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Vorarlberg-Wahl: SPÖ will um den zweiten Platz kämpfen

Braz - Mit der Betonung von sozialen Themen will die Vorarlberger SPÖ bei der Landtagswahl am 20. September ihren 2004 erreichten zweiten Platz verteidigen.
Wahlkampfauftakt der SPÖ
SPÖ stellt Wahlkampfteam vor

Nach 35 Jahren in der Opposition streben die Sozialdemokraten auch wieder die Mitwirkung in der Landesregierung an, allerdings “nicht um jeden Preis”, wie Spitzenkandidat und Landesparteivorsitzender Michael Ritsch am Donnerstag bei der Wahlkampfauftakt-Pressekonferenz der SPÖ in Braz (Bezirk Bludenz) unterstrich. “Wir sind Vorarlbergs soziale Kraft”, formulierte Ritsch das Motto für den SPÖ-Wahlkampf.

Angesprochen auf eine angestrebte Prozentzahl sagte Ritsch, dass zwischen minus fünf und plus fünf Prozentpunkten alles möglich sei. Zuletzt hat die SPÖ 2004 einen Stimmenanteil von 16,87 Prozent (plus 3,88 Prozentpunkte gegenüber 1999) erreicht und sitzt mit sechs Abgeordneten im 36-köpfigen Landesparlament. “Natürlich” wolle er nach der Wahl als Landesrat gestalten, bekannte Ritsch. Ziel von Ritsch ist aber ebenso der Bürgermeistersessel von Bregenz bei den 2010 anstehenden Kommunalwahlen.

Inhaltlich setzen die Sozialdemokraten praktisch ausschließlich auf Sozialthemen. “In allen Umfragen werden wir als Partei mit der größten Sozialkompetenz gesehen und liegen in diesem Bereich auch weit vor der ÖVP”, erklärte Ritsch. Als ein Hauptthema für den Wahlkampf nannte der Parteivorsitzende demnach die kostenlose Kinderbetreuung für Kinder im Alter von null bis sechs Jahren. Weitere Inhalte, mit denen die Sozialdemokraten punkten wollen, sind kostenlose Nachhilfe oder auch die gemeinsame Schule für 9- bis 15-Jährige.

Um die Auswirkungen der Wirtschaftskrise zu bekämpfen, soll ein “Vorarlberg-Fonds” eingerichtet werden, stellte Ritsch auch eine Forderung an das Land. Der “Vorarlberg-Fonds” soll durch die Krise in Not geratenen Kreditnehmern helfen, indem er bei einer Kredit-Stundung die weiterlaufenden Zinsen abdeckt.

Bei der Vorstellung des Kandidatenteams – die Listen wurden bereits im April des vergangenen Jahres präsentiert – betonte der SPÖ-Chef die Zukunftsfähigkeit der 16 ersten Kandidaten auf der Landesliste. “Der Altersdurchschnitt liegt bei unter 40 Jahren”, so Ritsch. Wer hingegen Landeshauptmann Herbert Sausgruber (V) wähle, “der wählt auch ein Stück Vergangenheit”. Ritsch zeigte sich überzeugt, dass Sausgruber – der bekräftigt, bei entsprechender Gesundheit die gesamte Legislaturperiode zu bestreiten – spätestens nach zwei bis drei Jahren für seinen “Kronprinzen” Markus Wallner Platz machen werde.

Die SPÖ-Liste schöpft mit 32 Frauen und 37 Männern die maximale Kandidatenanzahl aus. Neben den Landtagsabgeordneten sind für Ritsch etwa auch Martin Meusburger im Bregenzerwald, Lukas Riepler als Vorsitzender der Sozialistischen Jugend oder auch die Migrantin Hatice Kececi Hoffnungsträger. Im Anschluss an die Pressekonferenz zogen sich die SPÖ-Politiker in eine Klausur zurück. Dabei ging es darum, die im Wahlkampf geplante Hausbesuchstour – vorgesehen sind 80.000 Hausbesuche – zu koordinieren.

VOL Live: Interview mit Michael Ritsch

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