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Vorarlberg: "Einführung der Ziffernnoten für Volksschulkinder ist nicht kindgerecht!"

©VOL.AT/Matthias Rauch/Paulitsch
Die schwarz-blaue Bundesregierung hat die Einführung von Ziffernnoten für Volksschulkinder beschlossen. Während die Ländle-SPÖ die Regierung dafür kritisiert, findet FPÖ-Landesobmann Bitschi lobende Worte.

Die mündliche Beurteilung wird damit abgeschafft. „Kleinen Volksschulkindern und ihren Eltern hat man damit einen Bärendienst erwiesen“, so SPÖ-Bildungssprecherin Gabi Sprickler-Falschlunger in einer Aussendung. „Das noch sehr junge Kind wird durch Ziffernnoten einer verkürzten Beurteilung unterzogen. Den vielen verschiedenen Stärken des Kindes wird damit zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt.“ Das sehen offenbar auch über 800 Pflichtschulpädagogen so. Sie haben eine Resolution gegen das Regierungsvorhaben unterzeichnet. Und das, obwohl die mündliche Beurteilung eines Kindes für sie mit wesentlich mehr Arbeit verbunden ist.

Drill und Ordnung

Die Regierung schert das wenig, kritisiert Gabi Sprickler-Falschlunger. Ebenso die Tatsache, dass ¾ aller Vorarlberger Volksschulen die mündliche Beurteilung der Kinder praktizieren und offenbar gute Erfahrungen damit gemacht haben. Der „zackige“ Stil des Regierens mache auch nicht vor Kindern halt, die noch Mühe damit haben, eine Schultasche zu tragen. Während erfolgreiche Länder in Sachen Bildung wie etwa Finnland überhaupt die Ziffernnoten bis zum 16. Lebensjahr abschaffen wollen, scheint Österreich wieder in Richtung Drill und Ordnung zu marschieren.

Landesrätin Barbara Schöbi-Fink ist gefordert

Nach dem Protest der über 800 Pädagoginnen und Pädagogen, unterstützt auch von der Pflichtschulelternvertretung, könne die zuständige Landesrätin unmöglich zur Tagesordnung übergehen. „Ihr nächster Weg muss der zu Bildungsminister Heinz Faßmann sein. Um den Lehrern und Lehrerinnen zu zeigen dass sie hinter ihnen steht. Und um einen Möglichkeit zu finden, dass eine mündliche Beurteilung anstatt der Ziffernnoten möglich ist“, so Gabi Sprickler-Falschlunger.

FPÖ bewertet Maßnahmen positiv

„Wir brauchen für unsere Kinder und Jugendlichen ein modernes Bildungssystem, das sie in ihren Stärken fördert und ihre Defizite möglichst frühzeitig verringert. Mit dem Pädagogik-Paket setzt die türkis-blaue Bundesregierung nach der Einführung der Deutschklassen jetzt durch die Weiterentwicklung der Volksschulen und Mittelschulen weitere Maßnahmen für eine leistungsorientiertere Ausbildung für unsere Schülerinnen und Schüler“, so FPÖ-Landesobmann Christoph Bitschi. „Dies ist notwendig für die Zukunft unserer Kinder, für die Zukunft des Bildungssystems und auch um die zukünftigen Fachkräfte in unserem Land sicherzustellen“, so der FPÖ-Landesobmann.

Besonders positiv bewertet Bitschi die geplante stärkere Differenzierung in den Mittelschulen. „Dadurch werden die Schülerinnen und Schüler sowohl auf weiterführende Schulen als auch auf das Berufsleben bestmöglich vorbereitet.“ Auch die Wiedereinführung des bewährten Ziffernnotensystems ab der 2. Volksschule neben den Möglichkeiten der alternativen Beurteilung befürwortet der FPÖ-Landesobmann. „Schulnoten bringen neben einem verstärkten Leistungsanreiz auch Klarheit für Kinder und Eltern über den Wissensstand“, so Bitschi. Es werde durch die Wiedereinführung der Schulnoten somit auch ein Anliegen der überwiegenden Mehrheit der Eltern umgesetzt.

NEOS Scheffknecht zu Schöbi-Fink: „Leidtun alleine reicht nicht – es braucht beherzten Einsatz für alternative Leistungsbeurteilung“

„Die Verpflichtung zur Ziffernbenotung darf nicht einfach hingenommen werden. Die Lehrerinnen und Lehrer haben sich mehr Rückendeckung durch die Bildungslandesrätin verdient. Es ist an der Zeit, in der Bildungspolitik nicht weiter auf das Prinzip Hoffnung zu bauen“, kritisiert NEOS-Landessprecherin Sabine Scheffknecht die resignierende Haltung von Bildungslandesrätin Schöbi-Fink im Kampf um die alternative Leistungsbeurteilung in einer Aussendung. „Genau aus dem Grund werden wir im Landtag einen Antrag einbringen, um die Verpflichtung zur Ziffernbenotung zu verhindern. Die Landesregierung muss geschlossen auftreten und sich im Begutachtungsverfahren deutlicher einbringen. Man kann nicht von Schulautonomie sprechen und diese dann am Altar des Populismus opfern. Es braucht ein klares Bekenntnis der Landes-ÖVP!“

Auch das eigentliche Thema der heutigen Pressekonferenz der Bildungslandesrätin möchte Scheffknecht nicht unkommentiert lassen: „Die neuen Methoden zur Feststellung und Beobachtung der Sprachentwicklung begrüßen wir ausdrücklich. Wir sind zuversichtlich, dass diese Instrumente helfen, das Sprachniveau der Kinder zu heben. Allerdings braucht es dafür auch die richtigen Rahmenbedingungen. Ob die Kindergartenpädagogen und -pädagoginnen ausreichend Ressourcen zur Verfügung haben, ist der Knackpunkt. Dass dem tatsächlich so ist, scheint höchst fraglich.“

„Für uns ist nicht nachvollziehbar, dass Kinder beispielsweise zwei Jahre in der Spielgruppe und zwei Jahre im Kindergarten sind und dann nicht ausreichend Deutsch können, um eine Regelklasse besuchen zu können, sondern in Deutschförderklassen landen“, verweist die NEOS-Landessprecherin auf die bisher verabsäumten Maßnahmen im Bereich der Sprachförderung. „Inwieweit diese Sprachdefizite nach erfolgter Sprachstandsfeststellung ausgeglichen werden können, liegt schlussendlich an der Ausbildung des Personals und dem Betreuungsverhältnis an Vorarlbergs Kindergärten. Hier bleibt die Landesregierung auch in Zukunft gefordert“, unterstreicht Sabine Scheffknecht abschließend.

 

(Red.)

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