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Vorarlberg hat bezüglich Triage wohl "Glück gehabt"

Peak der zweiten Welle auf Vorarlberger Intensivstationen laut Krankenhausbetriebsgesellschaft "vermutlich überschritten"
Peak der zweiten Welle auf Vorarlberger Intensivstationen laut Krankenhausbetriebsgesellschaft "vermutlich überschritten" ©VOL.AT/Mayer
In Vorarlberg musste anders als offenbar in anderen Bundesländern während der zweiten Welle der Corona-Pandemie auf den Intensivstationen nicht triagiert werden.

"Wir hatten und haben bisher immer genügend Intensivplätze zur Verfügung", betonte Gerald Fleisch, Direktor der Krankenhausbetriebsgesellschaft (KHBG), gegenüber der APA am Donnerstag. Man habe auch dank eines Ausbaus der Intensivbetten "Glück gehabt". Der Peak der zweiten Welle sei "vermutlich überschritten".

32 Intensivbetten frei

Man müsse aber mit Prognosen vorsichtig sein, betonte Fleisch. Am Donnerstag waren insgesamt noch 32 Intensivbetten frei, das bedeute, man habe Luft. Die Vorarlberger Landeskrankenhäuser und das Stadtspital Dornbirn seien diesbezüglich "ausgleichende Gefäße - das heißt, alle helfen einander aus", so Fleisch, der auf eine täglich aktualisierte Bettenkoordination verwies. So waren etwa zeitweise die Intensivstationen in Bregenz und Dornbirn stark gefordert, Hohenems sogar voll. In der Folge seien die Patienten auf andere Spitäler verlegt worden, die noch Kapazitäten hatten.

"Nicht dramatiisch, aber ernst"

"Die Situation ist jetzt nicht mehr dramatisch, aber weiter sehr ernst", so Fleischs Einschätzung. Die Intensivstationen seien weiter einer sehr hohen Belastung ausgesetzt. Die Kurve der Neuinfektionen sinke zwar, jene der Intensivpatienten auch, aber langsamer. Der Peak sei dort "vermutlich überschritten", zumindest gebe es keinen Anstieg mehr. Ob man wirklich schon über dem Berg sei, lasse sich schwer sagen. "Wir sind jedenfalls immer noch im Himalaya", betonte Fleisch.

Beim Personal mache sich langsam die lange Dauer der Pandemie bemerkbar. Gerade auf den Intensivstationen gebe es Ermüdungserscheinungen. Man achte darauf, psychologische Betreuung anzubieten, setze auf regelmäßige Informationen, Bonifikationen bei Überstunden und Mitarbeiteraktionen, auch der Betriebsrat sei eingebunden. Positiv wirke sich aus, dass inzwischen deutlich weniger Mitarbeiter positiv bzw. in Quarantäne seien, so Fleisch. Man bemühe sich, eine Balance zu finden. Eine dritte Welle könnte aber auch dort das System überreizen, gar kippen. Sorgen bereitete Fleisch vor allem "diese Mischung aus Schein-Sicherheit und Covid-Müdigkeit".

Fleisch appelliert an Eigenverantwortung

Denn die anstehenden Feiertage könnten die Infektionen wieder ansteigen lassen. "Wir bitten die Bevölkerung, sehr sorgsam zu sein", appellierte der Krankenhausdirektor an die Eigenverantwortung. Das betreffe nicht nur Familienfeiern, sondern auch das Freizeitverhalten. "Bitte keine riskanten Skitouren!", bat Fleisch. Derzeit gebe es zudem viele Haushaltsunfälle. Wann eine Rückkehr in einen Regelbetrieb an den Spitälern möglich sein werde, lasse sich nicht sagen, man wolle aber sobald als möglich wieder zur Normalität zurück. Bis Ende September 2020 habe man die selbe Zahl an Operationen verzeichnet wie im Vorjahr, man habe also das im ersten Lockdown Versäumte über den Sommer aufgeholt. Das stimme ihn "hoffnungsfroh".

(APA)

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