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Vorarlberg: Elektromobilität wird merklich teurer

Preis wird mehr als verdoppelt: Luzia und Klaus Richter aus Sulzberg können die Erhöhung nicht verstehen.
Preis wird mehr als verdoppelt: Luzia und Klaus Richter aus Sulzberg können die Erhöhung nicht verstehen. ©VN/Prock
Die VKW erhöhten den Flatrate-Tarif für Ladestationen von 12 auf 30 Euro pro Monat.

Von Michael Prock/VN

Luzia und Klaus Richter aus Sulzberg gehören zu überzeugten Elektroauto-Besitzern. Luzia Richter ist Musikschullehrerin und unterrichtet im ganzen Bregenzerwald. Sie fährt 25.000 Kilometer pro Jahr. Als immer mehr Gemeinden eine öffentliche Ladestation angeboten haben, entschieden die Richters im Jahr 2016, auf einen E-Golf umzusteigen. Vom Land gab es dafür eine Anschaffungsförderung, zudem konnten die Richters für 11,90 Euro pro Monat an allen Ladesäulen im Land Strom tanken. Dies hat sich nun geändert. Im Sommer erhöhten die VKW den Tarif um weit mehr als das Doppelte. Seit Juli zahlen die Richters 29,90 Euro monatlich.

Elektroautobesitzer fristen auf Vorarlbergs Straßen immer noch ein Außenseiterdasein. Im Österreichvergleich ist zwar nur in Wien der Anteil an Elektroautos größer, dennoch befanden sich im Jahr 2017 knapp 1400 Elektroautos auf den Straßen. Insgesamt waren zu diesem Zeitpunkt über 200.000 Autos im Land zugelassen. Dass Vorarlberg innerhalb der Republik zu den Vorreitern zählt, liegt vor allem am Projekt Vlotte der Illwerke VKW und den Förderungen von Land und landeseigenem Energiebetreiber.

Dass E-Auto-Fahren nun teurer geworden ist, haben Luzia und Klaus Richter per Post erfahren. Im Mai teilte ihnen die VKW mit, ihren Vertrag einseitig zu kündigen. Sie hätten allerdings die Möglichkeit, zwischen zwei neuen Tarifverträgen auszuwählen: entweder pro Minute oder weiterhin per Monatszahlung, allerdings um 29,90 statt 11,90 Euro und nur noch höchstens drei Stunden. „Die Erhöhung können wir nicht verstehen“, erzählt Klaus Richter im VN-Gespräch. Einerseits fördere die Politik den Umstieg auf E-Mobilität, andererseits würden nun die Tarife drastisch erhöht.

Seit 2014 nicht mehr erhöht

Andreas Neuhauser, Pressesprecher von Illwerke VKW, versteht die Kritik, betont aber: „Die meisten Kunden konnten die Erhöhung gut nachvollziehen.“ Seit 2014 seien die Tarife nicht mehr erhöht worden, außerdem sei das Angebot stetig verbessert worden. „Der Radius hat sich erweitert. Wir haben mehr Ladestationen und das Roaming ausgeweitet.“ Das bedeutet: Innerhalb und außerhalb Österreichs kann nun auch mit einer VKW-Karte getankt werden. Dazu komme die zeitliche Komponente. Denn die Akkus seien wesentlich leistungsfähiger geworden. Die Autos fahren weiter und die Akkus haben mehr Platz. Deshalb dürfen zukünftig Autos höchstens drei Stunden laden, anschließend zahlt der Kunde pro Minute.

Neben dem neuen Flat-Rate-Vertrag um 29,90 Euro pro Monat bieten die VKW auch einen pay-per-use-Tarif an. Bis 3,7 KW kostet eine Lademinute vier Cent, zwischen 3,7 und 22 KW elf Cent sowie bis 50 KW 30 Cent. Auch Urban Weigel aus Hittisau ist überzeugter Elektroautobesitzer. Er stieg vor acht Jahren ein, ist also ein Vlotte-Kunde der ersten Stunde. Nach der aktuellen Tarifumstellung hat er mit dem pay-per-use-Tarif seine Fahrkosten berechnet: „Mein Nissan Leaf kann pro Stunde 3,6 KW aufnehmen. Also bezahle ich für 3,6 KW 2,40 Euro. Auf 100 Kilometer braucht mein Fahrzeug üblicherweise 15 KW. Dazu benötige ich 4,16 Stunden Ladezeit. Somit bezahle ich zehn Euro für 100 Kilometer.“ Weigel ist überzeugt, dass Elektroautobesitzer grundsätzlich bereit wären, etwas mehr zu zahlen. Nun sei es aber zu viel. Groll hegt er keinen, sagt Weigel. „Ich bin Pragmatiker. Nun haben wir uns wieder einen Verbrenner gekauft. Sollte Elektromobilität wieder interessanter werden, steigen wir wieder um.“

(VN)

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