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Vorarlberg treibt Energieautonomie voran

Vorarlberg soll bis 2050 energieautark werden.
Vorarlberg soll bis 2050 energieautark werden. ©Bilderbox
Bregenz - Die Vorarlberger Landesregierung hat am Montag einen Maßnahmenplan bis 2020 vorgestellt, um das Grundsatzziel "Energieautonomie 2050" voranzutreiben.

Vier Arbeitsgruppen zu erneuerbaren Energieträgern, Raumwärme, Industrie und Gewerbe sowie Mobilität und Raumplanung arbeiteten 40 Einzelmaßnahmen aus, die ab 2013 in Umsetzung gehen sollen. Vorgesehen sind auch Anpassungen bei der Wohnbauförderung des Landes, die ab 2014 nicht mehr nur auf den Heizwärmebedarf abgestellt werden soll, informierten Landeshauptmann Markus Wallner, Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser und Landesrat Erich Schwärzler (alle V) am Montag.

Hauptaugenmerk liegt auf Einsparung

Im Vergleich zu den Werten von 2005 will das Land bis 2020 rund 20 Prozent der für Mobilität benötigten jährlichen Gigawattstunden-Produktion einsparen, bei Gebäudewärme sind es 18 Prozent, beim Stromverbrauch von Gebäuden 17 Prozent, in der Industrie vier Prozent und in der Landwirtschaft 19 Prozent. Um das zu erreichen, soll etwa die Sanierungsrate bei Gebäuden von rund drei Prozent pro Jahr gehalten werden. Die produzierende Industrie habe sich zu einer jährlichen Energieeffizienzsteigerung von einem Prozent verpflichtet, zudem sollen in den nächsten acht Jahren zusätzliche 35 Gigawattstunden Strom aus Photovoltaik erzeugt werden, hieß es.

Häuser: In Zukunft zählt der gesamte Energieverbrauch

Verkehrslandesrat Rüdisser setzte auf die Steigerung des Radverkehrsanteils von derzeit 14 auf 20 Prozent und auf die Attraktivierung des öffentlichen Verkehrs. Ab 2014 werde man in Vorarlberg eine Öffi-Jahreskarte um 365 Euro erwerben können. Ebenfalls in Vorbereitung sei derzeit eine Anpassung bei den Wohnbauförderrichtlinien des Landes. Ab 2014 werde man sich nicht nur den Heizwärmebedarf, sondern den gesamten Energieverbrauch eines Hauses ansehen. Man sei zudem bereit, über die von Häuselbauern und Bauwirtschaft teilweise kritisierten Standards, die als Kostentreiber gelten, nachzudenken, so auch Landeshauptmann Wallner. Neben der Ausrichtung auf die Energieautonomie bleibe die Leistbarkeit von Wohnraum für Familien weiter wichtig, versicherte er.

Gemeinden werden unterstützt

“Die Energieautonomie soll nicht von oben verordnet werden, sondern von allen Partnern mitgetragen werden”, betonte Energielandesrat Schwärzler. So beteiligten sich die Gemeinden über das e5-Programm aktiv, acht Kommunen würden 2013 neu aufgenommen. Die notwendige Unterstützung des Landes dafür wird aufgestockt. Im kommenden Jahr wird zudem eine Bildungsplattform geschaffen, über die in Schulen und anderen Bildungseinrichtungen Inhalte zu Klimaschutz, Ressourcen und Energie implementiert werden sollen. Weitere Projekte betreffen ein Konzept für ein energieautonomes Haus, die Reduktion des Stromverbrauchs bei Kleinverbrauchern sowie ein verpflichtendes und flächendeckendes Energiemonitoring für öffentliche Gebäude. (APA)

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