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Vorarlberg gab sich vor 90 Jahren die Eigenständigkeit

Bregenz - Vor genau 90 Jahren, am 3. November 1918, beschloss eine provisorische Landesversammlung in Bregenz die Selbstständigkeit Vorarlbergs. Nach dem Zusammenbruch der Monarchie wollte man als selbstständiges Land innerhalb des deutsch-österreichischen Staates verbleiben.

Zur Erinnerung an dieses historische Ereignis findet morgen, Montag, eine Festveranstaltung im Landhaus in Bregenz statt.

Am 3. November 1918 traten in Bregenz Vertreter der drei Parteien – 19 Christlichsoziale, sechs Deutschfreiheitliche und fünf Sozialdemokraten – zusammen, konstituierten sich als Landesversammlung und beschlossen die “Selbständigkeit des Landes Vorarlberg”. Die wichtigsten Punkte waren die Loslösung aus der staatlichen Verwaltungseinheit mit Tirol, die Übernahme der kompletten Landesverwaltung und “auf Grund des Selbstbestimmungsrechtes” den Beitritt zu Deutsch-Österreich. Als Landeshauptmann wurde der christlichsoziale Jurist Otto Ender bestellt. Am 13. November 1918 erklärte sich Vorarlberg zu einem selbstständigen Bundesland. Am 14. März 1919 gab es sich eine Verfassung, in deren Artikel 1 es hieß: “Das Land ist selbständig, soweit seine Selbständigkeit nicht durch die Verfassung des Bundesstaates beschränkt ist.”

Vorarlberg hatte wie alle Kronländer seit 1861 einen eigenen Landtag. Es war jedoch kein Kronland, sondern bildete einen sogenannten “Selbstverwaltungskörper” innerhalb der Monarchie, mit autonomer Landesverwaltung. Die bedeutendere staatlich-politische Verwaltung unterstand nach wie vor dem Statthalter in Innsbruck, die Direktionen von Post, Eisenbahn und Finanzen waren ebenfalls in Innsbruck. Kirchlich gehörte Vorarlberg zum Bistum Brixen. Das war den Vorarlbergern schon lange ein Dorn im Auge. Die Selbstständigkeit sollte auch zu einer eigenen staatlichen Verwaltung in Vorarlberg führen – was auch 90 Jahre nach der Selbstständigkeitserklärung nur zum Teil umgesetzt ist.

Neun Tage nach der Selbstständigkeitserklärung Vorarlbergs proklamierte die Nationalversammlung in Wien die “Republik Deutsch-Österreich” und erklärte sie zu einem “Bestandteil der Deutschen Republik”, so der Historiker Ulrich Nachbar vom Vorarlberger Landesarchiv: “Die Vorarlberger konnten der Deutschen Republik weniger abgewinnen.” Die herrschende Lebensmittelknappheit nach dem Kriegsende im Winter 1918/19 führte dann in Vorarlberg zu starken Anschlussbestrebungen an die Schweiz. Am 11. Mai 1919 stimmten 80 Prozent der Wahlgänger für einen Anschluss an die Schweiz – doch das Nachbarland lehnte ab.

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