuschätzen, wie hoch das Risiko ist, eine vom Vater vererbte Mutation ein weiteres Mal weiter zu geben, also das Autismus-Risiko für Nachkommen abzuschätzen. Auch Breuss hat an der Uni Wien Molekularbiologie studiert und seinen PhD am Institut für Molekulare Pathologie (IMP) gemacht. Seit 2015 arbeitet er an der University of California in San Diego (Kalifornien).

Der zweite Preis für "Young Scientists" ging an den Philosophen Thomas Pölzler. Der 36-jährige Steirer hat sich im Fachjournal "Review of Philosophy and Psychology" mit der Frage auseinandergesetzt, ob moralische Urteile objektiv sind, und untersucht, wie Laien darüber denken. Dabei zeigte die meisten davon moralische Urteile für nicht objektiv halten, sondern annehmen, dass genau das richtig oder falsch ist, was sie selbst oder ihre Kultur als solches erachten. Pölzler hat Philosophie an der Universität Graz studiert und ging 2018 mit einem Erwin Schrödinger-Stipendium an das Psychology Department des College of Charleston. Mittlerweile arbeitet er wieder an der Uni Graz.

"Wichtige Botschafter unseres Landes"

Wissenschaftsminister Heinz Faßmann (ÖVP) bezeichnete die Preisträger mit ihrer Tätigkeit an prominenten nordamerikanischen Universitäten und ihren Publikationen in renommierten Journalen als "wichtige Botschafter unseres Landes und unserer Hochschulen" sowie als Beweis dafür, "dass die Möglichkeit an ausländischen Forschungsinstitutionen zu arbeiten, eine wesentliche Voraussetzung für Spitzenleistungen und Fortschritte in Wissenschaft und Forschung ist".

Wiener findet neuen Angriffspunkt für Krebsbehandlung

Der mit 10.000 Euro dotierte "Junior Principal Investigator"-Award ging an den 39-jährigen gebürtigen Wiener Daniel Schramek vom Mount Sinai Hospital in Toronto und der Universität Toronto (Kanada). Er hat in seiner im Fachjournal "Science" veröffentlichten Arbeit durch die Erforschung zahlreicher seltener Mutationen in Kopf-Hals-Karzinomen einen möglichen neuen Angriffspunkt zur Behandlung gefunden. Wegen des großen Aufwands wurden bisher jene Hunderten Mutationen, die nur bei einem bis fünf Prozent der Erkrankten auftreten, wenig beachtet. Mit einer neuen Methode konnte Schramek gleich rund 500 solch seltener Mutation in eine Maus einbringen und studieren. Dabei zeigte sich, dass viele dieser Mutation im Endeffekt nur den NOTCH-Signalweg in Zellen ansprechen. Das ermöglicht nun, diesen Signalweg als Option für die Behandlung zu untersuchen.

Schramek hat an den Universitäten Wien und Sydney Molekularbiologie studiert und seinen PhD bei Josef Penninger am Institut für Molekulare Biotechnologie (IMBA) der Akademie der Wissenschaften (ÖAW) gemacht. Als Postdoc ging er 2011 an die Rockefeller University in New York und ist seit 2015 in Toronto tätig.

(APA)

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