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Vorarlberg: Spektakuläre Tauchgänge in Kläranlage ARA Ludesch

An einem Stahlseil gesichert geht es für den Industrietaucher in den Faulturm der Kläranlage.
An einem Stahlseil gesichert geht es für den Industrietaucher in den Faulturm der Kläranlage. ©Steurer
Mit einem Tauchgang, wie ihn der eine oder andere aus dem Urlaub kennt, hat das, was sich derzeit in Ludesch abspielt, nicht viel zu tun.
Tauchgang in Kläranlage
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Von Joachim Schwald / VN

Vier Taucher einer Spezialeinheit aus Wien sind derzeit damit beschäftigt, den insgesamt 2500 Kubikmeter fassenden Faulturm der ARA Ludesch von Ablagerungen zu befreien. Dafür begeben sich die erfahrenen Industrietaucher abwechselnd in den 22 Meter tiefen Turm. Anstelle einer atemberaubenden Unterwasserwelt mit idyllischen Korallenriffen und farbenprächtigen Tieren begibt sich das Quartett hierfür in völlige Dunkelheit, um Sand, Haare und andere Ablagerungen mittels einer Vakuumpumpe zu entfernen.

Grundsätzlich ist es erforderlich, den Faulturm der Anlage alle zehn Jahre von Ablagerungen zu befreien. „Wir haben den Turm inzwischen 20 Jahre nicht mehr offen gehabt. So gesehen ist es höchste Zeit“, räumt Betriebsleiter Manfred Zimmermann ein.

Effektiv und ökologisch

Der Einsatz des Tauchteams sei die effektivste und zudem ökologischste Variante, um den Faulturm zu säubern, denn: „Der Kläranlagenbetrieb wird aufrechterhalten, da die biologisch wertvolle Masse im Turm bleibt und somit kein Unterbruch der Faulung des Klärschlammes erforderlich ist“, sagt der Betriebsleiter.

Vier Tauchgänge werden vom erfahrenen Team, das es gemeinsam auf knapp 30.000 Stunden unter Wasser bringt, pro Tag absolviert. Dabei steht die Sicherheit bei dieser nicht ungefährlichen Tätigkeit immer im Vordergrund. „Es gibt keine Tauchroutine. Wir sind immer darum bemüht, dass alles passt“, ist sich Anton Ulrich vom Umwelt-Tauchservice der Gefahren bewusst und klopft schnell auf Holz. „Bis jetzt ist glücklicherweise noch nie etwas Schlimmes passiert.“

Mit einem Stahlseil gesichert, wird der Taucher in den Turm hinabgelassen. Davor steht aber zunächst das mühevolle Anlegen des Tauchanzugs an. Dabei sind die anderen Taucher behilflich, denn mit Anzug, Bleiweste und Helm wiegt der Taucher rund 200 Kilogramm. Kommuniziert wird während der Arbeit über eine Sprechverbindung, die von den Experten salopp Telefon genannt wird. Über eine weitere Leitung wird der Taucher mit Pressluft versorgt. Bei Temperaturen von etwa 37 Grad Celsius im Faulturm sind diese zudem dankbar für die Kühlwasserleitung.

Völlige Dunkelheit

Unten im Turm wird der Dreck mit einem Wasserstrahl gelöst und zur Pumpe geführt. Die Inhalte, die die Taucher auspumpen, werden dann über ein Rohrleitungssystem in einen mobilen Behälter abgeladen und weiterverarbeitet. Nach rund einer Stunde in völliger Dunkelheit wird der Taucher von seinen Kollegen schließlich in Etappen wieder aus dem Faulturm gezogen.

Pro Tauchgang werden zwischen 30 und 40 Kubikmeter Material abgesaugt. „Wir rechnen damit, dass der Turm im Zuge dieser Aktion von rund 800 Kubikmetern an Ablagerungen befreit wird“, erklärt Zimmermann, der hofft, dass der Turm danach wieder effektiv arbeitet.

Lesen Sie den Artikel auch in der aktuellen Ausgabe der Vorarlberger Nachrichten.

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