Vorarlberg von Unten - St. Anna Stollen in Bartholomäberg

©VOL.AT/Schwendinger
Bartholomäberg - Das Montafon hat eine lange Tradition im Bergbau. Einer der bekanntesten Stollen ist in Bartholomäberg: Der St. Anna Stollen. VOL.AT war im Rahmen von "Vorarlberg von Unten" vor Ort.
Bergwerk in Bartholomäberg
Bergwerksführer im Interview
Rundgang Teil2
Rundgang Teil1

Noch vor der Geburt Christi wurde der Bergbau auf der ganzen Welt betrieben. Bartholomäberg gehört zu den ältesten urkundlich erwähnten Bergbaugebieten im Alpenraum. Die frühesten noch erhaltenen Urkunden stammen aus dem 9. Jahrhundert. Abgebaut hat man Kupfer, Eisen und Silber, wobei letzteres nicht gerne gesehen wurde von den Bergleuten, wie Bergwerksführer Erich Fritz erklärt: “Silber war damals ein schlechtes Metall, man konnte es zu überhaupt nichts gebrauchen. Denn man brauchte Werkzeug.”

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Silber ist arsenhaltig

Erst im Mittelalter hätte man dann wieder vermehrt nach Silbererz gegraben. Lustige Geschichte am Rande: Das Silber, das im Montafon gefunden wurde, ist arsenhaltig, weiß Fritz: “Und weil das Nervengift in geringen Mengen die Manneskraft fördern soll, haben das früher die Frauen ihren Männern dem Essen beigemischt. Hat es nicht geklappt, erhöhten sie einfach die Dosis und so auch ihre Chance auf einen neuen Mann. Heute ist das aber verboten.”

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Sicherheit geht vor

Weil nicht nur die Frau, sondern auch die Arbeit im Bergwerk ihre Gefahren birgt, wird Sicherheit seit vielen Jahren im St. Anna Stollen großgeschrieben. “Jährlich gibt es eine Kontrolle der Bergbaubehörde, vom Sicherheitsbeauftragten vom Bund und vom Geologen”, informiert der Bergwerksexperte. Als eine Maßnahme verläuft im gesamten Stollen eine große Leitung, in der Frischluft von außen hineingepumpt werden kann. Dann gibt es noch Stützbalken an den sogenannten Störungszonen, die nach historischem Vorbild angebracht wurden, also wie vor Jahrhunderten.

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“Spione” im Fels

Besonders auffallend sind auch die 20 “Spione” in den Felsen, die vor Verschiebungen warnen sollen. “Das sind kleine Glasplatten, die bei der kleinsten Bewegung brechen. So weiß dann der Geologe, ob das Sicherheitsrisiko steigt”, so Fritz. Überprüft werden sie jeden Tag, für die Sicherheit der Besucher.

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Auch Telefonieren muss möglich sein

Auch ein Telefon, das nach außen funkt, ist Vorschrift: “Wenn man im Stollentelefon kurbelt, läutet es außen in der Bergwerksstube in der Leitung. Man kann dann bequem miteinander kommunizieren.”

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Fotos: VOL.AT/Schwendinger

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