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Vorarlberg: Strafe nur der Mama zuliebe angenommen

Ex-Freund terrorisierte Frau
Ex-Freund terrorisierte Frau ©Bidlerbox
Angeklagter, der seine Ex-Freundin gestalkt haben soll, akzeptierte widerwillig diversionelle Geldbuße.

Er nehme die Strafe nur seiner Mama zuliebe an, sagte der 21-jährige Angeklagte. Dem unbescholtenen Angestellten, der wegen beharrlicher Verfolgung angeklagt war, gewährte Richter Michael Fruhmann ges­tern in der Hauptverhandlung am Landesgericht Feldkirch eine Diversion. Wenn der gut verdienende junge Mann dem Gericht 1120 Euro überweist, wird das Strafverfahren gegen ihn eingestellt werden. Dann würde ihm eine Vorstrafe erspart bleiben.

Er halte die Geldbuße von 1120 Euro für maßlos übertrieben, gab der Angeklagte zu Protokoll. Denn er definiere Stalking anders als die Justiz. Der 21-Jährige hatte die Trennung von seiner Freundin noch nicht verschmerzt. Deshalb kontaktierte er die 18-Jährige auch dann noch, nachdem sie ihm gesagt hatte, dass sie das nicht wolle.

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Der 21-Jährige aus dem Bezirk Feldkirch schrieb seiner Ex-Freundin zwischen 20. April und 10. Juni nahezu täglich 20 bis 25 elektronische Nachrichten. Zudem tauchte er vor ihrer Wohnung und an anderen Orten auf, um sie zu sehen. Dabei brachte er ihr als Geschenke Stofftiere und Blumen. Die Schülerin erstattete am 10. Juni gegen ihren ehemaligen Freund Strafanzeige wegen beharrlicher Verfolgung. Die 18-Jährige fühlte sich in ihrer Lebensführung unzumutbar beeinträchtigt. Das mutmaßliche Stalkingopfer gab vor der Polizei an, vor ihrem Ex Angst zu haben.

Der Feldkircher Staatsanwalt Simon Mathis bot dem unbescholtenen und geständigen Beschuldigten schon im Ermittlungsverfahren eine Diversion mit einer Geldbuße an. Der 21-Jährige nahm das Angebot aber nicht an, weil er es für maßlos übertrieben hielt. Daraufhin wurde er angeklagt.

In der Gerichtsverhandlung machte Richter Fruhmann dem Angeklagten noch einmal das Angebot, das ihm schon die Staatsanwaltschaft unterbreitet hatte. Eine Geldstrafe nach einer Verurteilung würde höher ausfallen als die diversionelle Geldbuße, merkte der Strafrichter an.

(Quelle: NEUE/Seff Dünser)

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